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Verkehr

26. September 2016 | 19:18 Uhr

Baustellen auf der Autobahn : Ausbau der A7: Maßnahmen gegen Dauerstau

vom

Die größte Dauerbaustelle in Norddeutschland entsteht: Der zwölf Jahre dauernde Ausbau der A7 zwischen Hamburg und Kiel kostet mehr als eine Milliarde Euro. Das Horrorszenario von Dauerstaus wollen Politik und Verwaltung mit gutem Management verhindern.

Quickborn | Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) hat den Ausbau der Autobahn A 7 vom Hamburger Elbtunnel bis zum Bordesholmer Kreuz bei Kiel als dringend notwendig verteidigt. Nicht nur für Norddeutschland, sondern auch für den Transit nach Skandinavien und Mitteleuropa sei die Maßnahme wichtig, denn der Verkehr nehme weiter zu, sagte Meyer am Mittwoch in der Autobahnmeisterei Quickborn (Kreis Segeberg). Wegen des Ausbaus der A7 dürfe der Standort Schleswig-Holstein nicht kaputtgeredet werden.

Im Gegenteil, mit der Maßnahme werde die Infrastruktur zukunftsfest gemacht. Mitte Juni sei mit dem Zuschlag für ein Baukonsortium zu rechnen, das die 65 Kilometer lange Strecke vom Bordesholmer Kreuz bis zum Autobahnkreuz Hamburg-Nordwest als ÖPP-Projekt sechs- und teilweise achtspurig ausbauen soll. Meyer und der Verkehrskoordinator für die A7, der frühere Hamburger Stadtrat Gerhard Fuchs, versicherten, mit einem umfassenden Baustellen- und Verkehrsmanagement Behinderungen möglichst gering zu halten. Bereits vor einigen Tagen haben die Vorbereitungsarbeiten auf Hamburger Gebiet für den Neubau der Langenfelder Autobahnbrücke begonnen.

Auf den 14 Kilometern der A7 in Hamburg nördlich vom Elbtunnel sollen als „Hamburger Deckel“ drei Tunnelbauten auf der A7 entstehen und für Lärmschutz und ein besseres Zusammenwachsen der angrenzenden Stadtteile sorgen. Der Ausbau der A7 auf Hamburger Gebiet kostet rund 800 Millionen Euro und wird laut Fuchs zehn bis zwölf Jahre dauern. Der Ausbau der 59 Kilometer A7 in Schleswig-Holstein soll im Herbst beim Bordesholmer Dreieck beginnen. Die Kosten für die gut vier Jahre dauernden Arbeiten sind mit 339 Millionen Euro veranschlagt. Am wichtigsten sei ein gutes Informationsmanagement, betonte Meyer.

So wollen Hamburg und Schleswig-Holstein ein begleitendes Verkehrsleit- und Informationssystem betreiben. Digitale Anzeigetafeln sollen alle zweieinhalb Kilometer für die Autofahrer baustellenbedingte Fahrtzeiten in Echtzeiten hochrechnen und anzeigen. Im Internet, über Radio und Fernsehen werde ebenfalls aktuell und ausführlich informiert werden. Dies solle auch anreisenden Urlaubern helfen, ihren Urlaubsort in Schleswig-Holstein möglichst gut zu erreichen, sagte Meyer. Fuchs und Meyer rieten Pendlern, einen Umstieg auf S-Bahn oder die Bahn zu erwägen. Sollte es gelingen, dass 15 Prozent der Autofahrer von der A7 auf die Bahn umsteigen, würde trotz Bauarbeiten der Verkehr in etwa so fließen wie bisher - zwar unbefriedigend, aber immerhin, sagte Fuchs und verwies auf eine entsprechende Studie der Universität Bochum.

Seit dem 22. April fahren die Regionalexpresszüge der DB Regio auf der Strecke Kiel-Hamburg mit sieben statt bisher sechs Doppelstockwagen. Von Dezember an werde das Angebot auf den Strecken Flensburg-Hamburg und Kiel-Hamburg nochmals ausgeweitet. Um Staus gering zu halten, bleibt die Zahl der Autobahnspuren auch in der Zeit der Bauarbeiten gleich. Allerdings sind die Fahrspuren verengt. Angesichts der Bedeutung der A7 für den Hamburger Hafen regte Fuchs an, über eine Aufhebung oder eine Reduzierung des Sonntagsfahrverbotes für Lastwagen im Hamburger Bereich nachzudenken. Die A7 ist mit fast 1000 Kilometern die längste Autobahn in Deutschland.

Die Langenfelder Brücke, auf der die A7 Bahnanlagen und eine vielbefahrenen Straße in Hamburg quert, wird in Etappen abgerissen, so dass während der Bauarbeiten der Verkehr auf verengten Fahrstreifen über sie geführt werden kann. Die Vorbereitungen bis zum Abbruch-Start dauern nach Angaben der Projektleitung bis 24. Juni. Vom 22. Mai an wird der Verkehr in beiden Richtungen nach außen an den Fahrbahnrand verschwenkt, um Arbeiten am Mittelstreifen zu erledigen. In mehreren Nächten werden dann die Autobahnabschnitte zwischen den Anschlussstellen Stellingen und Volkspark (24./25. Mai und 25./26. Mai) beziehungsweise zwischen Volkspark und Bahrenfeld (26./27. Mai) gesperrt. Von Ende Juni an wird der Verkehr dann mit allen sechs Spuren - drei je Richtung - auf die westliche Brückenhälfte verlegt.

Zusätzlich werden von Samstag (10. Mai) an die dritte und vierte Röhre sowie die Auffahrt Othmarschen auf die A7 Richtung Süden gesperrt, wie die Verkehrsbehörde am Mittwochnachmittag mitteilte. Für den Verkehr bleiben zwei Fahrspuren je Richtung frei. Die Sperrungen sind bis zum 4. Juni geplant. Vor dem Pfingstwochenende sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Über die Feiertage werden dann wieder alle vier Röhren geöffnet. Der Abschluss der dritten und letzten Bauphase ist rechtzeitig zu Beginn der Sommerferien geplant. Seit März werden im Elbtunnel die Straßen ausgebessert. Die Fahrbahn der vierten Röhre muss zudem komplett erneuert werden. Die Umbaukosten von etwa 3,8 Millionen Euro trägt der Bund.

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erstellt am 07.Mai.2014 | 17:19 Uhr

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