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Schleswig-Holstein

01. Oktober 2016 | 05:12 Uhr

Landgericht Itzehoe : Söhne retteten Mutter das Leben - Mordprozess gegen Vater gestartet

vom

Zwei Söhne retten ihre Mütter vor einem Tod durch Erwürgen. Doch vor Gericht schweigen die Kinder. Sie wollen nicht gegen den Angeklagten aussagen.

Itzehoe | Mit einem Geständnis des Angeklagten hat am Donnerstag vor dem Landgericht Itzehoe ein Mordprozess gegen einen Familienvater begonnen, der seine Frau gewürgt haben soll. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 53-Jährigen vor, dass er versucht habe, am 25. März in Rellingen im Kreis Pinneberg sein Opfer im Schlaf zu erwürgen. Die Frau soll bereits bewusstlos gewesen sein, als die Söhne dazwischen gingen und ihrer Mutter das Leben retteten.

Die Staatsanwaltschaft hat den Mann wegen Mordversuchs angeklagt. Der Angeklagte legte vor Gericht ein Geständnis ab. Er bestritt jedoch den Tötungsvorwurf: Er habe nie die Möglichkeit ihres Todes in Betracht gezogen, ließ er seinen Verteidiger eine Erklärung verlesen.

Übermüdung, Alkohol und die Konfrontation mit seiner Frau hätten ihn überfordert, hieß es darin. Darum habe er ihr immer wieder ins Gesicht geschlagen und sie gewürgt. Seine Ehefrau hatte ihm nach rund 30 Jahren Zusammensein im Mai 2015 gesagt, dass sie die Scheidung wolle. „Weil er nicht arbeitet, und weil wir uns auseinander gelebt hatten.“ Er habe die Trennung jedoch nicht akzeptiert und auch nicht aus dem Einfamilienhaus ausziehen wollen, das sie zum größten Teil alleine bei der Bank abbezahlt habe. Stattdessen habe ihr Noch-Ehemann mehrfach gedroht, er würde sie „am liebsten erwürgen“, erinnerte sie sich vor Gericht. Das soll er laut Anklage am 25. März in die Tat umgesetzt haben.

Seine Ehefrau habe gegen 2.45 Uhr im Bett gelegen, als er sich rittlings auf sie setzte. Sie sei völlig hilflos gewesen, habe sich nicht wehren können, sagte sie. „Ich konnte nicht atmen und konnte nichts sagen.“ Dazu Todesangst, „dass mein Leben zu Ende ist“. Doch ihre Söhne waren durch die Kampfgeräusche aus dem Schlafzimmer geweckt worden, sagte sie. Der 25-Jährige habe den Angeklagten von ihr weg gerissen, der 19-Jährige sei einen Moment später hinzugekommen. Vor Gericht schwiegen die beiden Söhne jedoch. Sie wollten nicht mehr gegen ihren Vater aussagen. Auch ihre früheren belastenden Aussagen vor der Polizei dürfen in dem Gerichts-Verfahren jetzt nicht mehr verwertet werden. Der Prozess wird fortgesetzt. 

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erstellt am 22.Sep.2016 | 18:21 Uhr

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