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Politik

05. Dezember 2016 | 15:36 Uhr

Parteitag in Neumünster : Video: CDU wählt Daniel Günther mit 81 Prozent zum Landesvorsitzenden

vom

Das Votum war eindeutig: 44 stimmten mit Nein, 209 mit Ja.

Neumünster | Nun soll es Daniel Günther richten. Der Fraktionschef im Landtag führt die Nord-CDU als neuer starker Mann in die Schleswig-Holstein-Wahl im Frühjahr 2017. Ein Parteitag in Neumünster wählte den 43-Jährigen zum Landesvorsitzenden. Günther kam auf 81 Prozent. 44 stimmten mit Nein, 209 mit Ja.

Schleswig-Holstein wählt am 7. Mai nächsten Jahres einen neuen Landtag. Eine Woche später findet die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen statt. Eine krachende Niederlage im Norden wäre ein negatives Vorzeichen für den Urnengang zwischen Rhein und Weser.

Mit einer kämpferischen Rede hatte sich der neue Frontmann der Union den Delegierten zur Wahl empfohlen. Günther machte deutlich, wie er sich die Nord-CDU der Zukunft vorstellt: Mehr Diskussionskultur statt Geschlossenheitsappelle, mehr Frauen in Führungspositionen, die Partei soll moderner und urbaner werden, um auch in den Städten zwischen Nord- und Ostsee – traditionell Hochburgen der SPD – politisch punkten zu können.

Sehen Sie hier noch einmal die Ergebnisverkündung:

 

Günther löst Ingbert Liebing (53) ab. Der bisherige Parteichef und Spitzenkandidat hatte kurz vor Ablauf seiner ersten zweijährigen Amtszeit vor drei Wochen überraschend seinen Rückzug angekündigt. Auslöser waren dramatisch niedrige Umfragewerte. In der Sonntagsfrage rangierte die Nord-Union fünf Prozentpunkte hinter der SPD. Im Bund dagegen liegt die CDU nach Umfragen um zehn bis zwölf Prozent vor der SPD.

Als Oppositionsführer im Landtag hatte sich Daniel Günther in den letzten zwei Jahren profiliert. Vielen in der CDU galt Günther seit Längerem schon als aussichtsreicherer Spitzenkandidat (zu einem Porträt des 43-Jährigen geht es hier). Vor zwei Jahren war er zum CDU-Fraktionschef im Landtag gewählt worden. In der Rolle hat sich der Mann mit Studien der Politikwissenschaftlen, Psychologie und Volkswirtschaft schnell profilieren können. Liebing dagegen hat es nach parteiinterner Einschätzung in den zwei Jahren seiner Amtszeit nicht geschafft, Aufbruchstimmung in der Union zu erzeugen. Gerade jeder dritte, der nach Umfragen CDU wählen würde, wollte Liebing auch als Ministerpräsidenten. 

Im September nächsten Jahres wird ein neuer Bundestag gewählt. Offiziell wird bestritten, dass sich die Bundesvorsitzende Angela Merkel in die Personalpolitik ihrer „Nordlichter“ eingeschaltet haben soll. Ausgeschlossen wird das aber nicht.

Trotz der schlechten Umfragewerte zeigte sich Günther auf dem Parteitag entschlossen, 2017 mit der CDU wieder Regierungsverantwortung zu übernehmen und Ministerpräsident zu werden. Er setzt dabei auf ein Jamaika-Bündnis aus Union, Grünen und FDP. Es gebe „in vielen Bereichen Schnittmengen“ mit den Grünen, so Günther im Vorfeld des Parteitages.

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erstellt am 19.Nov.2016 | 14:54 Uhr

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