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Schleswig-Holstein

27. Februar 2017 | 14:47 Uhr

Zahlen des Landespolizeiamtes : Polizei im Internet: Immer mehr Anzeigen über die Online-Wache

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Statt zum Revier zu laufen, kann man seine Anzeige auch online stellen. Mehr als 7500 Taten wurden so gemeldet.

Kiel | Der Griff zum Smartphone oder zum Rechner fällt vielen Bürgern Schleswig-Holsteinern offenbar leichter als ein Polizeirevier aufzusuchen. Das zeigen die neuesten Zahlen des Landespolizeiamtes zur Online-Wache, die dem sh:z bereits vor der Präsentation der Kriminalstatistik am Donnerstag vorliegen. In der Online-Wache können Bürger Delikte über das Internet anzeigen. Registrierte die Landespolizei 2012 noch 4631 Taten, waren es drei Jahre später schon 6170. In den vergangenen Jahren zeigten die Bürger genau 7534 Taten über das Netz an, insgesamt waren es rund 203.000 Delikte.

„Die Akzeptanz der Online-Wache ist seit Einrichtung im Jahr 2006 durch die Bürger stetig gewachsen. Die Anzeigenerstattung per Internet nimmt den Menschen Wege ab, sie ist anwenderfreundlich und zeitgemäß“, sagt der Sprecher des Landespolizeiamtes, Jürgen Börner. Auch Beschwerden über die Polizei werden online entgegen genommen.

Was die Menschen anzeigen, wird ebenso wenig registriert wie die Aufklärungsquote. „Die Online-Wache eignet sich vor allem zur Anzeige von so genannten Massendelikten, wie Internetbetrug, Taschendiebstahl oder Sachbeschädigung“, so Börner. „Wer schwerere Delikte melden will, sollte dann aber doch persönlich auf einem Polizeirevier erscheinen.“ Im Notfall sollte jeder ohnehin den Notruf 110 wählen.

Wenn ein Bürger eine Anzeige aufgibt, werde die an die rund um die Uhr mit Polizeibeamten besetzten Lagezentren des Innenministeriums geschickt. In dringenden Fällen wird telefoniert, sonst erfolge die Weiterleitung innerhalb einer Stunde an die „örtlich zuständige Behörde, die jeweilige Polizeidirektion“, so Börner. Von dort wird sie an die Sachbearbeiter weiter geschickt.

Das klappt nicht immer. Die Piratenpartei deckte einen Fall auf, indem „eine Strafanzeige wegen Nötigung und Beleidigung am 23. Mai 2016 von der Polizei verschlampt und erst nach der zweiten Rückfrage Monate später bearbeitet wurde“, wie der Fraktionsvorsitzende Patrick Breyer erklärt. Eine Dienstgruppe habe eine Weiterleitung versäumt, erklärte daraufhin das Innenministerium. „Derartige Fälle sind absolute Einzelfälle“, sagt Jürgen Börner. Die Bearbeiter sollen die Bürger, die die Anzeige aufgegeben haben, zeitnah informieren – entweder telefonisch oder schriftlich.

Bevor ein Bürger eine Anzeige in der Online-Wache aufgeben kann, wird er belehrt, dass er richtige Angaben zur Person machen muss. Doch verfolgen die Polizisten die Anzeige trotzdem, auch wenn ein Anzeigender falsche Angaben zu seiner Identität macht – also wie eine anonyme Anzeige? Jürgen Börner: „Das entscheidet die Sachbearbeitung im jeweiligen Einzelfall.“

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erstellt am 15.Feb.2017 | 20:15 Uhr

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