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Schleswig-Holstein

07. Dezember 2016 | 23:19 Uhr

Glücksatlas 2016 : Warum man in SH glücklicher ist als in MV

vom
Aus der Onlineredaktion

In beiden Bundesländern leben „Fischköppe“. Dennoch schätzen sich die Menschen in MV als weniger glücklich ein.

Kiel/Schwerin | Beide Bundesländer sind Nachbarn, dennoch trennen sie Welten: Während in Schleswig-Holstein dem Glücksatlas 2016 zufolge die glücklichsten Menschen in Deutschland zuhause sind, ist östlich davon weniger zu spüren. Die Mecklenburg-Vorpommern liegen im Glücksatlas 2016 auf dem letzten Platz. Woran liegt es? Ein Erklärungsversuch.

Es ist offenbar eine Mentalitätsfrage. „Es gelingt den Schleswig-Holsteinern mehr als den Bewohnern in anderen Bundesländern, das Glas als halb voll zu betrachten“, sagt der Mitautor der Studie, Bernd Raffelhüschen. Denn die objektiven Daten gäben Schleswig-Holstein nicht unbedingt die Berechtigung, den ersten Platz zu belegen, so der Ökonom weiter. So ist beispielsweise die Arbeitslosenquote in Schleswig-Holstein (6,5 Prozent) höher als in Südbayern (3,3 Prozent) und das durchschnittliche Einkommen niedriger als am Alpenrand. Trotzdem belegt Südbayern nur Platz acht im Glücksatlas.

Offenbar lassen sich die Schleswig-Holsteiner in ihrem Glücksempfinden durch diese sozioökonomischen Faktoren weniger beeindrucken als die Bewohner anderer Länder. „Das subjektive Empfinden steht den objektiven Gegebenheiten manchmal konträr gegenüber.“ Ein ähnliches Phänomen sei auch in internationalen Studien erkennbar.

Die Dänen gelten gemeinhin als glücklichstes Volk, obwohl es sich objektiv in anderen Ländern besser leben lasse. Im Glücksatlas werden nicht die objektiven Daten gemessen, sondern die allgemeine Lebenszufriedenheit. Unglückliche Mecklenburger und Vorpommern? „Nein“, sagt Raffelhüschen. „Die Mecklenburger und Vorpommern sind nicht unglücklich. Sie sind nur weniger glücklich als die Schleswig-Holsteiner.“ Tendenziell würden die Unterschiede zwischen den Ostdeutschen und den Westdeutschen kleiner. Die Ostdeutschen - und damit die Mecklenburg-Vorpommern eingeschlossen - seien zufriedener als noch vor einem Jahrzehnt. Die nach der Wende gemessenen Unterschiede seien auf ein Viertel geschrumpft.

Besonders zufrieden sind die Schleswig-Holsteiner mit ihrer Wohn- und Freizeitsituation (7,8 von 10 Punkten), und mit dem Haushaltseinkommen (6,9). In Mecklenburg-Vorpommern hingegen ist der Glückswert im Bereich Arbeit (7,1) am höchsten. Auch die Wohn- und Freizeitsituation wird beim östlichen Nachbarn mit 7,4 als vergleichsweise hoch eingeschätzt.

Was den Mecklenburg-Vorpommern vor allem aufs Gemüt schlägt, sind die Einkommenssituation (6,25) und die Gesundheit (6,23). „Das Haushaltseinkommen hat einen großen Effekt auf die Lebenszufriedenheit“, schreiben die Autoren. Die gedämpfte Einkommenseinschätzung der Mecklenburger und Vorpommern deckt sich sogar mit den objektiven Daten: Mit 17.486 Euro ist das verfügbare Einkommen pro Einwohner in keiner Region niedriger als in Mecklenburg-Vorpommern. Die Autoren haben ein Tipp, wie sich die Glückswerte in diesem Bereich steigern lassen: „Die Unzufriedenheit mit dem Einkommen könnte reduziert werden, indem die Lohnungleichheit abgebaut würde.“

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erstellt am 18.Okt.2016 | 16:37 Uhr

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