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Schleswig-Holstein

04. Dezember 2016 | 07:04 Uhr

Nabu : Warum es der Storch-Nachwuchs in SH schwer hat

vom
Aus der Onlineredaktion

Wenig Mäuse sind nur ein Grund. Der Nabu kann mindestens zwei Hauptfaktoren für das schlechte Brutergebnis ausmachen.

Bergenhusen | Schleswig-Holsteins Störche haben in diesem Jahr weniger Nachwuchs als erhofft. Der Naturschutzbund (Nabu) zählte im Sommer rund ein Drittel weniger Jungvögel als in den Vorjahren. „In diesem Jahr haben 347 Jungstörche aus eigener Kraft das Nest verlassen“, sagte Jörg Heyna von der NABU-Arbeitsgruppe Storchenschutz. In den beiden vergangenen Jahren seien jeweils knapp über 500 Jungvögel gezählt worden. Dabei hatten 266 Paare im Frühjahr mit der Brut begonnen - eine ähnliche Zahl wie 2014 und 2015, sagte Heyna.

Für das schlechte Brutergebnis gab es mehrere Gründe. Als Hauptursache nannte der Storchen-Betreuer Heyna die ungewöhnlich geringe Zahl von Mäusen in Schleswig-Holstein dieses Jahr. „Es gab nicht genug zu fressen für den Nachwuchs.“ Außerdem seien bei Revierkämpfen durch späte Heimkehrer Jungvögel getötet beziehungsweise Gelege zerstört worden.

Zum Beispiel in Satrup im Kreis Schleswig-Flensburg. Als das Männchen von 2015 dort am 10. Mai dieses Jahres ankam, entdeckte er in „seinem“ Nest einen Nebenbuhler beim Brüten. Der Spätheimkehrer vertrieb das fremde Männchen und zerstörte das Gelege, berichtete Heyna. Zwei Wochen später in Hostrup in Angeln passierte ähnliches.

Als das Männchen dort am 22. Mai auf seinem Horst landete, war der Nachwuchs seines Nebenbuhlers bereits geschlüpft. Er töte die vier Jungstörche und warf sie aus dem Nest. Für eigenen Nachwuchs mit den „untreuen“ Weibchen war es jedoch in beiden Fällen zu spät.  Ein weiteres Problem ist, dass von den flüggen Jungstörchen einige wegen der schlechten Ernährung Mangelerscheinungen aufweisen: Sie haben Probleme mit den Muskeln durch Vitamin-Mangel, haben krumme Beine oder „schrumpliges“ Gefieder, sagte Heyna: Das seien schlechte Startvoraussetzung für den anstehenden Flug ins Winterquartier.

Derzeit sammeln sich die ersten Jungstörche für die lange Reise. „Der Weg nach Afrika ist weit“ - besonders, wenn sie die Ost-Route über die Türkei nehmen. Wegen der schlechten Kondition vieler Jungstörche werde die Überlebensrate beim Flug in die Winterquartiere stärker herunter gehen als üblich. „Normalerweise überleben 70 bis 80 Prozent der Jungstörche das erste Lebensjahr nicht“, sagte Heyna. Wie viele es in diesem Jahr sind, werde man in zwei bis drei Jahren sehen: „Wenn dieser Jahrgang geschlechtsreif ist, wie viele dann zur Brut schreiten.“ 

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erstellt am 17.Aug.2016 | 06:57 Uhr

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