zur Navigation springen

Wirtschaft

09. Dezember 2016 | 22:26 Uhr

Fliegende Intensivstation : „Christoph 42“: SH bekommt neuen Rettungshubschrauber

vom

Der neue Hubschrauber wesentlich moderner als sein Vorgänger. Er wird rund um die Uhr im Einsatz sein.

Rendsburg | Schleswig-Holstein bekommt einen neuen „Christoph 42“. Am Freitag wird der Rettungshubschrauber in Rendsburg offiziell in Dienst gestellt. Das Modell des Typs EC 145 ist eine modernere und leistungsfähigere Maschine als der bisherige Hubschrauber BK 117, sagte Petra Hentschel, Sprecherin der DRF Luftrettung.

„Christoph 42“ wird seit 1975 als Rettungshubschrauber in Schleswig-Holstein eingesetzt. Er wird rund um die Uhr in der Notfallrettung sowie für dringende Transporte von Patienten zwischen Kliniken genutzt: tagsüber in einem Radius von rund 60 Kilometern rund um Rendsburg, nachts im gesamten Land. Im ersten Halbjahr 2016 flogen die Rendsburger Luftretter insgesamt 768 Einsätze. 96-mal startete der Rettungshubschrauber der DRF Luftrettung im Oktober zu oft lebensrettenden Einsätzen.

Auf den ersten Blick unterscheidet den neuen „Christoph 42“ nur wenig von seinem Vorgänger: Drei Zentimeter länger ist der EC 145, neun Zentimeter höher und 41 Zentimeter breiter als der bewährte BK 117. Doch „der Sprung vom alten zum neuen Hubschrauber sind 20 Jahre Technologie“, sagte der Pilot der DRF Luftrettung Sebastian Hilliger. Unter anderem seien die analogen und über große Bereiche im Cockpit verteilten Instrumente des BK 117 durch ein digitales Glascockpit ersetzt. „Man muss den Kopf nicht mehr so bewegen beim Fliegen, um etwas zu sehen.“

Als größtes Plus bezeichnete Hilliger den neuen, digitalen Autopiloten. „Wir können den Startpunkt einprogrammieren, wo wir lang fliegen wollen und wo wir den Anflug machen möchten: Der Autopilot fliegt die Strecke für uns ab.“ Und was macht er während des Fluges? „Wir fliegen nach Sicht und müssen den Freizeitfliegern mit ihren Kleinflugzeugen ausweichen“, erklärte der Hubschrauberpilot. „Durch den Autopiloten haben wir die Möglichkeit, von der aktiven Steuerposition in die Beobachterposition zurück zutreten und uns weniger auf den Weg konzentrieren zu müssen.“

Doch auch die Notfallmediziner haben im Patientenraum von „Christoph 42“ einen besseren Arbeitsplatz bekommen. „Die Raumausnutzung ist besser“, sagte Holger Harbs, Arzt bei der DRF Luftrettung. Im EC 145 gebe es „wesentlich mehr Platz, um eingreifen zu können und den Patienten von Kopf bis Fuß zu behandeln“.

Acht Millionen Euro kostet der neue EC 145 komplett ausgestattet als „fliegenden Intensiv-Station“ der DRF Luftrettung zufolge. Der mit einem Piloten, einem Notarzt und einem Rettungsassistenten besetzte Hubschrauber ist der einzige in Schleswig-Holstein, der rund um die Uhr einsatzbereit ist.

zur Startseite

von
erstellt am 18.Nov.2016 | 06:43 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen