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Panorama

07. Dezember 2016 | 23:21 Uhr

Hitzewelle und Gewittergefahr : Tornado-Warnungen für Hamburg und SH sind „Panikmache“

vom

In einigen Kreisen und Städten ist die Tornado-Gefahr bis zum Wochenende besonders hoch, berichten einige Medien. Das ist nicht vorhersagbar, sagt ein Tornado-Experte.

Mehrere Medien berichten am Mittwoch vor einer möglichen Tornadogefahr in Norddeutschland beginnend am Donnerstag bis zum Sonnabend und beziehen sich hierbei auf eine Meldung des Instituts für Wetter- und Klimakommunikation (IWK). Demnach drohten am Donnerstag teils heftige Unwetter, es herrsche eine „große Wahrscheinlichkeit“, dass sich Tornados entwickeln können.

Nach den heftigen Sturzfluten im Süden Deutschlands und Tornados – unter anderem in Schleswig-Holstein – in den vergangenen Wochen ist Deutschland „wetterfühliger“ geworden.

Das Gefahrengebiet umfasse laut IWK die Landkreise und Städte Nordfriesland, Dithmarschen, Steinburg, Pinneberg, Cuxhaven, Stade, Osterholz, Rotenburg, Bremen, Hamburg, Harburg, Verden, Nienburg, Hannover und Heidekreis. Außerdem seien Tornados in den westlichen Teilen der Kreise Schleswig-Flensburg, Rendsburg-Eckernförde, Segeberg und Celle. Das höchste Risiko bestehe für die Kreise Steinburg, Pinneberg, Rotenburg, Harburg und Stade sowie für Hamburg.

Für diese Aussagen wird das IWK im Internet bereits von anderen Meteorologen kritisiert. Von „Vollpfostenmeteorologie“ spricht Jörg Kachelmann auf Twitter.

 

Tatsächlich sollten Bürger in den Gebieten nun nicht in Panik verfallen. Dass es im Sommer Gewitter mit Starkregen geben kann, ist normal. Damit muss in den kommenden Tagen tatsächlich gerechnet werden. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) könnte es schon in der Nacht zum Donnerstag zwischen Nordsee und Pfalz schwere Gewitter mit örtlichem Starkregen geben. Erwartet werden zum Teil bis zu 30 Liter Regen pro Quadratmeter in kurzer Zeit sowie Hagel und schwere Sturmböen. Am frühen Donnerstagmorgen soll es auch Hamburg treffen. Eine Tornadowarnung spricht aber auch der DWD nicht aus und spricht von Panikmache.

 

Offizielle Unwetterwarnungen werden vom DWD erst ein bis zwei Stunden vor dem wahrscheinlichen Ereignis verbreitet.

 

Laut Tornadoexperte Thomas Sävert von „Kachelmannwetter“ entbehren die vorzeitigen Tornado-Warnungen jeglicher wissenschaftlicher Grundlage. Denn vor Tornados könne man „höchstens sehr kurzfristig“ in bestimmten kleinräumingen Regionen warnen. Die Vorwarnzeit betrage zwischen 0 und 20 Minuten, schreibt der Wetterexperte in einem Blogeintrag. Allgemeine Hinweise zur Tornadogefahr könne man nur für größere Regionen abgeben, für einzelne Landkreise sei dies unmöglich. Vereinzelte Tornados seien am Donnerstag möglich, die Wetterlage jedoch eigentlich untypisch. Unterschätzen sollte man die Gefahren durch Tornados allerdings nicht, wie Sävert bereits in einem früheren Interview mit shz.de deutlich machte.

Um sich rechtzeitig vor möglichen Unwettern in Sicherheit zu bringen, bietet Kachelmannwetter eine App an. Auch der DWD hat seit vergangener Woche eine überarbeitete „WarnWetterApp“ im Angebot. Sie informiert über anstehende Problemwetterlagen im lokalen Bereich. Am wichtigsten seien die ortsgenauen Hinweise vor allem bei kleinräumigen Wettergefahren, erklärte Hans-Joachim Koppert, der „Leiter Wettervorhersage“ beim Deutschen Wetterdienst, bei der Vorstellung in der vergangenen Woche. Viele Bewohner hätten sich in der Vergangenheit bei bestimmten Wetterlagen falsch alarmiert gefühlt. So habe man zuvor ganze Landkreise vor Gewittern gewarnt, obgleich klar gewesen sei, dass nur Teile des Landkreises betroffen sein würden. Auch Koppert warnt: Eine hundertprozentig genaue Vorhersage werde es allerdings niemals geben.

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erstellt am 20.Jul.2016 | 16:04 Uhr

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