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Protest gegen Bahnstrecken : Totes Gleis

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Bürger bekommen Bahnstrecken die sie nicht wollen. Besser wäre es da doch, mit den Millionen die Schlaglöcher zu stopfen. Ein Kommentar von Margret Kiosz.

Kiel | Bislang hat Wirtschaftsminister Reinhard Meyer die Weichen richtig gestellt. Er setzt im Norden mehr Nahverkehrszüge auf die Schiene, die im engeren Takt fahren. Mehr noch: Es  gibt neue Haltepunkte, und schicke Triebwagen werden auf sanierten Gleisen schneller am Ziel sein.

Soweit, so gut. Schließlich muss den Bürgern in Zeiten maroder Straßen, anfälliger Brücken und horrender Spritkosten der Umstieg auf die Bahn so leicht wie möglich gemacht werden. Pendler in Richtung Hamburg werden Meyer dankbar sein, wenn sie demnächst im Zug an den kilometerlangen Staus vorbei brausen, die während des Ausbaus der Autobahn A7 drohen.

Doch jetzt droht dem Erfolg verwöhnten Chef vom Stellwerk selbst Ungemach. Er soll – so forderten es die Grünen und so steht es im Koalitionsvertrag – Bürger mit Bahnstrecken beglücken, die sie gar nicht wollen. Sie fürchten zu Recht weniger statt mehr Mobilität, wenn dem heute noch gut funktionierenden Busverkehr ungesunde Konkurrenz durch neue Zugverbindung gemacht wird. Beide – Zug und Bus – haben dann zu wenig Fahrgäste zum Überleben. Meyer ist deshalb gut beraten, sich  von der Ökopartei nicht auf ein totes Gleis schieben zu lassen. In einem Flächenland mit  abnehmender Bevölkerung ist der Bus auf Nebenstrecken nach Ansicht aller Experten effizienter als die Bahn. Prestigeobjekte wie die Stadtregionalbahn in Kiel verschlingen Millionen, mit denen wir besser Schlaglöcher stopfen und Brücken sanieren. Erst kommt die Pflicht. Und für die Kür dem Bürger bitte nicht erneut in die Tasche greifen!

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erstellt am 23.Apr.2014 | 12:02 Uhr

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