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Schleswig-Holstein

05. Dezember 2016 | 21:47 Uhr

Demographie : Schleswig-Holstein altert schnell, Hamburg ist jung, Kiel noch jünger

vom

Zahlen der Versicherer zeigen: Die Städte verjüngen sich, auch in SH. Auf dem Land wird die Bevölkerung immer älter.

Berlin | Die Bevölkerung in Schleswig-Holstein altert deutlich schneller als im Bundesdurchschnitt. Auch Hamburg altert im langjährigen Trend, zuletzt hat sich die Bevölkerung dort aber sogar verjüngt. Das geht aus Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft hervor, dem Lobbyverband der deutschen Versicherungsunternehmen. Datenbasis sind laut dem Verband die Bevölkerungsdaten des Statistischen Bundesamts für 2015.

Die Alterung der Bevölkerung ist eines der großen Zukunftsthemen in Deutschland. Der Wandel in der Demographie betrifft große Teile des privaten und öffentlichen Lebens von der eigenen Lebensgestaltung bis hin zu Themen wie Arbeitsmarkt, Sozialversicherung und Rente, aber auch Infrastruktur und das Verhältnis von Stadt und Land. Schleswig-Holstein ist unter den westlichen Bundesländern mit am meisten betroffen, Hamburg profitiert stark von der Zuwanderung junger Menschen.

In Schleswig-Holstein betrug das Durchschnittalter 44,9 Jahre, im Bundesdurchschnitt sind es 44,2. Hamburger sind um Durchschnitt 42,3 Jahre alt. Der Anstieg beträgt seit 1995 für SH 4,4 Jahre, für Hamburg sind es 1,3 Jahre. In der Metropole hat sich der Trend jüngst aber sogar umgekehrt. Von 2010 bis 2015 sank das Durchschnittsalter um 0,1 Jahre.

Der Wert für SH ist der zweithöchste in den alten Bundesländern, nur Saarländer sind mit 46 Jahren noch älter. Die älteste Bevölkerung in Gesamt-Deutschland hat Sachsen-Anhalt mit 47,4 Jahren. Die Zahlen im Einzelnen:

 

Durchschnittsalter nach Bundesländern*

 

Bundesland

2015
 
2010
 
2005
 
2000
 
1995
 

Veränderung

seit 1995

Sachsen-Anhalt

47,4

46,5

44,6

42,4

40,4

7,0

Brandenburg

46,8

45,7

43,6

41,3

39,3

7,5

Thüringen

46,8

46,0

44,1

41,9

39,9

6,9

Sachsen

46,6

46,2

44,7

42,9

41,2

5,4

Mecklenburg-Vorpommern

46,5

45,5

43,3

40,7

38,3

8,2

Saarland

46,0

45,1

43,6

42,2

41,0

5,0

Schleswig-Holstein

44,9

44,0

42,6

41,4

40,5

4,4

Rheinland-Pfalz

44,7

43,8

42,3

41,1

40,2

4,5

Niedersachsen

44,3

43,6

42,1

40,9

40,0

4,3

Deutschland

44,2

43,7

42,3

41,1

40,0

4,2

Nordrhein-Westfalen

43,9

43,3

42,0

41,0

38,1

5,8

Bremen

43,8

43,9

43,2

42,6

41,7

2,1

Hessen

43,7

43,4

42,2

41,1

40,3

3,4

Bayern

43,6

43,0

41,7

40,5

39,7

3,9

Baden-Württemberg

43,2

42,8

41,4

40,2

39,3

3,9

Berlin

42,7

42,8

42,2

41,0

39,9

2,8

Hamburg

42,3

42,4

42,0

41,2

41,0

1,3

 

* absteigend sortiert nach dem Durchschnittsalter 2015

Quelle: Initiative "7 Jahre länger", Destatis, Landesstatistikämter

Die Lage in SH ist alles andere als einheitlich, das Bundesland ist von starker Binnenwanderung geprägt. Kiel ist mit 41,8 Jahren noch jünger als Hamburg, Ostholstein mit 47,7 Jahren noch älter als Sachsen-Anhalt. Am schnellsten gealtert ist die Bevölkerung im Kreis Plön mit einem Plus von 6,2 Jahren seit 1995. Auch die Städte Flensburg und Neumünster sind mit 42,8 und 44,4 Jahren vergleichsweise jung. In beiden Städten sank der Altersdurchschnitt binnen eines Jahres um 0,2 Jahre. Hauptgrund ist laut Versicherungsverband die Zuwanderung.


Die Auswertung ist Teil einer Initiative „7 Jahre länger“ der deutschen Versicherer. Ihr geht es nach eigenen Angaben darum, „einen gesellschaftlichen Dialog darüber zu führen, wie wir das Beste aus den gewonnenen Jahren machen können“. Dabei geht es offensichtlich auch darum, allgemein für Produkte zur Altersvorsorge zu werben.
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erstellt am 03.Nov.2016 | 12:02 Uhr

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