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Schleswig-Holstein

03. Dezember 2016 | 07:48 Uhr

Mit Video aus Jagel : Ursula von der Leyen zur Türkei: Offen die Probleme auf den Tisch legen

vom
Aus der Onlineredaktion

Beim Besuch des Luftwaffe in Jagel mahnt Verteidigungsministerin einen offenen Dialog der Nato mit der Türkei an. Auf Berichte, dass Ankara seit Jahren mit Islamisten zusammenarbeiten soll, ging sie nicht direkt ein.

Jagel | Probleme mit der Türkei sollten nach Ansicht von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) offen angesprochen werden. „Die Türkei ist Nato-Partner, und es ist für uns wichtig, dass wir mit Offenheit und Transparenz miteinander umgehen“, sagte die Ministerin am Mittwoch bei einem Besuch der Luftwaffe in Jagel (Kreis Schleswig-Flensburg). Dies sei ein Grundprinzip in der Nato, „weil man miteinander auch in aller Klarheit die Dinge auf den Tisch legen muss, wo wir gemeinsame Interessen haben oder wo es Diskussionspunkte gibt.“

Auf die am Vortag bekannt gewordene vertrauliche und nicht für die Öffentlichkeit bestimmte Teil-Antwort der Bundesregierung auf eine Linken-Anfrage zur Lage in der Türkei ging sie nicht direkt ein, sondern verwies auf die Bundespressekonferenz vom Mittwoch mit Vertretern der verschiedenen Ministerien.

Foto: M. Dewanger
 

Aus dieser „Verschlusssache“ geht hervor, dass die Bundesregierung die Türkei unter Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan als „zentrale Aktionsplattform“ für islamistische und terroristische Organisationen im Nahen Osten sieht. Demnach arbeitet Ankara seit Jahren mit Islamisten zusammen.

Die deutsche Luftwaffe hat mit bisher mehr als 500 Aufklärungsflügen vom türkischen Nato-Stützpunkt Incirlik die internationale Koalition gegen die Terrororganisation Islamischer Staat in Syrien unterstützt. Dabei sind Soldaten und Tornados aus Jagel im Einsatz.

von der Leyen ließ sich die Fähigkeiten des ECR Tornados und der Drohne Heron 1 demonstriert werden. Das dort stationierte Taktische Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“ ist der einzige fliegende Verband der Luftwaffe mit ganz speziellen Aufklärungsmöglichkeiten.

Foto: M. Dewanger
 

Soldaten und Tornados auch aus Jagel sind zurzeit auf dem Nato-Stützpunkt Incirlik in der Türkei stationiert. Sie fliegen im Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) Aufklärungsflüge über Syrien und unterstützen so die Anti-IS-Koalition mit den USA an der Spitze. Die Tornados können bei Tag und Nacht scharfe Bilder liefern.

Die unbewaffnete Drohne Heron1 - ein israelisches Produkt - wird von der Bundeswehr seit 2010 in Afghanistan zur Aufklärung eingesetzt. Von diesem November an soll die Drohne mit 17 Metern Spannbreite auch beim UN-Einsatz im afrikanischen Mali helfen. Mit Hilfe der Drohne sollen unter anderem Sprengfallen aufgespürt und Soldaten in Gefechtssituationen unterstützt werden. Das System dient auch zur Unterstützung humanitärer Einsätze.

Der Einsatz von Heron in Mali ist zunächst bis Februar 2018 geplant. Von der Leyen wird in Jagel einen Heron-Simulator besichtigen.

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erstellt am 17.Aug.2016 | 18:00 Uhr

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