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Panorama

28. September 2016 | 19:05 Uhr

Rendsburg : Tod im Finanzamt: Steuerberater schoss zwei Mal

vom

Ein Steuerberater schießt im Streit auf einen Finanzbeamten – er stirbt im Krankenhaus. Über den Täter werden mehr Details bekannt.

Rendsburg | Bei einer Schießerei im Rendsburger Finanzamt ist am Vormittag ein 58-jähriger Sachgebietsleiter getötet worden. Ein Großaufgebot der Polizei war vor Ort. Der Mann kam verletzt mit einem Rettungswagen in die Rendsburger Imland-Klinik. Dort erlag der Finanzbeamte seinen Verletzungen.

Der mutmaßliche Schütze ist selbstständiger Steuerberater und Wirtschaftsprüfer – nach Informationen des sh:z handelt es sich um Olaf Lauenroth (55), einen in der Region Rendsburg bekannten Lokalpolitiker, der zuletzt als Bürgermeisterkandidat in Fockbek öffentlich aufgetreten war. Für die FDP sitzt Lauenroth in der Gemeindevertretung des Nachbarortes von Rendsburg.

Die genauen Umstände der Tat, die sich gegen 10 Uhr in einem Dienstzimmer im Erdgeschoss der Behörde abspielte, blieben bis zum Abend unklar. Die Polizei bestätigte lediglich, dass zwei Schüsse fielen. Lauenroth, der gehbehindert und auf den Rollstuhl angewiesen ist, wurde mit einer Platzwunde am Kopf noch im Finanzamt festgenommen. Er befindet sich in Polizeigewahrsam. Laut Polizei ging den Schüssen ein Streit voraus. Der aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde stammende Sachgebietsleiter habe sich mit dem mutmaßlichen Täter allein im Raum befunden. „Wir gehen nach derzeitigem Stand von einem Mord aus“, sagte Staatsanwalt Axel Bieler. Man wolle das Obduktionsergebnis abwarten und heute Haftbefehl beantragen. Über die Tatwaffe und das Motiv machte er zunächst keine Angaben. Nach Informationen des sh:z ist Lauenroth Jäger und soll im Besitz mehrerer Waffen gewesen sein.

Die Kollegen des Getöteten reagierten geschockt. Sie verließen kurz nach der Tat das Amtsgebäude. Der Kundenverkehr wurde Montag und Dienstag abgesagt. Am Dienstag konnten die Mitarbeiter frei entscheiden, ob sie Zuhause bleiben wollten. Es werde einige Zeit brauchen, bis das Ereignis verarbeitet sei, sagte die Finanzministerin des Landes, Monika Heinold (Grüne). Auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) reagierte bestürzt. „Ich bin erschüttert, dass Gewalt in das Leben eines friedlichen Menschen eingebrochen ist. Meine Gedanken sind bei seiner Familie“, erklärte er. Heinold fuhr nach Rendsburg, um sich am Ort des Geschehens zu informieren. Sie wolle sich auch um die Mitarbeiter der Behörde kümmern, sagte ein Sprecher. „Die Betroffenheit ist sehr groß in der Landesregierung.“

Unterdessen wird diskutiert, wie die Mitarbeiter in Behörden besser geschützt werden können. Heinold sagte, dass nach diesem tragischen Vorfall auch über die Sicherheit in Behörden diskutiert werden müsse. Einerseits wollten die Behörden den Menschen in unserer demokratischen Gesellschaft offen begegnen. Andererseits gelte es, Risiken zu vermindern.

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erstellt am 01.09.2014 | 17:45 Uhr

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