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Wirtschaft

07. Dezember 2016 | 19:26 Uhr

Sommergerste, Weizen und Roggen : Ernte-Stress: Schleswig-Holsteins Bauern nutzen „Regenpause“

vom

Die Ernte in Schleswig-Holstein läuft. Meteorologen prophezeien zum Wochenende jedoch erneut Regen.

Bendorf | Die Sonne scheint, und die Mähdrescher sind unterwegs. Sommergerste, Weizen und Roggen warten auf den Feldern, geerntet zu werden. Den Bauern kann es nicht schnell genug gehen, die Ernte in die Scheunen zu fahren, denn bereits ab Sonnabend soll Schluss sein mit dem trockenen Wetter. Birgit Kock beobachtet das Wetter genau. Gemeinsam mit ihrem Ehemann betreibt sie ein Lohnunternehmen in Bendorf im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Lohnunternehmer sind seit mehr als hundert Jahren unverzichtbare Helfer der Landwirte.

Immer wieder klingelt ihr Telefon, wollen Landwirte ihre Hilfe. „Dreschen, Stroh pressen, Silo Fahren, am liebsten Gülle fahren, Mist fahren, Boden bearbeiten - das steht jetzt alles an, und am besten bis Freitag“, sagt die Geschäftsfrau. Doch das wird nicht klappen.

Für diese Woche kann sie nur noch mit „nein“ verkaufen. „Die Tage sind einfach zu kurz.“ Mehr als neun Arbeitsstunden täglich seien in den letzten beiden Augustwochen nicht möglich. Der Grund: Das Getreide dürfe bei der Ernte nur einen Feuchtigkeitsgehalt von 14 bis 15 Prozent haben.

„Morgens ist zu viel Tau, das merkt jeder der über den Rasen läuft und nasse Füße kriegt. Und abends ziehen leichte Nebelschwaden auf.“ So können die Maschinen auch bei Sonne nur von mittags bis 21 Uhr laufen. „Wenn es zu feucht ist, schiebt das Getreide vorne im Schneidwerk.“ Es klumpt zusammen, muss immer wieder von Hand gereinigt werden. Außerdem müssen die Landwirte auf eigene Kosten das Getreide trocknen.

Die Ernte „steht und fällt immer komplett mit dem Wetter: Man guckt jeden Tag fünf-, sechsmal, wie es sich entwickelt.“ Warum die Weizenernte in diesem Jahr so spät gestartet ist? „Wintergerste und Raps sind schon in den Lagern, doch dann kam rund drei Wochen lang Regen“, erklärt Birgit Kock. „Wir sind erst Dienstagnachmittag wieder angefangen.“

In Schleswig-Holstein wird Winterweizen auf insgesamt rund 188.000 Hektar angebaut, Gerste auf rund 62.000 Hektar. Lohnunternehmer haben meist moderne Maschinen, deren Anschaffung sich für einen einzelnen Bauern nicht rechnet. Heute schützen „kluge“ Trecker und „intelligente“ Pflanzenschutzspritzen mit Hilfe eines Acker-Navis die Umwelt: Das spart Dieselkraftstoff und gleichzeitig Dünger und Herbizide. „Die Elektronik ist auch eine Entlastung für die Fahrer, sie können auch bei Dunkelheit entspannt fahren“, sagt Hans-Jürgen Plöhn, Präsident vom Landesverband der Lohnunternehmer.

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erstellt am 18.Aug.2016 | 07:02 Uhr

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