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Robert Habeck : SH will Entsiegelung von Flächen fördern: Was das bedeutet

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Robert Habeck plant ein bundesweites Pilotprojekt, um der Natur etwas zurückzugeben.

Kiel | 3,2 Hektar täglich werden im Durchschnitt in Schleswig-Holstein in Siedlungs- oder Verkehrsflächen umgewandelt. Um diesen Trend aufzuhalten und der Natur an anderer Stelle etwas zurückzugeben, will Schleswig-Holstein als erstes Bundesland die Entsiegelung von Flächen fördern. Ausgediente Tankstellen, stillgelegte Militärgelände und Parkplätze oder aufgegebene Hofstellen sollen auf diese Weise leichter verschwinden und grüner Landschaft Platz machen. Das kündigte Umweltminister Robert Habeck (Grüne) an.

Wer zum Beispiel eine Windkraftanlage oder eine Straße baut und für diesen Eingriff an anderer Stelle zu einer Ausgleichsmaßnahme verpflichtet ist – der kann in Zukunft auch eine Entsiegelung finanzieren. Um einen landesweiten Überblick über geeignete Flächen zu schaffen, will die Stiftung Naturschutz diese in ein Kataster einspeisen. Die Landesregierung gibt dafür 240.000 Euro. Zudem will sie mit einer Neufassung der Ökokonten-Verordnung Anreize für Ausgleichsmaßnahmen gerade dort schaffen. Unterm Strich könnte das auch die Landwirtschaft entlasten, weil dann für Ausgleichsmaßnahmen weniger Flächen aus der Nutzung geholt werden müssen.

Habeck gab die Pläne im Vorfeld des Landes-Naturschutztags bekannt, zu dem sich am kommenden Donnerstag in den Neumünsteraner Holstenhallen die Rekordzahl von 670 Teilnehmern angemeldet hat. Die Veranstaltung widmet sich dem konfliktträchtigen Thema „Naturschutz und Landwirtschaft“.

Als Erfolg wertet Habeck, dass der Öko-Landbau nach Schwierigkeiten zu Beginn seiner Amtszeit stark wächst. Sein Ministerium rechnet aufgrund der eingegangenen Förderanträge damit, dass bis Jahresende fünf Prozent der Agrarflächen im Land in der Hand von Biobauern sind. Bei Amtsantritt 2012 lag die Quote bei 3,5 Prozent. Allein in diesem Jahr kommen laut Habeck 10.000 zusätzliche Hektar und damit ein Viertel mehr hinzu. Das Land hat die zuvor deutschlandweit mit am niedrigsten Förderprämien spürbar erhöht.

„So hoch wie nie zuvor“ ist laut Habeck auch die Nachfrage von Landwirten nach dem Vertragsnaturschutz. Dabei erhalten Bauern Geld, wenn sie für die Bewirtschaftung Auflagen akzeptieren. Die entsprechenden Flächen stiegen von 24.000 Hektar 2012 auf 30.000 Hektar – indes macht auch das erst etwa drei Prozent der Agrarflächen aus. Habeck will dafür mit Unterstützung des Bundes in Brüssel mehr Euros einwerben, denn: „Hier gelingt, was systemisch werden muss – nicht die starre Unterteilung in Nutz- und Schutzflächen, sondern eine schonende Bewirtschaftung in der Fläche.“

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erstellt am 02.Okt.2016 | 15:43 Uhr

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