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Politik

02. Dezember 2016 | 21:06 Uhr

Norla 2016 in Rendsburg : Weg von der Landlust-Idylle: Torsten Albig will Bauern-Image aufpolieren

vom

Die romantisierende Sicht vieler Menschen auf den Beruf des Bauern ist falsch - findet Ministerpräsident Albig. Er will das Bauern-Image richten.

Rendsburg | Schleswig-Holsteins Ministerpräsident hat sich für einen starken ländlichen Raum ausgesprochen. Auf dem Landesbauerntag in Rendsburg beklagte Torsten Albig (SPD) die fehlende Wertschätzung der Landwirte. Er wolle sie im Kampf um Akzeptanz und ein besseres Image unterstützen. „Ich sorge mich um das Bild von Landwirtschaft in unserem Land“, sagte der SPD-Politiker am Freitag. Als Kernproblem bezeichnete er die gefühlte Entfremdung zwischen Landwirtschaft und dem Rest der Gesellschaft.

Schleswig-Holstein ist laut Albig zu 97 Prozent ländlicher Raum, 70 Prozent der Landesfläche seien landwirtschaftlich genutzt. „Die Landschaft, die wir so zauberhaft finden, wird von Landwirten gemacht, gepflegt, beackert und bestellt“, sagte der Ministerpräsident. Wie das vonstattengeht, davon hätten Menschen in den Städten oft eine romantische Vorstellung, die wenig mit den Erfordernissen moderner Landwirtschaft gemeinsam habe. So fehle manchem Schleswig-Holsteiner das Wissen über den natürlichen bäuerlichen Jahreslauf, sagte Albig. Sie würden Landlust-Idylle um jeden Preis fordern, würden nicht akzeptieren, wenn in der Erntezeit auf den Feldern auch mal die halbe Nacht hindurch die Motoren brummen.

Dazu komme die „gefühlte Schizophrenie“ vieler Verbraucher, die Bauern in die Verzweiflung treiben kann: „Es soll Bio sein, von höchster Güte, darf aber nicht so viel kosten - und mehr als drei Tiere sollte der Bauer auch nicht haben.“ Das passe nicht zusammen, Information sei nötig, sagte Albig: „Wir müssen den Verbraucher über sein idealisiertes Bild aufklären.“ Der Ministerpräsident nannte die Bauern einen Eckpfeiler des ländlichen Raumes: „Ohne sie ist Schleswig-Holstein nicht denkbar“, sagte er. Die Bauern haben laut Albig eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe: Sie sollen erstklassige Lebensmittel produzieren, und gleichzeitig die Landschaft pflegen und erhalten: „Das schleswig-holsteinische Landschaftsbild ist in Gefahr ohne Bauernhand“, ist sich Albig sicher.

Aktuell gibt es nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Schleswig-Holstein rund 13.000 Bauernhöfe, die im Schnitt 74 Hektar bewirtschaften. „Das gilt es zu bewahren“, sagte Albig. Er will die familiäre Höfe-Struktur erhalten. „Sie passt besser zu unserem Land als große Agrarfabriken: Eine bäuerliche Landwirtschaft hat das Wohl von Tieren und Landwirtschaft in der Regel besser im Blick als eine industrielle Landwirtschaft.“

 

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erstellt am 02.Sep.2016 | 14:41 Uhr

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