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Schleswig-Holstein

03. Dezember 2016 | 05:37 Uhr

Drohnen und 3D-Laser : So wurde die Fehmarnsundbrücke vermessen

vom

Mit den zwei eingesetzten Drohnen wurden 6654 Bilder aufgenommen, die eine Rundum-Erfassung der Brücke ermöglichen.

Fehmarn | Bei den Planungen für eine neue Fehmarnsundquerung setzt die Deutsche Bahn auf modernste Technik. Bei der derzeit laufenden Vermessung der Brücke werden auch Drohnen und Laserscanner eingesetzt. Ziel sei es, ein dreidimensionales Bild des Bauwerks zu erzeugen, sagte eine Bahnsprecherin.

Neben der Bestandsaufnahme dienen die gewonnenen Daten als Grundlage für eine mehrdimensionale Planung, so die Pressestelle der Deutschen Bahn. Die knapp einen Kilometer lange Brücke ist eines von 13 Pilotprojekten, bei denen die Bahn das sogenannte „Building Information Modeling“ einsetzt (kurz BIM).

„Building Information Modeling“ ist als eine Arbeitsmethode zu verstehen, die sowohl die Projektsteuerung als auch die Zusammenarbeit eines Bauprojekts koordiniert und erleichtert. Es dient zur Verwaltung von Informationen, wie Zeit, Kosten und Nutzungsdaten während der gesamten Laufzeit eines Projektes.

Am Montagmorgen ist das Verfahren bei einem Pressetermin vorgestellt worden. Die Deutsche Bahn AG hat die Vorplanungsleistungen für vier Varianten der Verbindung der Insel Fehmarn und dem ostholsteinischen Festland europaweit ausgeschrieben. Die Vergabeverfahren für die einzelnen Planungspakete laufen aktuell und werden in Kürze abgeschlossen sein, so die Pressestelle der DB. Hierbei handelt es sich um diese Konzepte:

  • Neubau eines kombinierten Bauwerks für Schiene und Straße (zweigleisig/vierspurig)
  • Neubau zweier getrennter Bauwerke (zweigleisig/vierspurig)
  • Neubau eines kombinierten Absenktunnels (zweigleisig/vierspurig)
  • Neubau eines Bohrtunnels mit mindestens vier Röhren (zweigleisig/vierspurig)

Zusätzlich wird ein weiteres Planungspaket bearbeitet, das den Erhalt der Bestandsbrücke für eine Weiternutzung des Autoverkehrs berücksichtigt. Denn die Brücke steht unter Denkmalschutz und kann daher nicht einfach abgerissen werden. Doch mit der 53 Jahre alten maroden Fehmarnsundbrücke kann im derzeitigen Zustand nicht der Verkehr bewältigt werden, der nach Fertigstellung des geplanten Ostseetunnels zwischen Fehmarn und der dänischen Insel Lolland erwartet wird.

Für die weitere Planungsarbeit war es nun notwendig, die bestehende Fehmarnsundbrücke zu vermessen, damit die Planungsbüros eine valide Datengrundlage für die Planung der neuen Querungsmöglichkeiten haben. Dafür hat das zuständige Projektteam neue Planungsansätze und moderne Technologie genutzt. Mit Drohnen und einem 3D-Laserscanner waren die Planungs- und Vermessungsexperten am Montag am Sund unterwegs.

Flug einer Drohne über die Fehmarnsundbrücke.
Flug einer Drohne über die Fehmarnsundbrücke. Foto: DB Netz AG
 

Mit den zwei eingesetzten Drohnen wurden 6654 Bilder aufgenommen. Für den 3D-Laserscanner wurden 34 Standpunkte an der Brücke festgelegt. Diese dreidimensionale Erfassung des Bauwerkes durch Laserscanning ermöglicht eine „Rundum“-Erfassung der Brücke durch die sogenannten Mulikopter, so schreibt die Deutsche Bahn AG online. Weiterhin werden für die Modellerstellung die aktuellen Daten auch mit Informationen aus den Bauwerksplänen der 60er Jahre verknüpft.

Vorteil der Vermessung per Drohne und 3D-Laserscanning sei vor allem der geringe Zeitaufwand vor Ort und die sehr detailreiche Datentiefe.

Grafische Darstellung des Datenmodells der Fehmarnsundbrücke.
Grafische Darstellung des Datenmodells der Fehmarnsundbrücke. Foto: DB Netz AG
 

Die Daten und Bilder werden nun von Fachleuten ausgewertet. Der Großteil der Arbeiten sei abgeschlossen. Nur einzelne Einsätze von Vermessungen konkreter Einzelbereiche müssen noch durchgeführt werden.

Die Deutsche Bahn AG ist mit eines der ersten Infrastrukturunternehmen, welches im großen Umfang BIM-Planungen im ersten Schritt in den Planungsprozess von Großprojekten integriert. Sie erhofft sich durch das digitale Planungsverfahren unter anderem mehr Transparenz, bessere Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung und geringere Kosten.

Weitere Informationen und aktuelle Berichte zur Projektplanung finden Sie auch hier.

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erstellt am 26.Sep.2016 | 17:18 Uhr

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