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Schleswig-Holstein

03. Dezember 2016 | 20:46 Uhr

Aumühle : Tote Polizeischülerin im Sachsenwald: Todeszeitpunkt wohl nicht bestimmbar

vom

Wann starb die Frau im Sachsenwald? Und wie? Das sind Fragen, die die Polizei nicht mit Bestimmtheit beantworten kann.

Aumühle | Möglicherweise wird sich niemals feststellen lassen, wann die Polizeischülerin im Sachsenwald bei Aumühle (Kreis Stormann) starb. „Eine genaue Bestimmung des Todeszeitpunktes gibt es nicht“, sagt Ulla Hingst, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Lübeck, auf Nachfrage von shz.de. Die bisherigen Erkenntnisse, die man über den Todeszeitpunkt gewonnen habe, ließen auf den 23. November schließen.

Demnach wurde die 22-Jährige am besagten Tag zum letzten Mal gesehen. Das Bild aus einer Überwachungskamera am S-Bahnhof Hamburg-Bergedorf zeigt die Polizeischülerin am Mittwochmorgen um 8.56 Uhr. Sie soll sich kurz im Bahnhofsbereich aufgehalten und wenig später wieder in eine S-Bahn nach Aumühle eingestiegen sein. Dort soll sie um 9.15 Uhr angekommen sein. Auch das Handy der jungen Frau habe sich zum letzten Mal am Mittwoch ins Mobilfunknetz eingeloggt, sagt Ulla Hingst.

Warum kann der Todeszeitpunkt nicht genau bestimmt werden?

„Wenn jemand lange tot war, kann man den Todeszeitpunkt nicht mehr genau herausfinden“, erklärt Hingst. Die Rechtsmedizin kennt für die Todeszeitbestimmung mehrere Methoden. Als eine der genauesten gilt die Bestimmung der Körperkerntemperatur. Dabei wird die Abkühlzeit unter Berücksichtigung der Außentemperatur, des Körpergewichtes und der Umstände der Auffindung (bekleidet oder nicht) berechnet. Ist es draußen sehr kalt und liegt die Leiche mehrere Tage im Freien, gibt es allerdings keine zur Berechnung nötige Temperaturdifferenz mehr. In diesem Fall wäre es möglich, dass die Polizeischülerin mehrere Tage im Freien gelegen hat.

Eine weitere Methode ist, den Todeszeitpunkt durch die Leichenstarre zu ermitteln. Nach zwei bis drei Tagen löst sich die Leichenstarre allerdings auch wieder. In diesem Fall konnte diese Methode also wohl auch nicht mehr zur zeitlichen Eingrenzung dienen.

Damit könnte der genaue Todeszeitpunkt der Polizeischülerin ein ungelöstes Rätsel bleiben.

Wie starb die Polizeischülerin?

Todesursache soll ein Kopfschuss aus der Dienstwaffe der jungen Frau gewesen sein. Die Ermittler gehen derzeit von einem Suizid aus. Doch letzte Gewissheit soll erst eine Schmauchspurenuntersuchung bringen. „Bislang gibt es nichts, das gegen Suizid spricht. Wir haben keine Hinweise auf Fremdverschulden“, sagt Hingst. Die Untersuchungen hierzu dauerten an, Hingst hofft, dass man in der kommenden Woche mehr sagen könne.

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erstellt am 01.Dez.2016 | 15:18 Uhr

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