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Politik

23. März 2017 | 19:32 Uhr

Schleswig-Holstein : Polizei sagt Kriminalität im Netz den Kampf an

vom

Experten gesucht: Cyber-Spezialisten sollen Straftaten aufdecken.

Kiel Die Polizei  rüstet auf im Kampf gegen die dunkle Seite des Internets: Zum 1. Juni will sie in Schleswig-Holstein 13 Cyber-Rechercheure einstellen. Die Ausschreibung haben Landespolizei und Landeskriminalamt bundesweit bei Job-Portalen eingestellt.  Ziel ist es, Spezialisten zu finden, die den Ermittlern dabei helfen, den digitalen Untergrund auszuleuchten. „Die neuen Kräfte sollen systematisch das Internet beobachten, Gefahrenquellen erkennen und identifizieren, außerdem die Planung von Straftaten aufdecken“, bestätigt Uwe Keller, Sprecher im Landeskriminalamt.

Gesucht werden Informatiker mit Hochschulabschluss, die fundierte Kenntnisse aller Internetdienste und  -protokolle haben. Sie sollen auf offenen Plattformen wie Facebook oder Twitter recherchieren, aber auch im Darknet Täter identifizieren und Quellen sichern. Die Vollzeitstellen werden den Bereichen Cybercrime, Waffen- und Falschgeld sowie Staatsschutz zugeordnet.  Letztere erhält acht der Bewerber, viert davon werden auf die Staatsschutzabteilungen der Direktionen im Land verteilt.

Diese Schwerpunktsetzung zeigt, dass die Polizei große Gefahren durch politisch oder religiös motivierte Straftäter sieht.  Thorsten Kramer, Direktor des Landeskriminalamts, hatte jüngst bei einem Treffen mit Vertretern der Gewerkschaft der Polizei erklärt, Prioritäten bei der Überwachung von Terrorverdächtigen zu setzten, um Anschläge im Vorfeld zu verhindern. Allerdings fehle sprachkundiges Personal. In der Stellenausschreibung heißt es nun: „Ausdrücklich begrüßen wir es, wenn sich Menschen mit Migrationshintergrund bei uns bewerben.“

Wie groß die Resonanz auf die Anzeigen ist, darüber macht die Polizei keine Angaben. „Drei Cyber-Rechercheure sind bereits eingestellt worden“,  sagt Keller nur.  Sie werden als  Tarifangestellte beschäftigt, die Möglichkeit einer Verbeamtung werde aber geprüft.

Ihre Kräfte verstärkt die Polizei außerdem in einem Bereich, den die Piraten derzeit scharf kritisieren:  Handy-Ortungen durch Funkzellenabfragen. Deren Zahl ist von 440 im Jahr 2014 auf zuletzt 866 gestiegen. Jetzt sucht das Landeskriminalamt zwei Experten für die Aufbereitung von Daten aus der Telekommunikationsüberwachung in Strafsachen und zur Gefahrenabwehr. Begrüßt werden laut Stellenausschreibung Kenntnisse aus dem Bereich von Kommunikationsspuren, mit denen die Identität des Nutzers,  die Seriennummer seines Mobiltelefons sowie Netz und Zelle eindeutig  identifiziert werden können. Zu tun gibt es in diesem Bereich offenbar reichlich, die „Bereitschaft zur Mehrarbeit und unregelmäßigen Dienstzeiten“ wird eingefordert.

Das Internet als Fahndungsinstrument. Die Landespolizei will dabei nicht nur auf ihre Mitarbeiter setzen, sondern auch auf die Bürger. Derzeit wird ein Hinweisportal entwickelt, auf dem bei schweren Straftaten Videos und Filme hochgeladen werden können. Nach dem Anschlag in Berlin hatte das Bundeskriminalamt ein solches Portal freigeschaltet. Es war nach den Anschlägen  in Boston 2013 aufgebaut worden, Dort waren die Täter mit Hilfe von Videoaufnahmen identifiziert wordenEckard Gehm.

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erstellt am 13.Mär.2017 | 06:46 Uhr

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