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„Verwahrentgelte“ : Bei hohen Guthaben Strafzinsen für Kommunen bei eigenen Sparkassen

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Das erscheint paradox: Kommunen mit viel Geld auf dem Konto büßen dafür bei der eigenen Sparkasse mit Negativzinsen.

Zu viel Geld auf der hohen Kante kann Geld verbrennen - diese Erfahrung machen auch im Norden Kommunen, die auf ihrem Konto hohe Summen zum Beispiel bei ihrer eigenen Sparkasse parken. Ab 500.000 oder einer Million Euro können Negativzinsen von beispielsweise 0,4 Prozent fällig werden, wie Anfragen der Deutschen Presse-Agentur ergaben. Sprecher von Sparkassen und Volksbanken betonten, sie suchten in Gesprächen mit den Kunden Alternativen, um „Verwahrentgelte“ möglichst vermeiden.

Die Nospa (Flensburg) habe darüber seit Mitte letzten Jahres erfolgreich mit Firmen- und besonders auch Kommunalkunden erfolgreich verhandelt, sagte Pressesprecher Burkhard Lauritzen. Kommunen hätten durch geschicktes Liquiditäts- und Vermögensmanagement mit alternativen Anlageformen sowie der Verteilung und Verlagerung von Guthaben auf mehrere Bankverbindungen in den allermeisten Fällen Strafzinsen vermeiden können. „Das können wir auch an dem deutlichen Rückgang der Einlagen bei uns in dieser Kundengruppe ablesen“, sagte Lauritzen. „Zur Zeit werden bei uns keine Verwahrentgelte berechnet“, sagte für die Förde Sparkasse mit Sitz in Kiel Sprecher André Santen.

„Allerdings beginnen wir erste Gespräche mit Großanlegern und Kommunen.“ Dabei gehe es sowohl um alternative Anlagemöglichkeiten als auch um mögliche Obergrenzen für Einlagen ohne Berechnung eines „Verwahrentgelts“, sagte Santen. „Wir führen aktuell Gespräche mit unseren Kommunalkunden, um die Erhebung von Verwahrentgelten möglichst zu vermeiden“, hieß es aus einer anderen Sparkasse. „Aber grundsätzlich erheben wir Verwahrentgelte ab einer Freigrenze von 500.000 Euro.“ Eine weitere Sparkasse gab an, seit Herbst 2016 kommunale Kunden mit Negativzinsen zu belegen. Die Höhe werde individuell verhandelt und sei nicht allgemein zu beziffern.

Auch bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken entscheidet jedes Institut individuell, ob und ab welcher Einlagenhöhe Negativzinsen genommen werden. Das gilt auch für die Zinssätze. „In wenigen Ausnahmefällen kann es dazu führen, dass Negativzinsen gemeinsam mit den Kunden vereinbart werden“, sagte ein Sprecher. „In unserer Beratung sind wir jedoch bestrebt, alternative Geldanlagen anzubieten, so dass wir - im Sinne unserer Kunden - Negativzinsen weitestgehend vermeiden.“

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erstellt am 06.Mär.2017 | 11:00 Uhr

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