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Schleswig-Holstein

07. Dezember 2016 | 09:46 Uhr

CDU-Spitzenkandidat : Trotz mieser Umfragewerte: Rückendeckung für Ingbert Liebing

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der designierte CDU-Spitzenkandidat zeigt sich kämpferisch: „Eine Personaldebatte ist völlig absurd.“

Allen Umfragewerten zum Trotz: Die Nord-CDU steht einträchtig hinter ihrem designierten Spitzenkandidaten Ingbert Liebing. „Eine Personaldebatte ist für mich völlig absurd. Ich halte Ingbert Liebing für den geeigneten Mann. Bei uns im Kreisverband stelle ich große Unterstützung für ihn fest“, sagte Johannes Callsen, Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Schleswig-Flensburg, am Montag. Er liegt damit auf einer Welle mit den anderen schleswig-holsteinischen Unions-Kreisvorsitzenden, die allesamt volles Vertrauen in ihren Landesvorsitzenden haben.

Rund ein Jahr vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein liegen die regierende SPD von Ministerpräsident Torsten Albig und die oppositionelle CDU in der Wählergunst gleichauf, so eine aktuelle Forsa-Umfrage. Nur neun Prozent der Befragten sehen Liebing vor Albig.

Gerüchte, in der Partei würde darüber diskutiert, ob nicht der Fraktionsvorsitzende Daniel Günther der bessere Spitzenkandidat wäre, wurden von den Kreis-Chefs unisono ins Reich der Fabel verwiesen. „Umfrageergebnisse sind doch nur Momentaufnahmen. Ich kann daraus überhaupt keinen Handlungsbedarf ablesen“, sagte Wolf-Rüdiger Fehrs, Kreisvorsitzender in Neumünster. Sein Verband habe Liebing auf dem Parteitag 2015 seine 100-prozentige Unterstützung zugesichert – „und dazu stehe ich definitiv auch heute noch.“

Auch aus der Bundespartei kam Rückendeckung für den Albig-Herausforderer. „Ingbert Liebing hat unsere volle Unterstützung“, sagte Generalsekretär Peter Tauber in Berlin. Da er wisse, „mit wie viel Herzblut“ Liebing die Spitzenkandidatur für die Landtagswahl betreibe, sei er „sehr zufrieden“, dass Liebing sich bereit erklärt habe, diese Aufgabe zu übernehmen, sagte Tauber.

Das sagt die Forsa-Umfrage vom 16. April zu Landtagswahlen in SH:

 

Liebing selbst gab sich im Interview mit dem sh:z kämpferisch. Die 28 Prozent für die CDU seien kein guter Wert, „aber wir wollen besser werden und werden dafür hart arbeiten.“ Dass er selbst laut Umfrage nicht mal von zehn Prozent der Befragten als geeigneter Ministerpräsident angesehen wird, nimmt der 52-Jährige gelassen. „Ich werde die CDU in den Wahlkampf führen“, lässt Liebing keine Zweifel zu. Seine Partei ruft er einmal mehr zur Geschlossenheit auf und warnt vor unnötigen Personaldiskussionen.

Der CDU-Spitzenkandidat ist alternativlos - ein Kommentar von Peter Höver

Klar gibt es eine Personaldebatte um den Spitzenkandidaten der CDU für die Landtagswahl im Mai 2017. Sonderlich glücklich hat Parteichef Ingbert Liebing, der als Herausforderer von Torsten Albig ins Rennen gehen will, bisher auch wirklich nicht operiert. Der Mann wirkt blass, zuweilen unbeholfen und ist landesweit bisher ein großer, besser kleiner Unbekannter. Marginale neun Prozent wollen Liebing nach einer aktuellen Umfrage derzeit als Ministerpräsidenten sehen.

Genauso klar aber ist: Liebing wird beim Landesparteitag im Juni als Spitzenkandidat der Nord-Union gewählt werden. Niemand in der Partei wird Liebing diese Rolle noch streitig machen (wollen). Nicht einmal der mit seinem Amt als Fraktionsvorsitzender im Landtag gewachsene Daniel Günther wird dies tun. Der Zug für mögliche Konkurrenten ist lange abgefahren. Wer das ausgeprägte, zuweilen bis in an die Grenze politischer Langeweile reichende Harmoniebedürfnis der Nord-CDU erlebt hat, der weiß: Allein dies reicht aus, einen vom Landesvorstand vornominierten Spitzenkandidaten eben nicht noch kurz vor der Krönung zu opfern. Und was bitte soll ein Mitgliederentscheid – sollten solche Überlegungen wirklich ernst gemeint sein – da es nur einen einzigen Kandidaten gibt? Im Ergebnis würde ein innerparteilicher Wahlkampf die Union schlicht zerlegen.

Politisch ist die Messe zur Landtagswahl im Übrigen noch lange nicht gelesen. Die SPD schwächelt dramatisch. Albig gibt zwar den Präsidenten, als Regierungschef ist er Neutrum. Die Grünen sind nach der Umfrage nur deshalb auf Höhenflug, weil im Bund eine Große Koalition regiert. Dasselbe gilt für die FDP. Die große Unbekannte bleibt die AfD. Am Ende könnte für Liebing und die CDU ein dürrer Prozentpunkt Vorsprung vor der SPD reichen, um an der Spitze einer Großen Koalition in die Staatskanzlei einzuziehen. Dazu aber muss er noch deutlich zulegen, der furchtbar blasse Herr Liebing.


Das sagen die CDU-Politiker in SH

Tobias Koch, Kreisvorsitzender Stormarn: „Ich denke, dass Ingbert Liebing ein guter Spitzenkandidat ist. Er ist schon jetzt sehr fleißig und nimmt sehr viele Termine wahr. Er kennt die Bundespolitik und wäre daher als Ministerpräsident auch sehr gut in der Lage, die Meinung und Belange Schleswig-Holsteins in Berlin zu vertreten.“

Volker Nielsen, Vorsitzender Kreis Dithmarschen: „Ich brauche mich nicht neu festzulegen. Ingbert Liebing ist unser Mann für die Spitze. Er ist mit den schleswig-holsteinischen Themen vertraut.“

Arne Rüstemeier, Kreisvorsitzender Flensburg: „Ingbert Liebing und Daniel Günther leisten beide eine gute Arbeit. Der Landesvorstand hat Liebing erst vor wenigen Monaten einstimmig zum Spitzenkandidaten vornominiert. Ein Konkurrent ist innerparteilich und auch über Landesgrenzen hinweg nicht in Sicht, deshalb schließt sich die Debatte darüber auch aus.“

Johann Wadephul, Vorsitzender Kreis Rendsburg-Eckernförde: „Ingbert Liebing ist der richtige Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2017. Er hat in schwierigen Zeiten die Führung übernommen. Er arbeitet sich gut ein. Liebing wird die nötige Durchschlagskraft erreichen.“

Astrid Damerow, Vorsitzende Kreis Nordfriesland: „Es gibt überhaupt keinen Zweifel daran, dass Ingbert Liebing der Richtige ist. Er ist eindeutig nominiert worden von der Partei und macht eine gute Arbeit.“

Heiner Rickers, CDU-Kreisvorsitzender aus Steinburg: „Natürlich muss Ingbert Liebing unser Spitzenkandidat bleiben. Er muss nur noch besser mit dem Fraktionsvorsitzenden zusammenarbeiten, und wir müssen ihn gemeinsam dort hinbringen, wo wir ihn hinhaben wollen. Er sollte ein Jahr vor der Wahl seine Arbeit in Berlin eher in der Hintergrund stellen und dafür in Schleswig-Holstein präsenter sein.“

Werner Kalinka, Kreisvorsitzender in Plön: „Ich halte nichts von einer Personaldiskussion. Dass die CDU für Wirtschaft und Soziales steht, muss im Landtagswahlkampf deutlich gemacht werden.“

Ingo Gädechens, Kreisvorsitzender Ostholstein: „Die Diskussion wird von außen in die CDU hineingetragen. Von innen kommt sie nicht, denn Ingbert Liebing ist ein hervorragender Spitzenkandidat.“

Thomas Stritzl , Kreisvorsitzender Kiel: „Ingbert Liebing ist auf Vorschlag des Vorsitzenden der Landtagsfraktion einstimmig für die Spitzenkandidatur vorgeschlagen worden. Ich gehe von einem eindrucksvollen Nominierungsergebnis für ihn auf dem CDU-Landesparteitag aus.“

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erstellt am 18.Apr.2016 | 19:36 Uhr

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