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Verkehr

09. Dezember 2016 | 20:26 Uhr

Bus und Bahn : Mehr Geld für den ÖPNV in SH: Diese Strecken profitieren

vom

Mehr als eine halbe Milliarde Euro soll in den kommenden 15 Jahren in SH investiert werden. Auch die Tarife werden neu geregelt.

Kiel | Schleswig-Holstein bekommt mehr Geld für den Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV). Wie Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) am Freitag in Kiel erklärte, stehen dem Land bis 2031 aus einem bundesweiten 8,2-Milliarden-Topf an sogenannten Regionalisierungsmitteln jährlich durchschnittlich 30 Millionen Euro mehr zur Verfügung als in den Vorjahren. „Auch wenn das Regionalisierungsgesetz abseh­bar erst im Herbst verabschiedet wird, haben wir heute schon Planungs­sicher­heit und können mehr ÖPNV wagen“, sagte Meyer. Insgesamt steht dem Land in den nächsten 15 Jahren mehr als eine halbe Milliarde Euro zusätzlich zur Verfügung.

Wie Meyer sagte, sollen die Mittel in vier Schwerpunktbereiche investiert werden: „Wir werden ungefähr je ein Drittel in Qualitätsverbesserungen und neue Projekte geben; das verbleibende Drittel verwenden wir zu etwa gleichen Teilen für eine Stärkung der Busverkehre und für Tarifverbesserungen.“ Er sei sich sicher, dass es mit dieser Strategie gelingen werde, dauerhaft mehr Menschen davon zu überzeugen, dass Bahn und Bus eine gute Alternative zum eigenen Auto seien, so der Minister.

Wo soll das Geld investiert werden?

Als größte Investitions-Projekte der nächsten Jahre nannte Meyer neben der bereits beschlossenen Reaktivierung der Bahnstrecke Kiel-Schönberger Strand die beiden geplanten Schienenprojekte „S 21“ (Hamburg-Kaltenkirchen) und „S 4 Ost“ (Hamburg-Bad Oldesloe) sowie den Ausbau der Strecke Wrist-Kellinghusen. Darüber hinaus steht auch die Reaktivierung der Strecke Geesthacht-Nettelnburg auf dem Plan. An der Westküste soll zudem künftig ein Schnellbus zwischen Itzehoe und Brunsbüttel verkehren.

Als ein Beispiel für eine Angebotsverbes­­serung auf bestehenden Strecken nannte der Minister den heutigen stündlichen Regionalexpress zwischen Kiel und Lübeck, der künftig durch eine noch schnellere Regionalbahn ergänzt werden soll, sodass es zwischen beiden Städten in etwa einen Halbstundentakt geben werde. Im besonders stark nachgefragten Abschnitt zwischen Kiel und Preetz werde zudem eine zusätzliche stündliche Regionalbahn eingeführt, die einige neue Haltepunkte bedienen könne.

Außerdem plant Meyer Qualitätsverbesserungen in folgenden Bereichen:

  • Größere Pünktlichkeit der Züge
  • Verbesserte Fahrgastinformationen
  • Mehr Komfort – etwa durch WLAN oder elektronische Buchungs- und Zahlungssysteme. Erste WLAN-Pilotprojekte könnten noch in diesem Jahr starten.
  • Energiewende stärker als bislang auch im Nahverkehr umzusetzen, beispielsweise durch umweltfreundlichere Antriebsformen als Dieselmotoren.
  • Barrierefreiheit: Dabei stehen unter anderem die Modernisierung der Bahnhöfe von Pinneberg, Tönning oder Gettorf auf dem Programm. „Unter Barrierefreiheit verstehe ich aber auch den reibungslosen Zugang zu Informationen und die bargeldlose Abwicklung von Buchungen“, sagte Meyer. Deshalb sei es das Ziel von Land und dem landesweiten Verkehrsverbund „NAH.SH“, auch neue Vertriebswege zu schaffen. „Wir werden Systeme für mobile Tickets ebenso auf den Weg bringen wie kundenfreundliche Gesamt-Angebote“, so der Minister.

Es soll einen „norddeutschen Tarif“ geben

Mit Blick auf die künftige Tarifgestaltung im Norden sagte Meyer: „Zwar gilt der SH-Tarif schon seit 2005 im ganzen Land und bis nach Hamburg, Fahrgäste nehmen aber immer noch Tarifgrenzen wahr. Gemeinsam mit den Regierungen in Niedersachen und Hamburg wollen und werden wir deshalb einen gemeinsamen norddeutschen Tarif gestalten.“ Außerdem sind nach den Worten des Ministers weitere zielgruppengerechte Angebote nötig. Dazu gehöre unter anderem eine sogenannte „9-Uhr-Zeitkarte“ und ein landesweites Semesterticket.

Die im kommenden Jahr auslaufende Finanzierungsverordnung mit den Kommunen zur Organisation der Busverkehre wird – so Meyer – ab 2018 ebenfalls finanziell besser ausgestattet.

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erstellt am 15.Jul.2016 | 11:52 Uhr

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