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Schleswig-Holstein

09. Dezember 2016 | 16:34 Uhr

Kiel : Tödlicher Streit in Lütjenburg: Albaner zu fünf Jahren Haft verurteilt

vom

Der Verurteilte war bei der Tat im Februar betrunken. Er tötete sein Opfer mit 13 Messerstichen. Beide Männer kamen erst im Herbst nach Deutschland.

Kiel | Nach einem tödlichen Streit mit einem Asylbewerber muss ein 29 Jahre alter Albaner für fünf Jahre ins Gefängnis. Das Kieler Landgericht sah es am Donnerstag als erwiesen an, dass der Angeklagte im Februar seinen Landsmann in seiner Wohnung in Lütjenburg (Kreis Plön) mit 13 Messerstichen tötete.

Er sei durch eine Faustattacke des Opfers „bis zum Zorn gereizt und zur Tat hingerissen“ worden, sagte der Vorsitzende Richter. Auch weil beide Männer betrunken waren, erkannte das Gericht auf Totschlag in einem minder schweren Fall. Der Angeklagte hatte zur Tatzeit 1,6 Promille Alkohol im Blut. Das 34 Jahre alte Opfer war noch am Tatort verblutet.

Beide Männer waren im Herbst 2015 nach Deutschland gekommen und mit anderen Asylbewerbern dezentral in einem Mehrfamilienhaus in Lütjenburg untergebracht. Sie lernten sich erst dort kennen. Nach dem nächtlichen Streit hatte eine Nachbarin die Polizei gerufen.

Dass sich der Angeklagte auf Notwehr berief, ließ das Schwurgericht nicht gelten. Dagegen spreche, dass er dem Opfer in den Flur gefolgt sei und ihm auch in den Rücken gestochen habe. Dann schleppte er den 34-Jährigen noch ins Badezimmer. Ein dritter Landsmann hatte zuvor vergeblich versucht, den Angeklagten an der Messerattacke zu hindern. Mit dem Urteil entsprach das Gericht dem Antrag des Staatsanwalts. Die Nebenklage hatte sieben Jahre Haft verlangt, der Verteidiger Freispruch und Haftentschädigung.

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erstellt am 25.Aug.2016 | 13:56 Uhr

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