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Schleswig-Holstein

25. März 2017 | 14:41 Uhr

Sportleistungsnachweis : Stefan Studt will Polizisten in SH sportlicher machen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Beamte müssen einen Leistungsnachweis ablegen - dafür bekommen sie mehr Freizeit als Belohnung.

Innenminister Stefan Studt (SPD) macht die schleswig-holsteinische Polizei fit: Erstmals müssen jetzt alle Beamten einen Sportleistungsnachweis ablegen. Diese Prüfung wird künftig jedes Jahr wiederholt und kommt in die Personalakte.

Um sich fit zu halten, sollen Polizisten während des Dienstes monatlich vier Stunden Sport treiben. Laut Landesrechnungshof kommen aber nicht einmal 40 Prozent aller Beamten dieser Verpflichtung nach. Über die Jahre hat sich so einiges an Übergewicht angesammelt, das nun abgespeckt werden soll.

Seit Anfang des Jahres besteht die Verpflichtung, einen Sportleistungsnachweis abzulegen. Das geht aus einer Kleinen Anfrage des FDP-Abgeordneten Wolfgang Kubicki hervor. Ende 2017 soll dann analysiert werden, wie sportlich die Beamten sind. „Für die professionelle Berufsausübung ist die körperliche Leistungsfähigkeit eine Schlüsselqualifikation“, sagt Patrick Tiede, Sprecher des Innenministeriums über den neuen Sporterlass. „Fitness muss deshalb mehr sein als nur ein Vorsatz.“

Obwohl verpflichtend, werden Polizisten mit einer Arbeitszeitgutschrift für den Leistungsnachweis belohnt – gespeist aus dem Kontingent der Sportstunden. Es soll sich lohnen, die Fitness früh im Jahr zu beweisen. Die zu diesem Zeitpunkt der Abnahme noch offenen Dienstsportstunden dürfen dann in Freizeit umgewandelt werden (maximal 24 der 48 jährlichen Stunden).

Statistisch erhoben hatte die Landespolizei die Teilnahme ihrer Beamten am Dienstsport nie, was für Kritik sorgte, weil damit eine Erfolgskontrolle fehlte. Dieses Problem ist nun vom Tisch: Der Sportleistungsnachweis dient als Beleg. Wird der Leistungsnachweis über einen Zeitraum von zwei Jahren nicht erbracht, legt der Vorgesetzte als Sanktion eine „zielorientierte Förderung im Rahmen des Dienstsportes“ fest. Ältere Beamte müssen nicht zittern. Für alle, die vor 1981 geboren sind, ist die Sportprüfung freiwillig.

Neben den Polizisten haben auch Justizwachtmeister bei den Gerichten und Staatsanwaltschaften die Möglichkeit, während der Dienstzeit vier Stunden Sport zu absolvieren. Eine Teilnahme ist für sie aber nicht verpflichtend.

Anders ist das bei den Mitgliedern der Mobilen Einsatzgruppe der Justiz, die Prozesse von gefährlichen Straftätern bewachen. Sie müssen monatlich sogar 16 Stunden trainieren. Leer aus gehen die Beamten in den Justizvollzugsanstalten. Dort gibt es keinen Sport unter Anrechnung auf die Dienstzeit. Das Justizministerium erklärt dazu: „Körperliche Fitness ist zwar wichtig, aber nicht die entscheidende Qualifikation für die Arbeit im Justizvollzug.“ Sollte es zu einem Vorfall kommen, bei dem Gefangene überwältigt werden müssten, könnten in den Haftanstalten in sehr kurzer Zeit Bedienstete zusammengezogen werden, um die Lage zu „bereinigen“.

Statt des Sports gebe es innerhalb der Dienstzeit allerdings verpflichtende Schulungen in Deeskalation und waffenloser Selbstverteidigung, die gerade ausgebaut würden. „Hierbei ist nicht so sehr eine körperliche Fitness, sondern die Beherrschung geeigneter Zugriffs- und Abwehrtechniken von Bedeutung“, erklärt das Ministerium.

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erstellt am 19.Mär.2017 | 17:42 Uhr

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