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Schleswig-Holstein

09. Dezember 2016 | 22:24 Uhr

Personalgewinnung bei der Bundeswehr : Schleswig-Holstein – Das Land der Rekruten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ohne Schleswig-Holstein sähe es schlecht aus für die Bundeswehr. Die wenigsten Rekruten kommen aus Baden-Württemberg.

Kiel | Der Norden wird für die Bundeswehr bei der Personalgewinnung zum Rettungsanker. Für die Truppe war es ein harter Schlag, als die Wehrpflicht vor fünf Jahren ausgesetzt wurde. Der Bedarf an neuen Soldaten konnte nicht immer und in allen Bereichen abgedeckt werden. Würde es den Norden nicht geben, wären die Aussichten für die Bundeswehr noch viel düsterer. Schleswig-Holstein ist nach Mecklenburg-Vorpommern das Land der Bundeswehr-Rekruten.

Seitdem die Wehrpflicht am 1. Juli 2011 ausgesetzt wurde, traten bis Ende 2015 in Deutschland insgesamt 103.470 Rekruten ihren Dienst an. 6150 Soldaten (4167 Zeitsoldaten und 1983 freiwillig Wehrdienstleistende) kamen aus Schleswig-Holstein. Das belegen Daten der Bundeswehr, die dem „Stern“ und unserer Zeitung vorliegen. Setzt man die absoluten Zahlen in Relation zur Einwohnerzahl der Bundesländer, zeigt sich ein deutliches Nord-Süd-Gefälle. Auf den ersten drei Plätzen liegen Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. „Die Daten zeigen, dass dort, wo die Bundeswehr-Dichte höher ist, sich auch mehr Menschen zum Dienst melden. Man muss die Bundeswehr sehen und erleben können, sie erfahrbar machen“, sagte der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hans-Peter Bartels.

Die wenigsten Rekruten kommen aus den wirtschaftlich starken Bundesländern Hessen, Bayern und ganz am Ende: Baden-Württemberg. „Natürlich ist dort die Konkurrenz für die Bundeswehr als Arbeitgeber unglaublich groß“, erklärt der aus Kiel stammende SPD-Politiker. „Das ist heute schon ein Aspekt – und der wird in den nächsten Jahren noch zunehmen.“

Die meisten Rekruten aus Schleswig-Holstein, die sich als Zeitsoldaten verpflichten, gehen zum Heer, dicht gefolgt von der Marine. Es folgt die Luftwaffe. Zwar bewarben sich deutschlandweit im vergangenen Jahr 105.000 Menschen auf 25.000 Stellen, allerdings konnten nicht alle Bereiche besetzt werden. Die größten Baustellen seien vor allem IT- und Techniker-Berufe, sagte ein Bundeswehrsprecher, „und zwar sowohl im militärischen als auch im zivilen Bereich“.

Wohnort Zeitsoldaten Freiwillig Wehrdienstleistende Gesamt
Schleswig-Holstein 4167 1983 6150
Kiel 447 210 657
Lübeck 274 119 393
Flensburg 259 84 343
Neumünster 149 86 235
Husum 90 40 130
Eckernförde 90 32 122
Rendsburg 93 24 117
Schleswig 77 24 101
Heide 58 20 78
Itzehoe 46 21 67
Eutin 39 17 56
Geesthacht 35 21 56
Norderstedt 30 25 55
Plön 33 13 46
Leck 34 10 44
Pinneberg 26 17 43
Neustadt i. H. 23 17 40
Wedel 24 16 40
Malente 29 10 39
Stockelsdorf 28 11 39
Schwentinental 25 11 36
Bad Oldesloe 16 19 35
Uetersen 22 10 32
Bad Bramstedt 19 12 31
Quickborn 17 13 30
Daten von Juli 2011 bis 2015, Quelle: Bundeswehr/stern.de
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von
erstellt am 25.Apr.2016 | 06:22 Uhr

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