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Panorama

09. Dezember 2016 | 08:46 Uhr

Sehenswürdigkeiten in Schleswig-Holstein : Was man in SH gesehen haben muss - wir aber nie besucht haben

vom
Aus der Onlineredaktion

Schloss Gottorf? St. Peter-Ording? Lauenburg? Nie gesehen. Bekenntnisse aus der Redaktion von shz.de.

Schleswig-Holstein wird in diesem Jahr 70 - und ist so schön, da sind wir uns in der Redaktion von shz.de einig. Zum Beispiel in St. Peter-Ording ... „Ich war da noch nie“, gesteht eine Kollegin. Fassungslosigkeit macht sich breit: „Was?“ Andere waren noch nie auf Schloss Gottorf, in Lauenburg oder auf Fehmarn. Ein bisschen schämen wir uns für unsere Schleswig-Holstein-Ignoranz. Befreiende Bekenntnisse.

St. Peter-Ording

Der weite Strand vor St. Peter-Ording ist zu jeder Jahreszeit ein Anziehungspunkt für Urlauber.
Der weite Strand vor St. Peter-Ording ist zu jeder Jahreszeit ein Anziehungspunkt für Urlauber. Foto: Staudt

Der Strand von St. Peter-Ording wird bei Trip Advisor auf Platz drei der zehn besten SH-Sehenswürdigkeiten gerankt. Ich war noch nie da, ich habe nur eine verschwommene Teenager-TV-Erinnerung: In der ARD-Serie „Gegen den Wind“ surften Hardy Krüger junior und Ralf Bauer in den 90ern betont lässig über die Nordsee und durchs Leben, bei mir zu Hause gab's streng genommen nur Wiesen und Gebüsche.

Seit vier Jahren wohne ich in Flensburg und habe Sand und Wasser vor der Haustür. Ich kenne Strände auf Sylt, Föhr und Amrum - und auf ein paar anderen Inseln, die hier aber nicht zählen, weil sie nicht in Schleswig-Holstein liegen. Was soll ich also in St. Peter-Ording? Was ist so toll an St. Peter-Ording? „Die Weite“, sagt eine Kollegin. „Man kann mit dem Auto bis auf den Strand fahren“, schwärmt ein Pragmatiker. Ich habe seit zwei Jahren kein Auto mehr. Und wahrscheinlich ist genau das der Grund, warum ich noch nie in St. Peter-Ording war. Aber ich fahre demnächst mal hin, bestimmt. Wenn ich Freunde mit Auto überredet habe. Bis dahin schaue ich mir die Webcams an. Mit Sand, Wellen, Regentropfen an der Scheibe.

Barbara Maas

Helgoland

Die Hochseeinsel Helgoland wird vor allem von Tagesgästen besucht - die in den vergangenen Wochen wegen der starken Stürme nicht kamen.
Die Hochseeinsel Helgoland wird vor allem von Tagesgästen besucht - Redakteurin Miriam Richter wird bald eine von ihnen sein. Foto: Marcus Brandt
 

Helgoland soll ja sehr schön sein. Hab ich mir sagen lassen. Klare Luft, Natur, das tobende Meer, witzige Lummen, die sich in die Tiefe stürzen. Außerdem ist die Insel in der Nordsee ein wichtiger Ort in der deutschen Geschichte. Hoffmann von Fallersleben dichtete hier 1841 das „Lied der Deutschen“ - dessen dritte Strophe unsere Nationalhymne ist. Ich mag Geschichte, ich mag eine steife Brise, Lummen auch und das Meer sowieso. Wo genau liegt also das Problem? Das Problem bin ich. Ich war bisher zu faul, den langen, aber sicher lohnenswerten Weg per Auto und Schiff auf mich zu nehmen. Erstmal von der Ost- gen Nordsee fahren, dann auf ein Schiff umsteigen, was dann vielleicht gar nicht fährt, weil das Wetter zu schlecht ist. War mir bislang zu unsicher. Aber hey, zum 70. Geburtstag kann man ja mal seinen inneren Schweinehund überwinden. Also, liebe Helgoländer, wir sehen uns. Versprochen.

Miriam Richter

Herzogtum Lauenburg

<p>Ratzeburg von oben.</p>

Ratzeburg von oben.

Foto: Imago/Hans Blossey
 

Nichts, wirklich nichts auf der Welt liegt für mich weiter weg als das Lauenburgische. Der Blick auf die Karte des Herzogtums weckt schon fast exotische Gefühle in mir. Gudow, Krukow, Kittlitz und Salem umkreisen namentlich geläufige Städte wie Geesthacht und Mölln – das klingt so anders als Schuby, Sterup und Ullegraff. Einen stets gen Norden und Westen strebenden Ur-Angeliter wie mich könnte wohl nur der Zufall in dieses Areal locken. Auch die A24 blieb mir als stetem Radfahrer bisweilen erspart.

Was ich und vermutlich sämtliche meiner Ahnen und Verwandten verpasst haben? Sicher die romantischen Backstein-Altstädte von Mölln und Ratzeburg und natürlich die Mythen um Till Eulenspiegel, der dort einst strandete. Meine Kollegin, die aus der waldreichen Region stammt, empfiehlt mir wärmstens Kanutouren bis in die entferntesten Zipfel der Lauenburgischen Seenplatte. Naturwanderungen und Radeln auf dem Elbe-Lübeck-Kanal bis zur Königin der Hanse sind auch ein guter Plan. Da klingen dann nicht mehr nur die Ortsnamen nach Müritz. Feinfein, was es in unserem Bundesland noch alles zu entdecken gibt.

Götz Bonsen

Die Stadt Flensburg und ihre Höfe

Farbkontraste und moderne Kunst zählen auch zum vielfältigen Flair der Flensburger Höfe - wie hier im „Roten Hof“ der Fördestadt.
Farbkontraste und moderne Kunst zählen auch zum vielfältigen Flair der Flensburger Höfe - wie hier im „Roten Hof“ der Fördestadt. Foto: Dewanger

Kommt man wiederum aus dem Lauenburgischen, dann beginnt Dänemark hinter dem Nord-Ostsee-Kanal. Nichts liegt ferner als Flensburg. Entsprechend klafft hier die größte Lücke im Wissen über das eigene Land. Hört man sich bei den Kollegen um, beginnen sie zu schwärmen, reden vom Holm, der Großen Straße und der Norderstraße. Die Flensburger Altstadt – sie soll voller Leben sein. So gut, so lokalpatriotisch. Dachte ich und ließ mich überzeugen. In der Altstadt gibt es uralte Häuserfassaden, Geschäft reiht sich an Geschäft, und die Flensburger Förde ist nicht weit. Auch architektonisch hat sie viel zu bieten: Bekannt ist sie für die Flensburger Höfe, einen Uferstreifen, der die Holm-Große Straße-Norderstraße mit dem Hafen verbindet und so lange, schmale Grundstücke entstehen ließ. Über Jahrzehnte wurden die Innenhöfe saniert und sind heute zum Teil für Besucher zugänglich und Ort für das kulturelle Leben der Stadt. Worauf also warten? Los geht’s auf die weite Reise vom Süden in den Norden des Landes.

Mareile Jenß

Fehmarn

Bilderbuchinsel mitten in der Ostsee: Fehmarn.
Bilderbuchinsel mitten in der Ostsee: Fehmarn. Foto: dpa
 

Fehmarn, das Tor nach Skandinavien. Gehört habe ich von der Insel – nicht zuletzt wegen des geplanten Fehmarnbelttunnels. Gesehen habe ich sie bislang noch nie. Doch als Fußball-Torhüter lernt man das Land und seine Orte kennen. Ganz egal ob Kreis-, Verbands- oder Schleswig-Holstein-Liga, ob Meggerdorf, Schnarup-Thumby oder Wesselburen. Auf Fehmarn ist mir allerdings noch keine Glanzparade gelungen, kein Patzer unterlaufen, kein Schiedsrichter hat mich hier je ermahnt. Vielleicht liegt es daran, dass der SV Fehmarn nicht viel mehr als eine Frauenmannschaft stellt.

Bei meinen Recherchen habe ich festgestellt: Fehmarn wird mit Kosenamen geradezu zärtlich umgarnt. „Die goldene Krone“, „Das Auge der Ostsee“, eine wahre „Sonnen-Insel“ soll sie sein. Auf die Spitze trieb es der Expressionist Ernst-Ludwig Kirchner, der die Insel Anfang des letzten Jahrhunderts „ein irdisches Paradies“ nannte. Was hält mich also davon ab, den schleswig-holsteinischen „Garten Eden“ zu betreten? Die rund 2000 Sonnenstunden im Jahr können es nicht sein. Und gegen Kornblumen und Klatschmohn habe ich im Prinzip auch nichts einzuwenden. Vielleicht liegt der Hund in meiner Kindheit begraben: Das Geräusch von Wind am offenen Meer und die unangestrengte Beschaulichkeit kenne ich seit jeher nur von der dänischen Westküste. Mir fällt es schwer, die Seiten zu wechseln, doch vielleicht sollte ich statt in der Nordsee einmal im Meereszentrum auf Fehmarn abtauchen. Was gibt es schließlich Schöneres als das Paradies? Die Alternative dazu: Der SV Fehmarn findet elf taugliche Fußballer.

Marcel Carstensen

Schloss Gottorf

Schloss Gottorf in Schleswig. /Archiv
Schloss Gottorf in Schleswig. /Archiv Foto: Markus Scholz

Fast täglich fahre ich am großen Schild an der Autobahn vorbei: „Schloss Gottorf“steht darauf. Jedes Mal denke ich, da musst du mal hin. So ein traumhaftes Schloss, idyllisch an der Schlei gelegen. Da gehen meine Sissi-Träumereien mit mir durch. Und trotzdem war ich noch nie dort. Irgendwie hat es sich nie ergeben, wie das immer so ist. Das soll sich ändern: Denn Schlösser finde ich klasse. In Plön und Eutin bin ich schon auf den Spuren der Herzöge gewandelt, da lässt sich Geschichte live erleben. Und auch bei Schloss Gottorf ist ja nicht nur die „Verpackung“ hübsch anzusehen. Gleich zwei Museen stecken unter einem Dach, das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte und das Archäologische Landesmuseum. Jetzt wo das Wetter wieder schlechter wird, ist das doch genau das richtige Ausflugsziel.

Christina Norden

Lübeck

Ziemlich schön: der Lübecker Weihnachtsmarkt.

Ziemlich schön: der Lübecker Weihnachtsmarkt.

Foto: dpa
 

Die „Stadt der Sieben Türme“, das „Tor zum Norden“, die Mutter UND die Königin der Hanse, Teil des UNESCO-Welterbes, die Stadt des Marzipans, und, hab ich mir sagen lassen, die mit dem allerschönsten Weihnachtsmarkt. Trotzdem, alles noch nicht gesehen. Bis auf einen Umstieg am Bahnhof ist Lübeck bislang völlig an mir vorbeigegangen. Auch nach vielen Jahren in Kiel hab ich den Weg in die nicht mal 100 Kilometer entfernte Stadt nicht geschafft.

Warum? Das frag ich mich selbst. Schließlich versucht auch mein Freund als Schleswig-Holsteiner mir als Zugezogener „sein“ Bundesland immer wieder näher zu bringen. Gesehen habe ich also gefühlt sämtliche Strände entlang der Ostsee, Deiche an der Nordsee, die Hüttener Berge und das Watt. Nur Lübeck ist ein weißer Fleck auf der Landkarte. Aber das könnte sich bald ändern. Denn Weihnachten ist schließlich nicht mehr lange hin.

Anna Gellner

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von
erstellt am 28.Sep.2016 | 20:17 Uhr

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