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Politik

05. Dezember 2016 | 09:34 Uhr

Nach Schließung im Juni : Jugendheim in Dithmarschen darf geöffnet bleiben

vom

Das Verwaltungsgericht in Schleswig hat entschieden. Das Heim war wegen des Verdachts auf Kindeswohlgefährdung geschlossen worden.

Kiel/Schleswig | Ein zuletzt wegen Missständen geschlossenes Jugendheim im Kreis Dithmarschen darf zunächst weiterbetrieben werden. Sollten die Betreiber gegen den Entzug der Betriebserlaubnis klagen, dürfe es bis zu einer Gerichtsentscheidung darüber geöffnet bleiben, sagte ein Sprecher des Landessozialministeriums am Donnerstag. Das habe das Verwaltungsgericht Schleswig in einem Eilantrag entschieden. Ein Gerichtssprecher war am Donnerstagabend zunächst nicht zu erreichen.

Der Friesenhof-Skandal schockierte im vergangenen Jahr ganz Schleswig-Holstein. Das Land zieht daraus Konsequenzen. Neben einem Untersuchungsausschuss zu dem speziellen Fall werden auch andere Heime besser kontrolliert.

Die acht Jungen und Mädchen im Alter von 14 bis 18 Jahren waren Mitte Juni vom Kreis in Obhut genommen worden, da der „dringende Verdacht auf eine akute Kindeswohlgefährdung“ vorlag. Nun muss das Landesjugendamt beim Sozialministerium die für die Jugendlichen jeweils verantwortlichen Jugendämter über den möglichen Weiterbetrieb informieren. Sollte sich das Heim gegen die Schließung wehren, müssten diese entscheiden, ob sie die Jugendlichen wieder dorthin zurückschicken. Das Landesjugendamt bleibt derweil bei seiner Position: Der Betreiber sei „weder willens noch in der Lage“, Missstände abzustellen.

In Schleswig-Holstein haben inzwischen drei Jugendhilfeeinrichtungen ihre Betriebserlaubnis verloren - zunächst der Friesenhof im Kreis Dithmarschen im Juni 2015 unter anderem wegen menschenunwürdiger Erziehungspraktiken, dann im März 2016 eine weitere Einrichtung für Mädchen in Flensburg wegen des Verdachts des Drogenmissbrauchs und schließlich die weitere Jugendeinrichtung in Dithmarschen.

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erstellt am 07.Jul.2016 | 18:55 Uhr

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