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Politik

30. August 2016 | 09:21 Uhr

Herzogtum Lauenburg : Escheburg: Brandanschlag auf Flüchtlingswohnung

vom

Bislang unbekannte Täter werfen einen Brandsatz in ein Haus, in das am Montag Asylbewerber ziehen sollten.

Escheburg | Entsetzen in Escheburg im Kreis Herzogtum Lauenburg: Unbekannte haben am Montag gegen 13.15 Uhr einen Brandsatz in ein Holzhaus geworfen, in das am Montag Asylbewerber aus dem Irak einziehen sollten. Die Feuerwehr brachte den Brand schnell unter Kontrolle, jetzt ermittelt die Polizei.

Nach ersten Erkenntnissen wurde ein mit brennenden Lappen präparierter Kanister mit Verdünnung zum Pinselreinigen durch eine Fensterscheibe ins Erdgeschoss des Holzhauses geworfen. Der Holzfußboden, Wandvertäfelungen und die Möbel des bereits für die erwarteten Bewohner hergerichteten Essplatzes gerieten daraufhin in Brand. „Wir waren zum Glück schnell am Einsatzort und konnten Schlimmeres verhindern“, sagte Escheburgs Wehrführer Ingo Arndt. Neben den Rettern aus dem Ort waren auch Feuerwehrleute aus Kröppelshagen mit im Einsatz, insgesamt 30 Feuerwehrleute mit sechs Fahrzeugen. Arndt: „Das hätte hier auch ganz anders ausgehen können.“ Den Kanister und die Stofffetzen stellten Polizisten sicher.

„Wir haben hier im Dorf zwar schon längere Zeit Diskussionen über die Unterbringung von Asylbewerbern, aber das das Thema so eskaliert, hätte ich nicht für möglich gehalten“, erklärte Bürgermeister Rainer Bork. Das Amt hatte das aus zwei Hälften bestehende Holzhaus in dem Neubaugebiet unweit der Schule und des Golfplatzes gerade erst für mehr als 300.000 Euro gekauft, um dort die dezentrale Unterbringung von Asylsuchenden im Amtsgebiet fortzuführen.

„Ich bin betroffen über diese abscheuliche Tat“, sagte Amtsvorsteherin Martina Falkenberg. Erst am Montagmorgen hatten Escheburger die Amtsverwaltung besucht und ihren Unmut über das Vorhaben in ihrer Nachbarschaft vorgetragen. Sie fühlen sich zu schlecht informiert. Bork: „Was sollten wir denn machen, wir haben ja kaum einen Vorlauf, um die Asylsuchenden, die dem Amt zugewiesen werden, irgendwie unterzubringen.“

Eine Anwohnerin aus der gepflegten Siedlung beobachtete den Einsatz und war schockiert, als sie von dem Vorfall hörte. „Das ist eine abscheuliche Tat, wer macht denn so etwas“, sagte die 46-Jährige.

„Wir hatten in dem Haus gerade erst alles eingerichtet und Rauchwarnmelder installiert. Dienstag hätten hier die ersten Männer einziehen sollen“, sagte Björn Teller von der Amtsverwaltung, der das Objekt betreut. Womöglich war es gerade die Ankündigung, dass statt Familien ausschließlich Männer ins Haus einziehen sollten. „In der Nachbarschaft herrschte Angst“, berichtete Bork.

3400 Menschen leben in Escheburg, das vor allem aufgrund seiner Nähe und guten Anbindung an Hamburg als Wohnort sehr beliebt ist. „So, wie es jetzt hier wirkt, kenne ich Escheburg nicht", sagte der Bürgermeister, der sofort zur Brandstelle geeilt war. Weder im Gemeinderat noch bei einer Einwohnerversammlung hätte es Widerstand gegen die Unterbringung von Asylbewerbern im Dorf gegeben. Erst vor wenigen Tagen hätten sich plötzlich Anwohner formiert, so Bork.

Die Polizei bittet um Mithilfe. Hinweise von Zeugen werden unter der Telefonnummer (04152) 80030 entgegengenommen.

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erstellt am 09.Feb.2015 | 15:38 Uhr

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