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Politik

09. Dezember 2016 | 18:30 Uhr

Stallpflicht in SH wegen Vogelgrippe : Nordfriesland droht Hobby-Haltern mit Zwangsschlachtung ihrer Tiere

vom

Einige Geflügelhalter wehren sich gegen die verordnete Stallpflicht. Kreisveterinär Dieter Schulze ist fassungslos.

Husum | Einige Hobby-Geflügelhalter in Nordfriesland wehren sich gegen die wegen der Vogelgrippe erlassene Stallpflicht. Die jeweils bis zu 25 Tiere der Halter leben demnach weiterhin im Freien, obwohl die hoch ansteckende Geflügelpest grassiert. Kreisveterinär Dieter Schulze reagierte empört: „Es ist unfassbar. Einen so bodenlosen Leichtsinn und eine solche Verantwortungslosigkeit angesichts einer Tierseuche habe ich noch nicht erlebt.“ Die Besitzer werden nun per Brief aufgeordert, ihre Hühner, Gänse oder Enten unterzustellen. Ihnen drohe mindestens 500 Euro Bußgeld.

Von Donnerstag an gelten in Schleswig-Holstein auch für kleinere Betriebe mit weniger als 1000 Tieren strenge Sicherheitsmaßnahmen wie das Tragen von Schutzkleidung und Hygienevorschriften wie Desinfizieren.  Ein schnelles Ende der Vogelgrippe-Epidemie ist derweil nicht in Sicht:  In allen Bundesländern - außer in Berlin - herrscht inzwischen Stallpflicht.

Bereits jetzt droht die Verwaltung damit, den Bestand zwangsweise schlachten zu lassen. Dies werde derzeit rechtlich geprüft. Der Kreis wies die Halter auch auf mögliche Schadenersatzforderungen hin - falls sich das Virus über die Kleintierhaltung ausbreiten und Schaden anrichten sollte. Dies könnte „den Betroffenen vollständig ruinieren“, warnte der Kreisveterinär. In Nordfriesland gibt es rund 1800 Geflügelhalter, darunter 1600 kleine.

Die Ausbreitung der Vogelgrippe gibt auch nach Ansicht von Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) allen Grund zur Sorge. „Es grassiert wirklich“, sagte Habeck am Mittwoch im Landtag in Kiel. Er appellierte eindringlich an alle kleinen Hobbyhalter, die von diesem Donnerstag an auch für sie geltenden strengen Sicherheitsauflagen penibel einzuhalten. Falls in einer kleinen Haltung nur ein einziges Tier vom aggressiven Geflügelpest-Erreger H5N8 befallen werde, müssten in einem Umkreis von zehn Kilometern sämtliche Geflügelhaltungen unter massiven Einschränkungen leiden. Solidarität sei geboten. Inzwischen habe Schleswig-Holstein wegen Vogelgrippe einen zwölften Sperrbezirk einrichten müssen - und zwar im Kreis Schleswig-Flensburg.

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erstellt am 16.Nov.2016 | 15:37 Uhr

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