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Politik

10. Dezember 2016 | 21:30 Uhr

Landtagswahl 2017 : Schulsystem in SH soll anders werden: Was Ingbert Liebing fordert

vom

Mehr Effizienz, mehr Mittel, mehr Unterricht - das verspricht der CDU- Spitzenkandidat den Schulen im Norden.

Kiel | Die CDU will das Bildungssystem in Schleswig-Holstein effizienter machen, eine hundertprozentige Unterrichtsversorgung garantieren und die Inklusion zurückfahren. Für den Fall einer Regierungsübernahme nach der Landtagswahl 2017 stellte CDU-Spitzenkandidat Ingbert Liebing am Dienstag auch mehr Investitionen in Aussicht. Was dies in Stellen und Geld bedeute, könne er noch nicht beziffern, sagte der CDU-Landesvorsitzende in Kiel. Zunächst müsse geklärt werden, welche Effizienzsteigerungen möglich sind.

Die letzte große Schulreform gab es 2014. Seitdem gibt es in Schleswig-Holstein nur noch Gymnasien und Gemeinschaftsschulen. Der Hauptschulabschluss wurde abgeschafft.

Der CDU-Landesvorsitzende hob die Bildungs- und Schulpolitik als ein zentrales Thema im Blick auf die Landtagswahl im Mai nächsten Jahres hervor. Er bestand aber nicht darauf, dass die CDU das Bildungsministerium übernehmen muss. Wenn es die Chance gebe, werde die CDU das Ressort besetzen wollen, sagte er. Dies werde aber nach der Wahl entschieden, die inhaltliche Diskussion stehe im Vordergrund.

Liebings Forderungen im Überblick:

Unterrichtsausfall Als Ziel bis zum Ende der nächsten Legislaturperiode im Jahr 2022 nannte Liebing eine hundertprozentige Unterrichtsgarantie. Die Bekämpfung des Unterrichtsausfalls habe Vorrang. „Teilweise werden nur neun von zehn geplanten Stunden an Schulen in unserem Land auch wirklich unterrichtet“, sagte Liebing. „Das kann so nicht weitergehen.“ Die aktuelle Bilanz sei erschreckend.
Bezahlung Erst wenn es eine hunderprozentige Unterrichtsgarantie erreicht sei, könne auch die Bezahlung der Grundschullehrer auf die Besoldungsstufe A13 angehoben werden.
Zeitverträge Der CDU-Landesvorsitzende kritisierte die Praxis, Lehrer mit Zeitverträgen für elf Monate einzustellen. Dies könne zu Hartz-IV-Fällen führen und befördere Abwanderungen. In anderen Bundesländern würden die Lehrer gleich verbeamtet. In Fächern wie Mathematik und Sonderpädagogik sei bereits jetzt erkennbar, dass die freiwerdenden Stellen bis 2020 mit aktuellen Lehramtsstudenten nicht besetzt werden könnten. Deshalb werde eine differenzierte Lehrerbedarfsprognose bis 2030 gebraucht.
Zwangseinschulung mit sechs Jahren Die Regelung soll abgeschafft werden.
Noten in der Grundschule Liebing will Noten ab der dritten Grundschulklasse einführen.
Schulartempfehlung Eltern sollen von Lehrern beraten werden.
Schularten An der Struktur mit Gymnasien und Gemeinschaftsschulen werde nicht gerüttelt, versicherte der CDU-Landeschef.
Einheitslehrer Jede Schulart brauche eine eigenständige Lehrerausbildung. „Einen Einheitslehrer für Gymnasium und Gemeinschaftsschule wird es mit uns nicht geben“, sagte Liebing.
Inklusion Beim gemeinsamen Unterricht für behinderte und nichtbehinderte Schüler will Liebing Abstriche machen. „Die Eltern müssen wählen können, ob sie ihre Kinder besser auf einer Förderschule oder mit inklusivem Unterricht versorgt sehen.“ Der jetzigen Regierung gehe es nur darum, eine hohe Inklusionsquote zu erreichen, rügte Liebing. „Diese Landesregierung fährt Inklusion an die Wand.“
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erstellt am 30.Aug.2016 | 16:46 Uhr

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