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Schleswig-Holstein

04. Dezember 2016 | 23:24 Uhr

Ulrich Tukur in „Es lebe der Tod“ : „Tatort“: Glückliches Ende in der Wanne

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

LKA-Kommissar Felix Murot ist zum sechsten Mal im Einsatz. Er bekommt es mit einem Serienmörder zu tun, der sich als Erlöser sieht.

Ulrich Tukur, diesen Narziss des deutschen Fernsehfilms. Etwa nicht? Richtig doll lieben wir seinen LKA-Kommissar Felix Murot. Schon, weil sich Murots Fälle immer nur um Murot drehen und dabei gern jede „Tatort“-Konvention pulverisieren. Denken wir nur an die Baller-Orgie „In Schmerzen geboren“ (mit Ulrich Matthes und einem Mord-Rekord von 47 Toten). Oder zuletzt an das Vexierspiel „Wer bin ich?“, in dem Murot seinen eigenen Darsteller (Tukur) jagte. Was für ein Blödsinn! Was für Geniestreiche!

Wer ermittelt wann in der ARD? Zu unserer Tatort-Vorschau geht es hier.

Dass das heute, in seinem sechsten Fall, genau so läuft, ist also schon mal sicher. Aber wird es Tukur mit seinen Mätzchen erneut übertreiben?

Sagen wir mal so: Sublimer kann man einen Egomanen kaum in Szene setzen. Denn als ein Serienkiller in Wiesbaden umgeht, zeigt sich zwar, dass auch er Murot auf dem Kieker hat (wen sonst?). Aber diesmal bedarf es keiner stilistischen Kinkerlitzchen, um Tukur glänzen zu lassen. Diesmal reicht eine verdammt gut erzählte Geschichte (Buch: Erol Yesilkaya, Regie: Sebastian Marka). Und ein verdammt guter Gegenspieler.

Der entpuppt sich in Gestalt des Serienmörders Arthur Steinmetz (Jens Harzer). Weil dieser sich eben nicht als Bestie, sondern als Erlöser versteht. Seine Mission: Die Befreiung unglücklicher Zeitgenossen von ihren körperlichen oder seelischen Qualen. Meist lässt er sie deshalb friedlich in der Badewanne mit selbst aufgeschlitzten Pulsadern enden. Ein inszenierter Suizid. Falsch und schön, wie eine Oper.

Auch Murot ist ja bekanntlich ein unglücklicher, weil zutiefst einsamer Zeitgenosse. So landet auch er irgendwann in einer Badewanne. Und weder seine getreue Assistentin Magda Wächter (Barbara Philipp), noch sein LKA-Team können ihm helfen.

Aber das tut ja, ebenso bekanntlich, nichts zur Sache. Denn wo bei Tukur „Narziss“ draufsteht, steckt bei Murot das Genie drin. Und Kripo-Genies retten nun mal nicht nur andere, sondern immer auch – sich selbst. Quod erat demonstrandum!

„Tatort: Es lebe der Tod“, 20.15 Uhr, ARD.

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erstellt am 20.Nov.2016 | 11:08 Uhr

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