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Politik

23. März 2017 | 17:38 Uhr

Neue Bildungsministerin in SH : Britta Ernst: Norddeutsch zurückhaltend und bestens vernetzt

vom
Aus der Onlineredaktion

Nach Quereinsteigerin Wende hat mit Britta Ernst ein Politikprofi das Bildungsressort im Norden übernommen. Das Wissenschaftsressort übernimmt Kristin Alheit.

Kiel | Sie gilt als fachlich versiert und bestens vernetzt: Kurz vor neun Uhr am Dienstagmorgen betritt die neue schleswig-holsteinische Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) Haus B der Landesregierung in Kiel. Mit der 53-Jährigen setzt Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) nach Seiteneinsteigerin Waltraud Wende (parteilos) diesmal auf einen Politikprofi. „Ich freue mich sehr, mit ihr eine sehr profunde Kennerin der Bildungspolitik, gerade der Bildungspolitik im Norden, gewonnen zu haben“, sagte er. „Ich war sehr froh, dass sie am Wochenende gar nicht lange brauchte, um zu sagen: Da möchte ich dabei sein.“

Mit der Ernennung von Britta Ernst als neuer Bildungsministerin hat Ministerpräsident Torsten Albig auch den Ressortzuschnitt geändert. Ernst ist Ministerin für Schule und berufliche Bildung. Ihre zurückgetretene Vorgängerin Waltraud Wende (parteilos) war auch für Wissenschaft zuständig. Für Wissenschaft und damit auch für das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) hat jetzt das Sozialministerium unter Ministerin Kristin Alheit (SPD) die Federführung. Der Grund: Der Chef des Universitätsklinikums, Jens Scholz, ist der Bruder des Hamburger Regierungschefs und somit der Schwager von Ernst. „Das ist zwangsläufige Folge unserer corporate governance-Regeln (Grundsätze der Unternehmensführung), erklärte Albig.

Ernst ist mit Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) verheiratet. Sie war jahrelang Abgeordnete in der Hamburger Bürgerschaft. Als Scholz aus der Bundespolitik in das Hamburger Rathaus wechselte, erklärte sie, dass sie nicht in der Landespolitik bleiben wolle. So kam es 2011 sozusagen zum Ringtausch. In der Hauptstadt arbeitete sie dann für die SPD-Bundestagsfraktion. In der Bundes-SPD genießt Ernst hohes Ansehen. Sie wird als klar in ihren Ansagen beschrieben, fachlich versiert, menschlich sehr umgänglich. Und als „norddeutsch zurückhaltend“.

Ist Olaf Scholz mal wieder in der Hauptstadt, um zum Beispiel mit Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) über die Zukunft des „Soli“ zu verhandeln, tauchen beide auch des öfteren auf abendlichen Empfängen auf. Aber sie wirkt dabei nie wie die Frau Bürgermeister, sondern sehr eigenständig. Im Gegensatz zu Scholz, der in Osnabrück geboren wurde, aber dann in der Hansestadt aufwuchs, ist sie eine waschechte Hamburgerin.

Sie war schon mehrfach in Schattenkabinetten für das Thema Bildung zuständig, so auch im Team des Hamburger Spitzenkandidaten Michael Naumann 2008: Sie regte damals kostenlose Mittagessen in Kitas und die Abschaffung des Büchergeldes an den Schulen an. Vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein ein Jahr später hatte der damalige Spitzenkandidat der SPD, Ralf Stegner, Ernst ebenfalls in seiner Kandidatenriege für das Kabinett. Die SPD verlor aber die Wahl.

In der Bildungspolitik gilt Ernst als bestens vernetzt, das Thema ist seit vielen Jahren einer ihrer Schwerpunkte. „Ich stehe für gute Schulen, starke Stadtteilschulen, gute berufliche Bildung, Chancen für alle Kinder und Jugendlichen und für die Verbindung von Leistung und Gerechtigkeit“, beschrieb sie selbst einmal ihren Anspruch.

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erstellt am 16.Sep.2014 | 10:38 Uhr

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