zur Navigation springen

Politik

28. Februar 2017 | 18:13 Uhr

Finanzhilfen : Millionen für Unis in SH: Entscheidung im Juni

vom

Hilft Schleswig-Holstein den klammen Hochschulen noch mit einer zusätzlichen Finanzspritze? Das Wissenschaftsministerium will in der Landesregierung Gespräche führen.

Kiel/Flensburg | Die Hochschulen in Schleswig-Holstein sollen bis Ende Juni endgültig Klarheit über Millionenhilfen erhalten. „Wir nehmen den Brandbrief, den die Landesrektorenkonferenz geschrieben hat, sehr ernst“, sagte Wissenschaftsstaatssekretär Rolf Fischer am Freitag in Kiel nach einer Tagung der Hochschulkommission. Es sei nicht auszuschließen, dass Mittel für die Hochschulen in den wegen gestiegener Flüchtlingsausgaben ohnehin geplanten Nachtragshaushalt des Landes fließen. „In der Landesregierung wird es über die finanzielle Situation der Hochschulen Gespräche geben“, sagte Fischer. Damit sei natürlich auch Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) gemeint.

Die Hochschulen fordern ein Sonderprogramm wegen des doppelten Abiturjahrgangs 2016. Schleswig-Holstein könne bundesweit nicht das einzige Bundesland sein, das hierfür keine zusätzlichen Mittel bereitstelle, sagte der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz, Prof. Werner Reinhart. Sogar Mecklenburg-Vorpommern wolle 20 Millionen seiner durch die Übernahme des Bundes freiwerdenden Bafög-Millionen den Hochschulen geben. Mit Studiengebühren helfe Niedersachsen den Hochschulen. Schleswig-Holstein hat keine Studiengebühren und gibt seine frei gewordenen Bafög-Gelder in Höhe von 36,4 Millionen Euro komplett an die Schulen.

Unabhängig von dem geforderten Sonderprogramm wegen des doppelten Abi-Jahrgangs hat das Land bereits eine langfristige, dauerhafte Aufstockung von 30 Millionen Euro jährlich für die Hochschulen im Norden zugesagt. Das Geld soll mit dem Auslaufen des Hochschulpaktes III fließen - ab 2022 ansteigend auf 30 Millionen ab 2024.

Bis 30. Juni soll feststehen, wie zusätzliche 450 Millionen Euro aus dem Hochschulpakt III für 2016 bis 2020 für die höheren Studierendenzahlen im Norden genau verteilt werden. Die Zahl der Studienanfänger im Land wird 2016 auf einen Höchststand von über 12.000 steigen; 2005 waren es noch gut 8000.

Reinhart betonte, bis zum 30. Juni müsse klar sein, mit welchen Geldern die Hochschulen langfristig rechnen können. Dann könnten auch hunderte Zeitverträge von Hochschuldozenten endlich in unbefristete Anstellungsverträge umgewandelt werden, ergänzte Prof. Udo Beer von der Fachhochschule Kiel. Dies sei zur langfristigen Stärkung notwendig, anderenfalls drohe ein Abwandern der dringend benötigten Lehrkräfte. Fischer versicherte, bis Ende Juni herrsche Klarheit. Der Sanierungsstau und notwendige Neubauten im Hochschulbereich sind ein gravierendes Problem, für das sich aber Lösungen abzeichnen.

Inzwischen sei die lange strittige Frage geklärt, dass Hochschulpakt-Mittel auch für Baumaßnahmen verwendet werden dürften, sagte Fischer. Die Hochschulen haben Rücklagen gebildet. Außerdem hat das Land ein Sondervermögen Hochschulsanierung in Höhe von 80 Millionen Euro bereitgestellt, das aber bisher praktisch nicht in Anspruch genommen wurde. Laut Fischer dürften in diesem Jahr bis zu vier Millionen und im nächsten Jahr 20 Millionen Euro davon verwendet werden.

zur Startseite

von
erstellt am 13.Mär.2015 | 17:45 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen