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Panorama

09. Dezember 2016 | 18:32 Uhr

Marne : Toter Feuerwehrmann: Verkettung von Fehlern führte zum Unglück

vom

Ein 31-Jähriger starb während des Einsatzes im Dezember. Zehn Monate später werden Details bekannt.

Marne | Am 6. Dezember 2015 kam bei Löscharbeiten in einem Haus in der Innenstadt von Marne (Kreis Dithmarschen) ein Feuerwehrmann ums Leben. Der 31-Jährige war als Teil eines Trupps im Inneren des Hauses im Einsatz, später verlor er den Anschluss an die Gruppe und starb im Feuer. Zehn Monate später veröffentlicht die Feuerwehrunfallkasse Nord einen Bericht mit weiteren Details zum Unglück.

Nach Angaben des Kreisfeuerwehrverbands Dithmarschen war der tödlich verunglückte 31-Jährige seit 13 Jahren für die Freiwillige Feuerwehr Marne im Einsatz. Er galt als erfahrener Atemschutzgeräteträger. Das Unglück zeigt, wie gefährlich die Löscharbeiten trotz viel Erfahrung werden können - und auch die Feuerwehrunfallkasse betont, dass es einen „fehlerfreien Einsatz nicht gibt“.

Demnach führte nicht ein einziger großer Fehler, sondern viele kleinere Verstöße zu dem Unglück. Dem Bericht zufolge wurde das Haus falsch eingeschätzt und nicht ausreichend erkundet. Die Folge: Die Feuerwehrmänner liefen an brennenden Räumen vorbei, ohne das Feuer darin zu bemerken.

Außerdem war der Schlauch, mit dem die Einsatzkräfte in Kontakt bleiben, um nicht die Orientierung zu verlieren, wohl zu kurz. Er sei nicht in alle Räume mitgenommen worden - mit der Folge, dass der 31-Jährige den Kontakt zur Gruppe verlor und sich im Haus verirrte. Hinzu kam, dass die Position der Trupps im Innern des Hauses nicht genau bekanntgegeben worden war - wodurch der Verunglückte nicht schnell genug lokalisiert werden konnte. Ein weiterer Fehler war laut dem Bericht, dass sich der Trupp mit dem verunglückten 31-Jährigen nicht zur Atemschutzüberwachung angemeldet hatte. Im Nachhinein konnte er deswegen nicht schnell genug gefunden werden.

Die Trauer in Marne nach dem Tod des 31-Jährigen war groß. Ein Feuerwehrmann sprach nach dem Unglück vom „Schlimmsten, was einer Feuerwehr passieren kann“. Das Video zeigt die Trauerfeier für den Verstorbenen im Dezember:

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erstellt am 03.Nov.2016 | 11:26 Uhr

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