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Wirtschaft

07. Dezember 2016 | 09:48 Uhr

Zahlen für SH und Hamburg : Bertelsmann-Studie: Migranten schaffen 1,3 Millionen Jobs in Deutschland

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Zahl ist deutschlandweit um mehr als ein Drittel gestiegen. Auch in Hamburg und Schleswig-Holstein sorgen viele Unternehmer mit Migrationshintergrund für Arbeitsplätze.

Gütersloh/Hamburg/Kiel | Unternehmer mit ausländischen Wurzeln sorgen in Deutschland für eine wachsende Zahl von Jobs - jedoch mit deutlichen regionalen Unterschieden. Die Zahl der Arbeitsplätze, die durch Selbstständige mit Migrationshintergrund geschaffen wurden, ist zwischen 2005 und 2014 um mehr als ein Drittel von 947.000 auf 1,3 Millionen Stellen gestiegen, wie aus einer am Donnerstag vorgestellten Studie der Bertelsmann-Stiftung hervorgeht.

Die Unternehmer verdienen mehr als Arbeitnehmer mit Migrationshintergrund. Im Vergleich zu Menschen ohne Zuwanderergeschichte klafft jedoch eine Lücke: Zuwanderer und ihre Nachkommen erzielen in Deutschland im Schnitt ein rund 30 Prozent niedrigeres Einkommen.

Entgegen dem Bundestrend gab es in Hamburg einen Rückgang von 60.000 im Jahr 2005 auf 41.000 im Jahr 2014. In Schleswig-Holstein waren es konstant 19.000.

Hintergrund: Die Studie

Die Studie „Migrantenunternehmen in Deutschland zwischen 2005 und  2014 - Ausmaß, ökonomoische Bedeutung und Einflussfaktoren auf Ebene der Bundesländer“ wurde im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung von der Prognos AG erstellt. Die Auswertung basiert auf Daten des Mikrozensus. Die Studie zählt zur Personengruppe mit Migrationshintergrund alle die nach 1949 nach Deutschland gezogen sind, alle in Deutschland geborenen Ausländer sowie Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit, mit mindestens einem zugezogenen oder als Ausländer in Deutschland geborenem Elternteil.

Die Zahl der Unternehmer mit Migrationsgeschichte stieg im selben Zeitraum bundesweit um ein Viertel auf 709.000 Personen. Das sei umso bemerkenswerter, da im Vergleich zu 2005 der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund an der Bevölkerung nur um knapp neun Prozent gewachsen sei. In der Hansestadt waren es 28.000 Unternehmer, also 8000 mehr als im Vergleichsjahr. Auch im nördlichsten Bundesland gab es einen Sprung von 12.000 auf 16.000.

Auch in welcher Branche sich Menschen mit Zuwanderungsgeschichte selbstständig machen, wandelt sich: „Wer an Migrantenökonomie in Deutschland denkt, denkt oft noch immer am ehesten an den Kiosk um die Ecke oder das Chinarestaurant, in dem die ganze Familie mitarbeitet. Die Daten zeigen, dass wir uns mehr und mehr von diesen Klischees verabschieden können“, sagte Studienleiter Armando Garcia Schmidt von der Bertelsmann-Stiftung.

So ist der Studie zufolge der traditionell hohe Anteil der Selbstständigen mit ausländischen Wurzeln im klassischen Handel- oder Gastgewerbe im Vergleich zu 2005 um zehn Prozent zurückgegangen (auf 28 Prozent im Jahr 2014) - zugunsten anderer Dienstleistungsbereiche, des Baus oder verarbeitender Betriebe. Es zeige sich, dass Migrantenunternehmer auch außerhalb von Niedriglohnsektor und arbeitsintensiven Tätigkeiten einen unternehmerischen Beitrag leisteten: „Das geht vom Steuerberater, über den Start-up-Gründer bis hin zum erfolgereichen Maschinenbauer“, sagte Garcia Schmidt.

Gleichzeitig sei Selbstständigkeit für Zuwandererfamilien ein Treiber für Einkommen: Sie verdienen als Unternehmer im Schnitt mit 2167 Euro netto pro Monat 40 Prozent mehr als Arbeitnehmer mit Migrationshintergrund. In Hamburg sind es ähnlich dem Bundesschnitt 2160 Euro, in Schleswig-Holstein sogar 2596 Euro.

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erstellt am 11.Aug.2016 | 06:49 Uhr

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