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Politik

08. Dezember 2016 | 13:00 Uhr

Bildungschancen : Interaktive Karte: So viele Jugendliche brechen in SH die Schule ab

vom

Ein Schulabschluss ist keine Selbstverständlichkeit. 7,5 Prozent der Jugendlichen beenden die Schule ohne Abschluss.

Kiel | Noch genießen die Schüler ihre Ferien. Doch in etwas mehr als einer Woche geht der Schulalltag wieder los – und mit ihm für viele auch der Kampf um einen Abschluss. Deutschlandweit verlassen 5,5 Prozent eines Jahrgangs die Schule ohne Perspektiven. In Schleswig-Holstein liegt der Durchschnittswert sogar noch über dem Bundestrend. 7,5 Prozent der Jugendlichen beendeten 2015 die Schule ohne Abschluss.

Die Karte zeigt die Abschlussquoten nach Kreisen in SH:

Daten für den Abschlussjahrgang 2015/2016 hat das schleswig-holsteinische Bildungsministerium bislang nicht auf Kreisebene veröffentlicht. Die Zahlen der Schulabbrecher sind aber wieder rückläufig.

 

Regionale Unterschiede

Die Abschlussquoten variieren regional sehr stark. Negativer Spitzenreiter in Schleswig-Holstein ist Lübeck. 11,5 Prozent eines Jahrgangs verlassen ohne Abschluss die Schule, in Dithmarschen sind es 11,3 Prozent. Der Süden des Landes schneidet deutlich besser ab. Im Kreis Pinneberg ist die Abbrecherquote mit 5,8 Prozent am niedrigsten. Bei unseren Nachbarn in Hamburg ist die Zahl noch geringer (4,9 Prozent). Im Vergleich der Bundesländer schneidet Schleswig-Holstein unterdurchschnittlich ab.

Bundesweit am meisten Schulabbrecher gibt es prozentual im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt, 14,4 Prozent verlassen hier die Schule ohne Abschluss. Am besten sieht es im fränkischen Ansbach aus, wo der Wert 1,1 Prozent beträgt.

Die Ursachen

Die Unterschiede in der Quote der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss haben verschiedene Ursachen, zeigt eine große Studie der Caritas und des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI). Den größten Einfluss darauf haben der Anteil der Förderschüler und die Arbeitslosenquote. Wo es viele Arbeitslose gibt, schaffen viele Schüler den Abschluss nicht, und ohne Abschluss bleibt man eher arbeitslos. An Orten mit vielen Förderschülern ist der Anteil der Abgänger ohne Schulabschluss hoch. Unter Förderschülern ist die Abbrecherquote besonders hoch.

Die jeweiligen sozioökonomischen Bedingungen spielen eine Rolle, aber auch die vor Ort vorhandenen Angebote zur Förderung benachteiligter Kinder und Jugendlicher. Die Caritas ruft die Verantwortlichen aus Politik, Schule, Arbeitsamt und Wirtschaft zur Kooperation auf. „Wer die Schule ohne Abschluss verlässt, hat deutlich weniger Chancen auf einen Ausbildungsplatz und damit eine schlechtere berufliche Perspektive“, betont Caritas-Direktorin Angelika Berger. „Man muss vor Ort deutlich mehr für benachteiligte Schülerinnen und Schüler tun. Das gelingende Miteinander von Schulsozialarbeit, frühen Hilfen, Berufsberatung und Elternarbeit trägt entscheidend dazu bei, dass Kinder und Jugendliche ihren Hauptschulabschluss erreichen“, so Berger.

Zeitliche Entwicklung

Jahrelang ist der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss in Deutschland immer wieder leicht gefallen, von 6,6 Prozent im Jahr 2009 auf 5,2 Prozent 2013. Nun ist die Zahl wieder gestiegen. Aktuelle Zahlen aus Schleswig-Holstein zeigen, dass die Zahl der Schüler ohne Abschluss wieder sinkt. Das Diagramm zeigt die Entwicklung seit 1995:

 

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erstellt am 24.Aug.2016 | 13:26 Uhr

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