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Verkehr

25. März 2017 | 12:38 Uhr

Insolvente Reederei Elb-Link : Elbfähre zwischen Cuxhaven-Brunsbüttel könnte im April wieder fahren

vom

Das Land Niedersachen würde eine Bürgschaft übernehmen. Der Insolvenzverwalter ist optimistisch.

Cuxhaven/Brunsbüttel | Möglicherweise heißt es auf der kürzlich eingestellten Fährlinie Cuxhaven-Brunsbüttel bald wieder „Leinen los!“. Aus Sicht des vorläufigen Insolvenzverwalters Jan Antholz wurden in der zurückliegenden Woche die Grundlagen gelegt, die eine Wiederaufnahme des Betriebs im April möglich machen sollen. Das Land Niedersachsen bekräftigte zudem seine grundsätzliche Bereitschaft für eine Landesbürgschaft.

Mit der Elbquerung könne nicht nur der staugefährdete Verkehrsraum Hamburg umschifft, sondern auch Güterverkehre aus Dänemark nach Nordwestdeutschland besser organisiert werden.

Die Betreibergesellschaft, die Elb-Link Reederei, war finanziell in Schieflage geraten und hatte Insolvenz beantragt. Zum 1. März wurde der Fährbetrieb eingestellt. Die über 50 Mitarbeiter waren verunsichert, denn der Lohn wurde unpünktlich und zuletzt gar nicht mehr gezahlt. Das scheint geregelt: Die Löhne sollen durch eine Insolvenzgeldvorfinanzierung kurzfristig gezahlt werden. Es fehle lediglich noch die Unterschrift des Geschäftsführers, so Antholz.

Der Fährbetrieb bleibt zunächst eingestellt, vor allem weil die Reederei nicht Eigentümer der Schiffe ist, die aus „technischen und rechtlichen Gründen“ nicht fahrbereit sind. Eine Lösung dieser Probleme werde laut Schiffseigner bis Ende dieses Monats erwartet, erklärte Antholz. Die Fähren sollten Anfang April auf der Strecke wieder zum Einsatz kommen.

Wie es weiter geht mit der erst im August 2015 wiedereröffneten Fährlinie, hängt entscheidend davon ab, ob die Investorensuche erfolgreich verläuft. „Es zeichnet sich (..) bereits heute ab, dass frisches Kapital zugeführt werden muss“, so Antholz in einer Mitteilung. Die Höhe des Finanzbedarfes ließ er offen. Die wirtschaftliche Situation der Elb-Link Reederei GmbH werde noch analysiert.

Derzeit gibt es laut Insolvenzverwalter Kontakte zu potenziellen Investoren. Details nannte Antholz aber nicht, da Vertraulichkeit vereinbart worden sei. „Das Interesse verschiedener sachkundiger Investoren ist aber als gutes Zeichen zu werten.“

Das Land Niedersachsen betonte die Bedeutung der Linie. Die Fährverbindung sei vor allem für Gütertransporte und die touristische Entwicklung Niedersachsens und Schleswig-Holsteins wichtig, sagte Verkehrsstaatssekretärin Daniela Behrens (SPD) der dpa. „Wenn die Grundlagen stimmen, könnten wir eine Landesbürgerschaft übernehmen.“

Sie trat Behauptungen entgegen, bei der Fährlinie handele es sich um ein „Euro-Grab“. Es habe nie eine öffentliche Förderung für den Betrieb der Fähre gegeben. „Wir sind überzeugt, dass sich eine Verbindung betriebswirtschaftlich darstellen lässt. Das hat ein Verkehrsgutachten aus 2014 eindeutig belegt“, sagte Behrens.

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erstellt am 15.Mär.2017 | 14:24 Uhr

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