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Schleswig-Holstein

05. Dezember 2016 | 13:44 Uhr

Immobilienmarktatlas : Preise für Wohnungen und Häuser in SH ziehen kräftig an

vom

In den Städten steigen die Preise für Wohnungen und Häuser. Es gibt allerdings auch noch große Unterschiede.

Kiel | Für Eigentumswohnungen und Häuser muss in Schleswig-Holsteins Städten immer mehr Geld bezahlt werden. Das geht aus dem neuen Immobilienmarktatlas hervor, den die Landesbausparkasse (LBS) am Dienstag für Orte und Ballungsräume mit mehr als 20.000 Einwohnern vorgestellt hat. Die hohe Nachfrage nach Wohnimmobilien halte an, sagte der Geschäftsführer der LBS Immobilien GmbH, Wolfgang Ullrich.

Wer vor einigen Jahren in SH eine Wohnung oder ein Haus gekauft hat, kann sich freuen: Seine Immobilie wird vermutlich noch im Wert steigen, sofern sie sich in einer geeigneten Lage befindet. Doch auch wer jetzt kaufen möchte, kommt wohl noch nicht zu spät: Die Preiserhöhungen halten sich für Käufer in Grenzen, weil die Zinsen im Keller sind.

Vereinzelt fielen in einigen teuren Lagen auch die Preise für bestehende Wohnungen unter den Stand von 2014, nach allerdings kräftigen Steigerungen in den zwei Jahren zuvor. Verstärkt gesucht werden nach den Feststellungen der LBS Objekte an Orten, die an besonders teure Top-Lagen grenzen. Für ihre Studie ließ die LBS gut 4800 öffentlich zugängliche Angebote für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie fast 3000 Wohnungen aus dem Bestand auswerten.

Die Preise für Häuser stiegen in den vergangenen beiden Jahren in Kiel um 16,3, in Lübeck um 11,4, in Flensburg um 15,7, in Neumünster um 9,8 und in Norderstedt um 12,7 Prozent. Bei Wohnungen schwankten die Erhöhungen zwischen 4,3 Prozent in Neumünster und 22,9 Prozent in Flensburg.

Die Unterschiede zwischen den Städten und auch Stadtteilen sind insgesamt beträchtlich. So schwanken die Angebotspreise für bestehende Häuser zwischen 1000 und 3500 Euro je Quadratmeter.

  • Besonders teuer ist es in Kiel-Düsternbrook (3542 Euro), Wedel (2774) und Ahrensburg (2680). Viel billiger sind Häuser in Neumünster (1328), Heide (1097) und Rendsburg (1192) zu haben.
  • Spitzenreiter bei den Eigentumswohnungen aus dem Bestand sind Lübeck-Travemünde (2823 Euro) sowie die Kieler Stadtteile Düsternbrook, Holtenau und Mitte mit jeweils rund 2600 Euro. Für weniger als 1000 Euro je Quadratmeter werden Wohnungen in Lübeck-Moisling, Malente und Itzehoe angeboten.

Eine Immobilienblase sieht die LBS nicht kommen. Allerdings gebe es bei neu gebauten Eigentumswohnungen schon hitzige Preisentwicklungen, sagte Ullrich und nannte die Kieler Innenstadt als Beispiel - mit Quadratmeterpreisen zwischen 3600 und 4000 Euro, die auch in Travemünde verlangt werden.

Seit 2014 stiegen die Preise in den größeren Städten Schleswig-Holsteins stärker als am Hamburger Rand. „Kiel, Lübeck und Flensburg haben in den letzten zwei Jahren nachgelegt und damit an die Preissteigerungsraten am Hamburger Stadtrand von rund 30 Prozent seit 2012 angeschlossen“, sagte Ullrich. Wie die LBS weiter beobachtete, weiten Interessenten auf der Suche nach bezahlbarem Wohnraum ihren Radius zunehmend um den eigentlichen Wunschwohnort aus. Städte und Gemeinden mit guter Infrastruktur und ausgebauten Verkehrswegen profitierten davon.

Die niedrigen Zinsen kompensieren der LBS zufolge vielfach die generell weiter steigenden Preise. Wenn ein Käufer statt fünf Prozent im Jahr 2008 jetzt unter 1,5 Prozent für eine zehnjährige Finanzierung zahle, bekomme er bei gleichem persönlichen Budget eine doppelt so hohe Darlehenssumme. Bei einer Monatsmiete von 820 Euro für ein 120 Quadratmeter großes Haus wäre bei den aktuellen Zinsen und einer Tilgung von drei Prozent eine Finanzierung von 218.000 Euro möglich.

Die empfohlenen 20 Prozent Eigenkapital dazugenommen, ergäbe sich eine Kaufsumme von 273.000 Euro, rechnete die LBS vor. Dafür seien zum Beispiel im Raum Kiel auch entsprechende Häuser zu bekommen.

Die LBS geht davon aus, dass die Preise weiter steigen werden, gerade auch in derzeit noch eher günstigen Lagen. Wegen der niedrigen Zinsen werde die Nachfrage nach Wohneigentum nicht nachlassen.

Angesichts der Preisentwicklung forderte die CDU-Innenpolitikerin Petra Nicolaisen die Landesregierung auf, die in der Landesplanung verankerte Begrenzung von Neubaugebieten aufzuheben. Der Bedarf sei riesig und der Wohnraum knapp.

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erstellt am 11.Okt.2016 | 16:08 Uhr

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