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Schleswig-Holstein

08. Dezember 2016 | 21:08 Uhr

Badetote 2016 : Schon 36 Menschen sind beim Baden in SH und HH gestorben

vom

Die Zahl der Badetoten steigt - sowohl in SH und HH als auch bundesweit. Für SH verwundern die neuen Zahlen zunächst.

Hamburg/Kiel | Schon sieben Badentote mehr als im vergangenen Jahr zählt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) für Schleswig-Holstein. Den Angaben vom Donnerstag zufolge ertranken im nördlichsten Bundesland in den ersten acht Monaten dieses Jahres mindestens 20 Menschen. Unter den Badetoten waren zwei Flüchtlinge. In Hamburg hat sich die Zahl der Opfer sogar verdoppelt, 16 Menschen starben in der Hansestadt bei Badeunfällen, vier Flüchtlinge waren unter den Toten.

Die Zahlen für Schleswig-Holstein verwundern zunächst. Mitte August hatte die DLRG in Schleswig-Holstein vermeldet, die Sommersaison an den Nord- und Ostseestränden sei bisher ohne tödliche Badeunfälle verlaufen. Danach allerdings gab es drei Badetote. Ein 84-Jähriger wurde am Strand von Sierksdorf (Kreis Ostholstein) leblos aus der Ostsee gezogen, ein 62-Jähriger ertrank vor Hörnum auf Sylt, und ein ebenfalls 84-Jähriger aus Mölln verstarb am Ostseestrand von Dahme (Kreis Ostholstein). Die drei Todesfälle passierten Ende August.

Mittlerweile liegt die Zahl der Badetoten bei 20. Denn zu denen von der DLRG an bewachten Stränden erfassten Fälle kommen weitere an unbewachten Stranden und Binnengewässern. So gab es nach DLRG-Angaben in SH in diesem Jahr acht Badetote an der Ostsee, zwei an der Nordsee, zwei in der Schlei, einen in der Trave, einen im Nord-Ostsee-Kanal, einen im Freibad in Bad Bramstedt, einen im Seeberger See, einen bei Neumünster, einen in einem Güllebehälter, einen in der Schwaale sowie drei in Teichen.

Bundesweit sind in den ersten acht Monaten mindestens 425 Menschen ertrunken - 46 mehr als im Vorjahr. Nach DLRG-Angaben ist das der höchste Stand seit acht Jahren. Die meisten Menschen (349) ertranken in den meist unbewachten Binnengewässern. In den Sommermonaten Juni bis August sank die Zahl der Todesfälle durch Ertrinken im Vorjahresvergleich um 34 auf 220 Fälle.

Die Unfälle passierten meist in unbewachten Binnengewässern: 187 Menschen ertranken, 140 in Seen und Teichen und 22 in Kanälen.

Demgegenüber sind die Küsten von Nord- und Ostsee laut DLRG relativ sicher, weil die Badestellen von Mitte Mai bis Mitte September von Rettungsschwimmern bewacht werden. Im Meer starben bis Ende August 17 Menschen.

Als besondere Risikogruppe sehen die Lebensretter Flüchtlinge. Seit Januar ertranken 56 Asylsuchende, mehr als doppelt so viele wie im gesamten Jahr 2015. Die DLRG habe bereits reagiert, sagte Präsident Hans-Hubert Hatje: „In diesem Sommer haben wir kurzfristig Baderegeln als Piktogramme erstellt und den Kommunen wie Städten kostenlos zur Verfügung gestellt.“ Vermutlich, weil die Monate Juni bis August diesmal nicht so heiß waren wie 2015, sank in dieser Zeit die Zahl der Todesfälle im Vergleich zum vorigen Sommer. „Der durchwachsene August hat verhindert, dass noch mehr Menschen ertranken“, sagte Hatje.

Die Zahl der tödlichen Unfälle in Schwimmbädern stieg um sieben auf nun 17 Fälle. In Hafenbecken, Gräben und sonstigen Orten kamen 42 Menschen ums Leben. In privaten Swimmingpools gab es laut DLRG keine Todesfälle.

Bei der Geschlechterverteilung zeigte sich ein bekanntes Bild: 76 Prozent der Opfer waren männlich. Bei ihnen seien häufig Selbstüberschätzung, Leichtsinn und oft auch Alkohol die Gründe für das Ertrinken, hieß es.

Erstmals seit Jahren kamen wieder mehr Vorschulkinder ums Leben. In dieser Altersgruppe starben 15 Jungen und Mädchen, sechs mehr als im Vorjahr. Bei den Grundschulkindern stieg die Zahl der Opfer um vier auf zwölf. In der Gruppe der elf- bis 14-Jährigen ertranken neun Jugendliche mehr als im Vorjahreszeitraum. DLRG-Präsident Hatje kritisierte: „Diese Zahlen sind das Ergebnis der Bäderschließungen und damit verbundenen Ausfällen von Schwimmunterricht an den Schulen.“

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erstellt am 08.Sep.2016 | 17:11 Uhr

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