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Schleswig-Holstein

11. Dezember 2016 | 12:52 Uhr

Uni ohne Geld : Studenten demonstrieren in Hamburg und Kiel

vom
Aus der Onlineredaktion

Überfüllte Vorlesungen, bröckelnde Fassaden - Studenten rufen zur Demonstration für eine bessere Hochschulfinanzierung auf.

Hamburg/Kiel | Die Studenten klagen: Die Universitäten im Land sind vollkommen unterfinanziert. Vorlesungen seien überfüllt und überall gingen die Sparmaßnahmen auf die Kosten der Studierenden. In Hamburg gehen die Studenten und Professoren am Dienstag auf die Straße, um für ein besseres Lernen zu demonstrieren. Ab 14 Uhr ist ein Sternmarsch vom Bahnhof Dammtor und vom Berliner Tor aus geplant. In Schleswig-Holstein wollen Kieler Studenten am Donnerstag protestieren.

Nach Angaben der Polizei werden in Hamburg rund 4000 Teilnehmer erwartet. Besonders empört Studenten und Dozenten, dass von den 30 Millionen Euro Bafög-Kosten, welche künftig der Bund übernimmt, kein Cent an die Hochschulen gehen soll. Unterstützt werden die Demonstranten unter anderem von der Bürgerschafts-Opposition. Das Parlament befasst sich kommende Woche bei den Beratungen zum Doppelhaushalt 2015/2016 auch mit dem Wissenschaftsetat. Nach Angaben von Universitätspräsident Prof. Dieter Lenzen wären allein an seiner Hochschule Investitionen von 640 Millionen Euro nötig.

Auch Schleswig-Holstein ist betroffen: An der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel gehen die Sparmaßnahmen auf Kosten der Lehre. Unter dem Hashtag #UniohneGeld und #FhohneGeld läuft der Kampf der Studierenden für ihre Uni. Für den 11. Dezember um 10 Uhr hat das Studierendenparlament eine Vollversammlung einberufen. Alle Lehrveranstaltungen werden ausfallen. Genutzt werden soll die freie Zeit für einen Protestmarsch zum Landtag, um auf die Problematik an der Universität hinzuweisen. Gestartet wird dieser um 10 Uhr am Audimax.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Studenten der Universität in Kiel um Hilfe rufen:

Die für eigentlich 14.000 Studierenden ausgelegte Universität in Kiel wird zurzeit von etwa 25.000 Studierenden besucht. Wie es im kommenden Wintersemester (2015/2016) aussieht, wenn wieder ein doppelter Abiturjahrgang die Gymnasien verlässt, ist noch offen.

Auf der Website „www.uniohnegeld.de“ schreiben Studierende über ihre Erlebnisse an der Christian Albrecht Universität. Es geht unter anderem über ausfallende Vorlesungen aus sicherheitstechnischen Gründen (Überfüllung des Hörsaales) und um ausgeschaltete Heizungen.

Eine Auswahl:
„Wir saßen letztes Jahr (WS 13/14) bei – 6 °C Außentemperatur in einem Seminarraum mit gefühlten + 5 °C Innentemperatur und mussten sechs Stunden ausharren. Am Ende hatte es selbst dem Dozenten gereicht und er hat uns nach Hause geschickt.“ A. aus Geschichte

„In dem Raum (~1000 Plätze) waren alle Plätze belegt und in den Gängen und Türen standen immer noch Leute, die in die Vorlesung wollten. Deswegen entschied sich der Dozent, die Vorlesung aus sicherheitstechnischen Gründen abzubrechen.“ BWL

„Die Vorlesung habe ich seit der zweiten Sitzung nicht mehr besuchen können, da ich draußen auf dem Flur stehen musste und nichts gehört habe.“ L., Philosophie

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erstellt am 09.Dez.2014 | 14:04 Uhr

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