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Politik

09. Dezember 2016 | 08:51 Uhr

Weniger Plätze für Flüchtlinge : Innenministerium schließt mehrere Erstaufnahmen in SH

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Flüchtlingszahlen sind so rückläufig, dass Innenminister Studt nun Anlass zum Handeln sieht. Einige Standorte schließen.

Kiel | Von etwa 8000 Plätzen für Flüchtlinge in Schleswig-Holstein waren in der vergangenen Woche nur 1200 belegt. Das Land zieht daraus Konsequenzen und schließt mehrere Einrichtungen. Das hat Innenminister Stefan Studt am Dienstagmachmittag in Kiel bekannt gegeben: „Die Flüchtlingszahlen sind weiterhin rückläufig, die Auslastung der Einrichtungen ist gering. Die Gesellschaft erwartet zu Recht einen verantwortungsvollen und ausgewogenen Umgang mit Ressourcen. Daher wird das Land Schleswig-Holstein  die Strukturen der Erstaufnahme flexibel an die neuen Gegebenheiten anpassen“, sagte Studt.

Was ändert sich, was bleibt?

 

Die vier Standorte Neumünster, Glückstadt, Rendsburg und Boostedt  werden als sogenannte Qualifizierte Erstaufnahmeeinrichtungen, in denen das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge Asylverfahren verschiedener Kategorien durchführt, beibehalten. Sie werden über eine Gesamtkapazität von 6500 Plätzen verfügen.

Die Landesunterkünfte Seeth und Lütjenburg werden als Reserveliegenschaften für den Fall eines dauerhaften Wiederanstiegs der Zugangszahlen vorgehalten. Sie verfügen über eine Kapazität von insgesamt 2000 Plätzen.

Die als weitere Landesunterkünfte in Erwägung gezogenen und infrastrukturell hergerichteten Standorte Alt Duvenstedt und Leck werden zunächst nicht in Betrieb genommen, aber als weitere Reservefläche vorgehalten.

Weitere im vergangenen Jahr entwickelte Strukturen werden dagegen sukzessive abgebaut. Die Landesunterkünfte Itzehoe, Kellinghusen und Husum, die sich gegenwärtig im Leerstandsbetrieb befinden, werden geschlossen. In Husum wurden bereits am Montag Container abgebaut. Die Landesunterkünfte Lübeck, Albersdorf, Eggebek, Kiel Nordmarksportfeld sowie Kiel Niemannsweg sollen gleichfalls nicht mehr für die Unterbringung von Asylsuchenden genutzt und bis Ende des Jahres geschlossen werden.

rot=soll schließen oder bereits geschlossen, gelbes Haus: Qualifizierte Erstaufnahmeeinrichtung, violettes Haus= Reserveliegenschaft (ggf. dauerhafter Wiedereinstieg), rotes Haus=Reservefläche

So ist die Situation aktuell in SH

Im ersten Halbjahr 2016 wurden rund 6500 Flüchtlinge in Schleswig-Holstein aufgenommen. Die zugangsstärksten Herkunftsländer waren Syrien, der Irak und Afghanistan (zusammen 78 Prozent). Der Anteil der Personen aus sicheren Herkunftsländern betrug 2,28 Prozent. 59 Prozent der Flüchtlinge stammen aus Ländern mit einer guten Bleibeperspektive.

Und: Um den Stadtstaat zu entlasten, sollen zudem voraussichtlich bald erste Flüchtlinge aus Hamburg in Bad Segeberg untergebracht werden. Der Abschluss eines Abkommens mit der Hansestadt stehe kurz bevor, sagte Studt. Mit der Belegung solle möglichst noch im Juli begonnen werden. Er vermute, dass es zunächst um eine niedrige dreistellige Zahl gehe, sagte Studt. Bei einer Zweierbelegung in einem Raum beträgt die Kapazität laut Innenministerium gut 1000 Plätze. Bei einer Viererbelegung wären 1500 bis 2000 möglich.

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erstellt am 13.Jul.2016 | 20:53 Uhr

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