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Banner in SH : Botschaft an Robert: Bauern-Protest gegen Habeck

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

„Robert vernichtet Höfe“: Solche Botschaften liest Landwirtschaftsminister Robert Habeck auf seinem Weg zur Arbeit. Der Minister antwortet via Facebook.

Es fängt ganz harmlos an: „Guten Morgen, Robert“, liest Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), kurz nachdem er auf dem Weg zur Arbeit von Flensburg nach Kiel auf die A 7 fährt. Kurz vor Schleswig rückt die Botschaft „Das waren wir, Robert“ in sein Blickfeld – sie steht auf einem Banner, das inmitten einer schönen Knicklandschaft an Strohballen befestigt ist. Bis hinter die Rader Hochbrücke verfolgen ihn die Botschaften, die Bauern ihm auf ihren Feldern und Wiesen hinterlassen haben. Und die bleiben nicht immer friedlich: „Robert vernichtet Höfe“, liest der Minister etwa, oder „Robert zerstört unsere Knicks“.

Initiator der Aktion ist der Bauernverband. „Wir geben dem Minister einige Botschaften zu Problemen mit auf den Arbeitsweg, bei denen wir trotz aller Dialoge nicht ganz einverstanden mit seiner Politik sind“, sagt Verbandssprecher Klaus Dahmke. Viele fühlen sich übergangen, sagt Bauernpräsident Werner Schwarz, wenn am Ende von Gesprächen Ergebnisse stehen, die überhaupt nicht den Vorstellungen der Betroffenen entsprechen. Und das sind vor allem Verordnungen wie der Erlass zu einem 50 Zentimeter breiten Randstreifen an Knicks, neuen Filteranlagen in Schweine- und Geflügelställen und das Grünland-Umbruchsverbot. „Solche Erlasse machen das Wirtschaften vor allem für kleinere Betriebe immer schwieriger“, sagt Dahmke. Auf insgesamt 16 Plakaten wenden sich die Landwirte an Habeck. Die Hälfte steht bereits – in Fahrtrichtung Süden. Heute sollen die Botschaften für Habecks Heimreise aufgehängt werden.

Und der Minister? Der nimmt es erstmal mit Humor. „Guten Abend, Bauernverband SH!“, schreibt er im Internet auf Facebook. „Ich sag nur, danke für die Landschaft, da wo sie schön ist“, antwortet er auf ein Plakat, auf dem steht: „Schöne Landschaft, Robert“. Und ergänzt: „Die will ich auch gern schön erhalten.“

Es sei normal, dass es Diskussionen gibt, sagt Habeck. „Wir sind in einem guten Dialog mit dem Bauernverband und da deutlich vorangekommen. Wer die Erwartung hat, dass es nirgendwo Konflikte gibt, liegt falsch.“ Zum Thema Höfesterben sagt er, die Zahl der Bauernhöfe habe sich in den letzten 20 Jahren von ungefähr 30.000 auf jetzt 15.000 halbiert. Der agrarstrukturelle Wandel nach dem Prinzip „wachse oder weiche“ sei seit langem Fakt – „ganz ohne Roberts Zutun.“

Am Dienstagmorgen äußerte sich Habeck auch auf seinem Facebook-Account:

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erstellt am 09.Jun.2014 | 16:12 Uhr

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