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Politik

10. Dezember 2016 | 04:15 Uhr

Gegen Diskriminierung Homosexueller : Unterricht in „Sexueller Vielfalt“: Neues Konzept an Grundschulen in SH

vom

Ein neues Bildungskonzept soll in SH Diskriminierung von Homosexuellen vorbeugen. Zielgruppe sind Kinder bis zehn Jahre.

Kiel | Grundschüler in Schleswig-Holstein sollen in Zukunft mehr als bisher „zur Akzeptanz sexueller Vielfalt“ erzogen werden. Entsprechende Unterrichtsmaterialien für Lehrer will das Sozialministerium im Frühjahr vorlegen, bestätigte ein Sprecher am Montag in Kiel. Adressat des Lehrmaterials sind Schüler im Alter bis zehn Jahre.

Die Überlegungen sind Teil eines unter Federführung des Lesben- und Schwulenverbandes Schleswig-Holstein laufenden Aktionsplans „für Akzeptanz vielfältiger sexueller Identitäten – Echte Vielfalt“. Das Land unterstützt die Aktion mit 50.000 Euro. Grundlage ist ein Landtagsbeschluss mit dem Titel „Miteinander stärken, Homophobie und Diskriminierung bekämpfen“.

Eine erste Fassung des vom „Petze-Institut für Gewaltprävention“ entwickelten „Methodenschatzes“ für Grundschulen ist allerdings durchgefallen. In dem unserer Zeitung vorliegenden Papier mit dem Titel  „Echte Vielfalt unterm Regenbogen“ geht es um Homosexualität ebenso wie um Leihmutterschaft, Geschlechtsumwandlung oder Polygamie.

In einer Passage waren Familien aus Vater und Mutter und Kind gleichsam als Randerscheinung dargestellt worden. „Hin und wieder gibt es einen Papa und eine Mama“, heißt in dem Diktattext. Und an anderer Stelle: „Meine Mama Loris kommt aus Dänemark und hat dort Samenzellen von einem netten Mann bekommen. Dann bin ich in ihrem Bauch aufgewachsen. In Deutschland hat mich dann meine Mama Dani adoptiert“. Und weiter: „Bei lesbischen Mamas, schwulen Papas oder Eltern, die ihr Geschlecht ändern, sprechen wir von einer Regenbogenfamilie“.

Auf welcher Grundlage das Unterrichtsmaterial aktuell diskutiert wird, wollte der Sprecher des Ministeriums nicht mitteilen. Der Prozess sei „in Arbeit“. Das Sozialministerium prüfe die Unterlagen und werde die Materialien mit dem Bildungsministerium abstimmen.

Die CDU mahnte eine breite Diskussion über die Pläne an. „Wir müssen darauf achten, Grundschüler nicht zu überfordern“, sagte Bildungsexpertin Heike Franzen. Kein Verständnis zeigt Franzen dafür, dass der Plan noch in diesem Jahr in den Grundschulen umgesetzt werden soll.

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erstellt am 20.Jan.2015 | 06:23 Uhr

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