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Schleswig-Holstein

05. Dezember 2016 | 09:38 Uhr

Innenministerium : Unterbringung von Flüchtlingen: Polizei in SH schaltet einen Gang zurück

vom
Aus der Onlineredaktion

Weniger Flüchtlinge kommen derzeit nach Schleswig-Holstein. In den zwölf Landesunterkünften ist deshalb viel Platz. Künftig kümmern sich keine Polizisten mehr um die Unterbringung.

Kiel | Nach Monaten extremer Beanspruchung durch den Flüchtlingszuzug fährt die Polizei in Schleswig-Holstein nun einen Gang runter. Aufgrund der rückläufigen Flüchtlingszahlen hat Innenminister Stefan Studt (SPD) eine extra geschaffene Einheit der Polizei wieder aufgelöst, die für die Unterbringung der Menschen zuständig war. „Wir haben das hier gut hinbekommen“, sagte Studt am Donnerstag. „Wir schalten wieder auf Normalmodus um“, sagte der Leiter des Landesamtes für Ausländerangelegenheiten, Ulf Döhring.

In der vor acht Monaten gestarteten „besonderen Aufbauorganisation“ (BAO) kümmerten sich in Spitzenzeiten bis zu 450 Mitarbeiter um die Unterbringung von Flüchtlingen im Norden.

Im vergangenen Jahr kamen rund 55.000 Hilfesuchende ins Land, von ihnen blieben rund 35.000. Weitere 68.000 Menschen durchquerten Schleswig-Holstein auf ihrem Weg nach Skandinavien.

Seit Ende August baute die BAO im Land 22 Unterkünfte auf, teilweise auf ehemaligem Bundeswehr-Gelände. 1770 Wohncontainer stellten Mitarbeiter dort auf und mehrere hundert Sanitär-, Isolier- und Bürocontainer. Das wesentliche Ziel, alle Flüchtlinge menschenwürdig unterzubringen, sei erreicht worden, sagte Studt.

Einige der Unterkünfte wurden bereits wieder aufgelöst. Derzeit gibt es noch zwölf Einrichtungen mit insgesamt 12.135 Plätzen. Davon sind aktuell allerdings nur 2800 belegt, wie Döhring sagte.

Zum Vergleich: Zu Spitzenzeiten drängten sich im vergangenen Jahr in der zentralen Erstaufnahmestelle in Neumünster 5600 Menschen, obwohl dort eigentlich nur Platz für 2000 war. Seit Jahresbeginn hat das Land gut 5200 Asylsuchende aufgenommen.

Seit Ende August gab es nach Angaben des Innenministeriums insgesamt knapp zwei Millionen Übernachtungen in den Unterkünften. An zehn der zwölf Unterkünfte gibt es mittlerweile eine Schule. Die Polizei ist dort aber noch immer eingebunden. Rund 80 Beamte sind im Einsatz. „Denn der Polizei kommt bei der Bewältigung der Herausforderungen im Flüchtlingsbereich weiterhin eine tragende Rolle zu“, sagte Innenminister Studt.„Die Landespolizei wird natürlich nicht arbeitslos“, sagte der stellvertretende Landespolizeidirektor Joachim Gutt. Tag für Tag gebe es im Land 15 Fälle von Kriminalität von Flüchtlingen oder gegen sie. Der Leitende Polizeidirektor Heiko Hüttmann sagte, in den acht Monaten Arbeit bei der Organisation der Unterbringung seien viele Kollegen an die Grenzen ihrer Belastung gegangen. „Keiner hat auf die Uhr geschaut.“ Viele hätten jedoch auch die Dankbarkeit der Flüchtlinge zu spüren bekommen.

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erstellt am 21.Apr.2016 | 18:16 Uhr

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