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Schleswig-Holstein

10. Dezember 2016 | 13:53 Uhr

Bandenkriminalität in SH : Prozess in Schleswig: Angeklagte im Autoknackerprozess zu Haftstrafen verurteilt

vom

Die Bande aus Litauen schlug bundesweit zu. Sie stahl sogar Kaffee und einen Christbaumständer.

Kiel/Schleswig | Im Schleswiger Autoknackerprozess sind am Dienstag alle neun Angeklagten zu Haftstrafen verurteilt worden. Das Strafmaß für die Männer im Alter von 23 bis 39 Jahren liegt zwischen zwei Jahren und zwei Monaten sowie fünf Jahren und neun Monaten.

Eine zunehmende Bandenkriminalität stellt die Justiz in Schleswig-Holstein vor große Herausforderungen. Oft ist es schwierig, die Hintermänner von Verbrechen zu ermitteln. Um ausländische Banden dingfest zu machen, braucht es grenzüberschreitende Kooperationen.

Das Kieler Landgericht sah es als erwiesen an, dass die Litauer in wechselnder Beteiligung zahlreiche Einbrüche begangen und teure, gestohlene Autos nach Osteuropa verschoben haben. Die Angeklagten sollen ab Dezember 2013 unter anderem in Schleswig-Holstein aktiv gewesen sein.

Den Gesamtschaden bezifferten die Ankläger auf rund 1,5 Millionen Euro. Die Angeklagten ließen auf ihren Beutezügen alles mitgehen, was nicht niet- und nagelfest war, durchsuchten bei aufgebrochenen Autos sogar die Aschenbecher. Außer Billig-Werkzeug aus einem Baumarkt listeten die Staatsanwälte als Beute unter anderem eine Kiste Bier und eine Packung Kaffee auf, dazu einen Schulranzen, einen Christbaumständer sowie alte Reifen.

Nach langwierigen Ermittlungen nahmen Beamte einer Sonderkommission im Herbst 2015 in Litauen und in vier Bundesländern zeitgleich Tatverdächtigte fest. 200 Polizeibeamte und drei Staatsanwälte in Deutschland und Litauen waren an den Ermittlungen beteiligt. Verhandelt wurde aus Platzgründen im Gebäude des Oberverwaltungsgerichts in Schleswig.

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erstellt am 27.Sep.2016 | 12:40 Uhr

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