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Panorama

11. Dezember 2016 | 05:07 Uhr

Sommer auf Arbeit : Tipps für Büro und zu Hause: So bewältigen Sie die Hitze mit Stil

vom

Einheimische und Urlauber können sich freuen, Arbeitnehmer müssen schwitzen: In den nächsten Tagen wird es bei uns in SH bis zu 30 Grad heiß. shz.de hat Tipps zusammengestellt, wie man gut durch die heißen Tage kommt.

Der Sommer kommt spät, irgendwie unverhofft und er fällt für viele auch noch auf einen Arbeitstag. Die einen freuen die angekündigten 30 Grad, die anderen stöhnen schon im Vorweg über die Hitze. shz.de gibt ein paar Tipps und Tricks, wie man den Hitzetag auf Arbeit, zu Hause und unterwegs auch ohne schattiges Plätzchen und böse Blicke gestalten kann.

Keine nackte Haut bei der Arbeit

Foto: dpa

Dass die Kombination Shorts - Sandale - Herrensocke nicht geht, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Kurze Hosen und Flip-Flops oder Sandalen, aber auch kurzärmlige Hemden sind bei der Arbeit im Büro unangemessen - auch wenn die Klimaanlage überfordert ist. Sichtbare Haut ist allgemein ein Tabu. Somit bleibt die kurze Hose wohl bis zum nächsten Jahr im Schrank - denn am Wochenende soll es ja vereinzelt schon wieder regnen.

Lange Hosenbeine, geschlossene Schuhe und lange Socken sind unumgänglich, betont die Norderstedter Stilberaterin Bettina Geißler gegenüber der „Süddeutschen“. Deshalb ist eine weite, luftige Hose aus dünnem Stoff zu empfehlen, mit der man ähnliche Kühlungseffekte erzielt wie mit Shorts. Frauen fahren mit Seidenblusen gut, der Rock sollte erst eine Handbreit unter dem Knie enden. Feinstrumpf ist Gesetz, Schulterfreiheit zu vermeiden. Grelle Farben sind nicht angesagt. Für beide Geschlechter bietet sich knitterarme Baumwolle an, um anders als bei Synthetik Schweiß und Gerüche zu vermeiden. Krawattenloses Auftreten ist laut „Knigge“ genehm, wenn das Oberhemd leger ausgelegt ist.

Statt zum warmen Anzug aus Baumwolle sollte man im Sommer zu einer feinen Merinowolle greifen, rät Stilautor Bernhard Roetzel aus Berlin. „Sie ist um einiges leichter als Baumwolle. Die Alternative ist Wolle im Mix mit Kaschmir oder auch Mohair.“ Zu dünn dürften die Stoffe aber auch nicht sein - sonst knittern sie. Das Material sollte eine Feinheit von maximal „Super 130“ haben. Die Zahl auf dem Etikett bezeichnet die Feinheit des versponnenen Garns. Männer können statt geschlossener Schuhe zum Anzug auch Slipper, Loafers, Bootsschuhe und Mokassins tragen, sagt Personal Shopperin Sonja Grau aus Ulm. Das gehe sogar barfuß. Für Roetzel geht selbst das einen Schritt zu weit.

Wenn es draußen heiß ist, vergisst man oft, dass die Sonnenstrahlen von oben besonders auf den Kopf treffen. Daher ist es wichtig, sich einen Sonnenhut aufzusetzen oder auf eine andere Kopfbedeckung zurückzugreifen. So kann man einem Sonnenstich vorbeugen.

Die Abkühlung für Zwischendurch

Foto: dpa

Wer eine Erfrischung braucht, kann eine Flasche mit Minzöl ins Gepäck nehmen. Besonders gut wirkt es, wenn man die Flüssigkeit an Schläfen und den Handgelenken verteilt. Denn dort ist die Haut besonders dünn. Alternativ kann in eine Sprühflasche frisches Wasser oder auch Pfefferminztee gefüllt werden. Auch ein Apfel aus dem Kühlschrank entfaltet eine erfrischende Wirkung.

Tücher mit kaltem Wasser auf Beine gelegt haben überdies schon fast die Wirkung eine beherzten Sprunges in eines unserer Meere. Für einige lässt sich letzterer gar in der Mittagspause bewerkstelligen.

Nicht eiskalt trinken!

 

Bei hohen Temperaturen gilt: So viel trinken wie möglich. Am Tag bis zu drei Liter. Die Pet-Flasche gehört aber nicht auf den Schreibtisch. Wer morgens vergessen hat, etwas kalt zu stellen, kann dies schnell nachholen. Nasse Tücher um die Flasche wickeln, und für 15 Minuten ab ins Kühlfach – fertig ist der kühle Genuss.

Aber Vorsicht: Die Getränke sollten nicht zu kalt sein, weil der Körper die Flüssigkeit wieder auf Körpertemperatur erwärmt und dabei Energie verbraucht. Die Folge: Man schwitzt und bekommt möglicherweise Magenprobleme.

Besser gleich von den Profis lernen: Menschen in den heißen, südlichen Ländern trinken ihre Getränke auf Zimmertemperatur. Auf Alkohol sollte man bei hohen Temperaturen verzichten. Alkoholische Getränke erweitern die Gefäße und entwässern den Körper.

Sport morgens oder abends

Sport ist gesund. Das zeigt das TK-Fitnessprogramm. Bei den Teilnehmern verbesserten sich die Cholesterinwerte und der Langzeitblutzuckerwert.
Sport ist gesund. Das zeigt das TK-Fitnessprogramm. Bei den Teilnehmern verbesserten sich die Cholesterinwerte und der Langzeitblutzuckerwert. Foto: Julian Stratenschulte

 

Trotz des heißen Wetters und laufender Arbeitswoche möchten viele Sportbegeisterte auf ihre Lieblingsbeschäftigung nicht verzichten. Da die hohen Temperaturen den Körper zusätzlich belasten, sollte man am frühen Morgen oder späten Abend aktiv werden - was bei Arbeitnehmer sowieso die Regel ist. Die kalte Dusche danach ist Geschmackssache.

Hitze im Haus

Wer unter dem Dach lebt, hat es im Sommer besonders schwer. Das Schlafzimmer wird zur Sauna.
Wer unter dem Dach lebt, hat es im Sommer besonders schwer. Das Schlafzimmer wird zur Sauna. Foto: Imago
 

Im Sommer kann das Zuhause manchmal zur Sauna werden. Während der oben erwähnten Sport-Zeit am Morgen und am Abend sollte man auch Haus und Wohnung lüften, für den Rest des Tages sollten die Fenster bei Hitze besser geschlossen bleiben und bestenfalls abgedunkelt werden. Silberne Jalousien sind besonders gut, da sie das Sonnenlicht reflektieren. Es gibt auch Sonnenschutz-Folien für die Fenster. In den Innenräumen aufgehängt, vermögen feuchte Tücher auch, die Raumluft abzukühlen.

Klimaanlage dosieren

 

Der Luftstrom einer Klimaanlage sollte nicht direkt zum Körper führen – laut ADAC besteht sonst Erkältungsgefahr. Zwischen Außen- und Innentemperatur im Auto sollten nicht mehr als 6 Grad liegen. Insassen können Kreislaufprobleme bekommen, wenn sie aussteigen, erklärt Andreas Hölzel vom ADAC. Empfohlen werden Temperaturen zwischen 21 und 23 Grad im Auto. Damit der Pkw nach dem Einsteigen schnell abkühlt: Die Klimaanlage kurz auf die niedrigste Temperatur stellen und auf Umluft schalten.

Bevor die Fahrt endet: Am besten die Klimaanlage abschalten und das Gebläse für einige Minuten weiterlaufen lassen. Das reduziert die Feuchtigkeit in der Anlage und beugt Bakterien und Pilzen vor. Sollte die Fahrt weniger als zehn Minuten dauern: die Klimaanlage nicht einschalten und lediglich die Fenster öffnen.

Das Auto richtig parken

Ein Parkplatz allein reicht noch nicht - er sollte bei Hitze auch schattig sein.
Ein Parkplatz allein reicht noch nicht - er sollte bei Hitze auch schattig sein. Foto: Hendrik Schmidt

Wer das Auto im Schatten parken will, muss auch daran denken, dass die Sonne wandert. Dunkle Sitze fördern Schweißflecken am Rücken. Damit sich die Kindersitze nicht zu sehr aufheizen, bietet es sich an, sie mit einem hellen Tuch abzudecken. Außerdem sollte der Wagen nicht auf Gras abgestellt werden. Da die Abgasanlage unter dem Auto mehrere Hundert Grad erreichen kann, könnte sich das Auto entzünden.

Autofahrern ohne Klimaanlage können Tönungsfolien an den Scheiben helfen, um die Temperaturen im Auto einigermaßen kontrollierbar zu machen. Wichtig ist: Die Folien dürfen nur auf der Heckscheibe und den hinteren Seitenfenstern aufgetragen werden. Zudem muss eine Prüforganisation die Verwendung der Folien genehmigen.

Das richtige Essen

Das Smoothiepulver sollte man zurückgeben.

Das Smoothiepulver sollte man zurückgeben.

Foto: dpa

Häufig verspürt man bei Hitze wenig Hunger. Dennoch ist es wichtig, den Körper ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen. Weil der Körper auch ausreichend Flüssigkeit braucht, greift man am besten auf Produkte mit einem hohen Wasseranteil zurück. Melone, Gurke oder Ananas sind dafür zum Beispiel eine gute Wahl. Das gilt natürlich ausdrücklich nicht fürs Büro, schließlich müssen Kleidung und Arbeitsplatz unbefleckt bleiben. So bieten sich fertige oder mitgebrachte Smoothies mit Strohhalm aus der Flasche als einigermaßen gefahrlose Energiequelle an. Auch damit man nicht den ganzen Tag die Luft der Klimaanlage schnuppert, kann der Gang zur Eisdiele ein Gewinn sein – der Becher verspricht dabei mehr Sicherheit als die Waffel und vermeidet einen klebrigen Händedruck beim nächsten Kunden.

Kleinkinder und Senioren

Babys brauchen bei 30 Grad keine Strümpfe - aber sehr viel zu trinken.
Babys brauchen bei 30 Grad keine Strümpfe - aber sehr viel zu trinken. Foto: Stefan Sauer

Nicht-Arbeitnehmer sind flexibler, was den Schutz vor der Sonne angehnt. Nichtsdestotrotz befinden sich unter ihnen einige Risiko-Gruppen. „Gesunde Menschen müssen bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr in der Regel kein erhöhtes Risiko für ihre Gesundheit befürchten“, sagt Dr. Wolfgang Reuter von der DKV Deutsche Krankenversicherung. Dagegen kann extreme Hitze für Personen mit Durchblutungsstörungen, Säuglinge, Kleinkinder und Senioren wirklich gefährlich sein. Bei älteren Menschen ist die Regulierung der Körpertemperatur generell verlangsamt. Zusätzlich lässt ihr Durstgefühl nach.

Ungeeignete Kleidung verstärkt die Hitzebelastung zusätzlich. Denn: Wird dem Körper bei Hitze nicht ausreichend Flüssigkeit zugeführt, verliert er wichtige Minerale und Salze. Außerdem besteht die Gefahr, dass der Körper austrocknet. Wichtig: Auch die Einnahme bestimmter Medikamente, wie zum Beispiel Schilddrüsenhormonpräparate, kann einen Einfluss auf die Thermoregulation des Körpers haben und so Hitzeschäden begünstigen. „Typische Anzeichen von Hitzebeschwerden können starkes Schwitzen, Rötung des Gesichts, Erschöpfung, Kreislaufschwäche, Übelkeit, Benommenheit, aber auch Kopfschmerzen und Schwindelgefühl sein“, zählt der Gesundheitsexperte auf.

Mit Tieren unterwegs

 

An warmen Sommertagen müssen Tierhalter besonders auf ihre Vierbeiner achten. Denn die meisten Haustiere können sich nicht über schwitzen abkühlen. Beispielsweise Hunde haben nur an den Pfoten Schweißdrüsen, sie kühlen sich über Trinken und Hecheln ab. Deshalb sollten Halter unbedingt darauf achten, dass das Tier genug Wasser und einen schattigen Platz hat, rät der Deutsche Tierschutzbund. An heißen Tagen gehen Halter am besten morgens oder abends mit dem Hund Gassi.

Auf keinen Fall darf ein Haustier im Auto gelassen werden. Auch ein geöffnetes Schiebedach oder Fenster hilft nicht. Bekommt ein Tier einen Hitzeschlag, kann es daran sterben. Warnsignale sind eine tiefrote Zunge, Hecheln mit gestrecktem Hals und ein glasiger Blick. Weitere Symptome sind Erbrechen, Kreislaufprobleme oder sogar Ohnmacht. Dann muss das Tier schnellstens zum Tierarzt.

mit dpa

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erstellt am 24.Aug.2016 | 06:37 Uhr

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