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Wirtschaft

21. Februar 2017 | 06:15 Uhr

Unternehmensreform : Eon Hanse gibt Strom- und Gasverkauf auf

vom

Das Strom- und Gasunternehmen Eon Hanse will die Energielieferung aufgeben und sich auf das Geschäft mit den Versorgungsnetzen konzentrieren. Das sei lukrativer.

Quickborn | Die Eon Hanse steht nach sh:z-Informationen vor einem gewaltigen Umbruch: Das regionale Versorgungsunternehmen sieht im eigenen Verkauf von Strom und Gas kein lukratives Geschäftsmodell mehr. Stattdessen will es noch dieses Jahr seine Aktivitäten auf die Leitungsnetze und die dezentrale Energie-Erzeugung in Schleswig-Holstein konzentrieren.

Die mit den kommunalen Anteilseignern abgestimmte Unternehmensreform sieht bereits zum Herbst die formelle Abspaltung des Vertriebsgeschäftes vor. Es soll künftig von der bundesweit tätigen Eon Vertrieb Deutschland GmbH übernommen werden. Begründet wird dies zum einen mit der Forderung der Bundesnetzagentur, dass bis 2015 Vertrieb und Netz für Energielieferungen nicht mehr in einer Hand sein sollen. Zum anderen wird auf die zunehmende Konkurrenz und Transparenz im Energiegeschäft verwiesen. "Die Eon Hanse-Gruppe hat seit 2008 deutliche Kundenverluste hinnehmen müssen", heißt es in vertraulichen Unterlagen. Und weiter: Auch die bei der Industrie "abgesetzten Strom- und Gasmengen sind seit 2008 nennenswert zurückgegangen" - dieser Trend werde anhalten.

Schulterschluss mit Kommunen für schnellen Netzausbau

Die Antwort auf den "starken Kosten- und Preisdruck" sieht die Führung der Eon Hanse offenbar in einer Ausweitung des Geschäftes mit den Versorgungsnetzen. Denn: "Das Netz mit seinen stabilen Wachstumsaussichten und Renditen bleibt strategischer Kern der Eon Hanse." Neben den Stromleitungen im Nieder- und Mittelspannungsbereich soll künftig auch das Hochspannungsnetz im Norden, das bisher der in Bayreuth ansässigen Eon Netz AG untersteht, integriert werden. Dabei setzt Eon Hanse auf "einen noch engeren Schulterschluss" mit der kommunalen Seite, da ein beschleunigter Ausbau der Netze für die Energiewende und "zu einer langfristigen Sicherung der Erträge" notwendig sei. In den elf Landkreisen, die zusammen knapp 26 Prozent der Anteile an Eon Hanse halten, hat das Zustimmungsverfahren bereits begonnen. Dabei geht es vor allem um Fragen zur Unternehmensbewertung. Geplant sind Sonderausschüttungen für drei Jahre über maximal 60 Millionen Euro und die Erhöhung der Kreisanteile auf 33 Prozent.

Eon Hanse bestätigte gegenüber dem sh:z, dass die Anteilseigner "derzeit eine mögliche stärkere Konzentration des Unternehmens auf die Gebiete Infrastruktur und dezentrale Erzeugung" diskutieren, wollte aber dazu am Donnerstag nicht detaillierter Stellung nehmen.

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erstellt am 21.Apr.2013 | 04:46 Uhr

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