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Politik

11. Dezember 2016 | 01:19 Uhr

Affäre um Mitgliederwerbung : CDU-Politiker Thomas Klömmer verzichtet auf Landtagskandidatur

vom

Die Aufregung um die fragwürdige CDU-Nominierung für die Landtagswahl 2017 hat Konsequenzen. Die CDU braucht einen neuen Kandidaten.

Schleswig | Thomas Klömmer, CDU-Landtagskandidat im Wahlkreis 6 (Dithmarschen-Schleswig) wird doch nicht zur Landtagswahl 2017 antreten. Klömmer habe gegenüber dem Kreisvorsitzenden der CDU Schleswig-Flensburg, Johannes Callsen, seinen Verzicht auf die Kandidatur erklärt, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Thomas Klömmers Nominierung zum Direktkandidaten im Wahlkreis 6 am 11. Februar in Pahlen hatte die CDU in Schleswig-Holstein in Aufruhr versetzt. Klömmer setzte sich gegen Heike Franzen durch. Allerdings kam später heraus: Er hatte um Mitglieder geworben - und ihnen gleichzeitig gesagt, sie könnten nach seiner Nominierung ja wieder austreten. Nicht nur Ingbert Liebing, Chef der Nord-CDU, kritisierte das scharf.

„Ich bedaure den Eindruck, der durch meine WhatsApp entstanden ist. Mit meinem Verzicht auf die Kandidatur möchte ich einen Neustart im Wahlkreis ermöglichen und einen eigenen Beitrag für die Glaubwürdigkeit der CDU und die politische Kultur leisten. Ich werde mich auch deshalb nicht erneut um eine Kandidatur bewerben“, sagte Klömmer jetzt.

Schleswig-Flensburgs CDU-Kreisvorsitzender Johannes Callsen und Dithmarschens CDU-Kreisvorsitzender Volker Nielsen hätten die Entscheidung von Thomas Klömmer mit Respekt zur Kenntnis genommen, hieß es. Klömmer leiste hiermit einen wichtigen Beitrag für die politische Kultur. Thomas Klömmer leiste als Bürgermeister von Erfde und Kreistagsabgeordneter eine erfolgreiche Arbeit für die Region.

Bereits am Mittwoch hatte der Chef der Unionsfraktion im Schleswiger Kreistag, Timo Kux, in der Affäre um Mitgliederwerbung bei der CDU persönliche Konsequenzen gezogen. Er trat mit sofortiger Wirkung von sämtlichen Ämtern zurück. „Ich habe nicht gewollt, dass das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Anständigkeit von Kommunalpolitikern, die sich mit hohem Engagement für eine mehr als gut erkannte Sache einsetzen, gefährdet wird“, heißt es in der Pressemitteilung. Kux hatte als Unterstützer von Heike Franzen als Sponsor des VfB Schuby aggressiv um Stimmen geworben.

Als wäre das nicht schon Schaden genug, gibt es eine weitere Panne bei der Nord-CDU: Zu einer Versammlung wurden die Frauen nicht eingeladen. Die Wahlkreis-Mitgliederversammlung zur Nominierung von CDU-Landeschef Ingbert Liebing für die Landtagswahl 2017 wurde daher aus formalen Gründen um eine Woche verschoben. Hintergrund sei eine Computerpanne, sagte der stellvertretende Landesgeschäftsführer, Jörg Höllmann, am Donnerstag in Kiel. Der Wahlkreis 1 Nordfriesland habe 682 CDU-Mitglieder, davon seien 180 Frauen. 39 weibliche Parteimitlieder, die gleichzeitig Ehefrauen von Parteimitgliedern sind, seien wegen einer technischen Panne schriftlich nicht persönlich zu der Versammlung eingeladen worden, sondern nur ihre Ehemänner. Deshalb sei die ursprünglich für den 5. März vorgesehene Wahlkreis-Mitgliederversammlung jetzt auf den 12. März im Restaurant Friesenhof in Niebüll (Kreis Nordfriesland) verschoben worden.

SPD-Landeschef Ralf Stegner kommentierte am Donnerstag auf Twitter ironisch:

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erstellt am 25.Feb.2016 | 15:46 Uhr

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