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Politik

07. Dezember 2016 | 15:37 Uhr

Monty Python, Didi Hallervorden und Ghostbusters : Stille Feiertage: Diese Filme stehen auf dem Feiertags-Index

vom

In Kiel wird um die Lockerung der stillen Feiertage diskutiert. Es geht um Tänze und Filme, die dann nicht stattfinden dürfen. Die Piraten fordern eine Trennung von Kirche und Staat und veröffentlichen die Index-Liste.

Zeit zur Besinnung oder time to party: Der Kieler Landtag diskutiert am Mittwoch einmal mehr über die sogenannten stillen Feiertage. Das sind Karfreitag, Totensonntag und Volkstrauertag. An diesen Tagen gilt in Schleswig-Holstein ein Tanzverbot – und es stehen auch mehrere Filme auf dem Index. Diese werden dann im Fernsehen nicht gezeigt und dürfen nicht öffentlich aufgeführt werden. Im Vorfeld der Entscheidung des Landtags veröffentlicht die Piratenpartei eine FSK-Liste der Filme, die nicht zur Vorführung an den stillen Feiertagen freigegeben sind.

Die Piraten, die schon seit 2013 für eine Lockerung des Verbots kämpfen, versprechen sich diesmal mehr Erfolg mit ihrem Antrag auf Gesetzesänderung, da sich auch Abgeordnete von SPD, Grünen, FDP und SSW angeschlossen haben.

Vorschlag zur Gesetzesänderung

Bisher waren am Volkstrauertag und am Totensonntag ab 4 Uhr morgens nur Veranstaltungen erlaubt, die dem ernsten Charakter des Tages entsprechen. Nach dem Änderungsantrag soll am Volkstrauertag die Einschränkung zukünftig nur noch von 6 bis 15 Uhr und am Totensonntag von 6 bis 17 Uhr gelten. Lediglich der Karfreitag bleibt 24 Stunden lang ein stiller Tag: Allerdings soll die verordnete Ruhe statt wie bisher von 0 Uhr bis Mitternacht nun von 2 bis 2 Uhr des folgenden Tages dauern.

„Am Volkstrauertag und am Totensonntag (Ewigkeitssonntag) sind von 6.00 Uhr bis 17.00Uhr über die in §§ 3 und 5 festgelegten Beschränkungen hinaus alle öffentlichen Veranstal-tungen verboten, soweit sie dem ernsten Charakter des Tages nicht entsprechen. Am Kar-freitag gilt das in Satz 1 genannte Verbot von 6.00 Uhr bis 21.00 Uhr.”

Der Piratenabgeordnete Patrick Breyer fordert die Abschaffung der „FSK-Feiertagszensur“: „Dass Kinderfilme, Klassiker, Satire und Kritik im Jahr 2016 auf einem Feiertagsindex stehen, verschlägt mir den Atem“, sagt der Politiker, der selbst kein Kirchenmitglied ist. „Teilweise entscheidet die FSK sogar ohne jede Prüfung. Die Feiertagszensur von Filmvorführungen ist im Zeitalter von Video und Internet völlig wirklichkeitsfremd und gehört dringend abgeschafft. Solange die Feiertagsruhe nicht öffentlich wahrnehmbar gestört wird, haben Staat und Kirche kein Recht, uns bei der Gestaltung arbeitsfreier Sonn- und Feiertage durch Filmvorführungs-, Tanz- oder Veranstaltungsverbote zu bevormunden."

In Bochum wurde wegen einer Vorführung von „Das Leben des Brian“ am Karfreitag zuletzt ein Bußgeld verhängt. Die Initiative „Religionsfrei im Revier“ hat für das Zeigen des Monty Python-Klassikers ein Bußgeld über 100 Euro auferlegt bekommen. Seit 1980 wurden mehr als 700 Filme auf den Feiertags-Index gesetzt, darunter überraschend Kinderfilme, Komödien, Klassiker und politische oder religiöse Kritik. Der Grundsatzkommission der FSK gehören je ein Vertreter der Bischofskonferenz und ein Vertreter der Evangelischen Kirchen an.

Neun Filme, die auf dem Feiertags-Index stehen

Monty Python: Das Leben des Brian (FSK ab 12)

In der Komödie der britischen Komikergruppe Monty Python  wird der naive und unauffällige Brian wird durch Missverständnisse gegen seinen Willen als Messias verehrt, da er zur selben Zeit wie Jesus geboren wurde. Weil er sich gegen die römischen Besatzer engagiert, findet Brian schließlich in einer Massenkreuzigung sein sinnloses Ende.

Farm der Tiere (FSK ab 6)

Der Zeichentrickfilm thematisiert politische Umwälzungen: Die Tiere einer englischen Farm erheben sich gegen die Herrschaft ihres menschlichen Besitzers. Zunächst mit Erfolg – bis die Schweine den beginnenden Wohlstand immer mehr zu schätzen wissen und ihrerseits zu Unterdrückern werden. Der Film entstand nach einem Roman von George Orwell.

Jackass: The Movie (FSK ab 18)

Der Film folgt dem Prinzip der Fernsehserie Jackass und besteht aus kurzen Clips, in denen Stunts und Mutproben gemacht werden. Die Serie war zuvor auf MTV sehr beliebt. Jahr 2003 erhielt der Film den Anti-Preis „Goldene Himbeere“ in der Kategorie Meistfurzender Teeniefilm. Auch spätere Jackass-Filme stehen auf der Liste.

Ghostbusters (FSK ab 12)

Die Science-Fiction-Komödie aus von 1984 zeigt die Geschichte von Geisterjägern, die auf der Jagd nach paranormalen Erscheinungen wie Dämonen und dem merkwürdigen Marshmallow-Man.

Quax, der Bruchpilot (FSK ab 6)

Quax, der Bruchpilot ist ein deutscher Spielfilm aus der Zeit des Nationalsozialismus. In der Komödie spielt Heinz Rühmann einen Antihelden, der einen Sportflugführerschein macht. Der Schauspieler sei sich der Propaganda-Ebene des Films nicht bewusst wegesen, sagte er. Im Film wird gezeigt, wie durch Disziplin und Gehorsam selbst aus einem offensichtlichen Versager ein „deutscher Held“ werden kann – wenn man ihn nur streng genug erzieht.

Didi - Der Doppelgänger (FSK ab 6)

In der Verwechslungskomödie mit Didi Hallervorden schlüpft ein Kneipenbesitzer in die Rolle eines millionenschweren Bauunternehmers, der Angst vor einer Entführung hat. Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden verlieh der Produktion das Prädikat wertvoll.

Stephen King's Der Feuerteufel (FSK ab 16)

In dem Horrorfilm spielt Drew Barrymore ein Mädchen, das mit telekinetischen Kräften Feuer entzünden kann. Offenbar die Folge eines wissenschaftlichen Experiments an ihren Eltern. Sie flieht mit ihrem Vater vor dem Institut, das ihre Fähigkeiten untersuchen möchte. Dabei lernt sie, ihre Kraft bewusst einzusetzen. Es brennt sehr viel.

Barb Wire (FSK ab 16)

2017: In den USA herrscht der zweite Bürgerkrieg. In Steel Harbor betreibt Barbara Barb Wire Kopetski einen Nachtclub, nebenbei arbeitet sie als Kopfgeldjägerin. IN der Hauptrolle spielt Baywatch-Star Pamela Anderson.

Tante Frieda - Neue Lausbubengeschichten (FSK ab 6)

Der Film ist der zweite Teil der Lausbubenfilme nach Motiven von Ludwig Thoma. Um aus dem Internat wieder nach Hause geschickt zu werden, schneidet Ludwig den Bart seines Lehrers ab, während dieser ein Nickerchen hält. Endlich wieder daheim, bietet die Hochzeit seiner Schwester Ännchen mit dem jungen Karl Schultheiss viele Gelegenheiten für neue Lausbubenstreiche.

 

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erstellt am 18.Jan.2016 | 14:20 Uhr

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