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Panorama

11. Dezember 2016 | 07:20 Uhr

Forschungsgruppe Wahlen : Studie: In SH wird am meisten Plattdeutsch gesprochen

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Zahl der „Plattsnacker“ ist in Norddeutschland stabil geblieben. In Schleswig-Holstein leben die meisten aktiv Sprechenden.

Bremen | Der Abwärtstrend des Plattdeutschen in norddeutschen Raum scheint vorerst gestoppt. Das ist ein zentrales Ergebnis einer Studie der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des Bremer Institutes für Niederdeutsche Sprache (INS) und des Institutes Deutsche Sprache. Menschen in mehreren Bundesländern wurden befragt.

Niederdeutsch ist kein Dialekt, sondern eine Regionalsprache. Die wird vor allem in kleineren Orten und von älteren Menschen gesprochen und verstanden. Die Zahl der aktiven Plattdeutschsprecher war daher seit Jahren rückläufig.

Fast die Hälfte (47,8 Prozent) der 1632 befragten Norddeutschen über 16 Jahre gab an, „sehr gut“ bis „gut“ Plattdeutsch verstehen zu können; 16 Prozent können nach eigener Einschätzung „sehr gut“ bis „gut“ Plattdeutsch sprechen. 2007 waren es 46 beziehungsweise 14 Prozent.

„Wenn wir das auf die acht ganz oder in Teilen untersuchten Bundesländer hochrechnen, kommen wir auf rund 2,5 Millionen Menschen, die aktiv Plattdeutsch sprechen. Anders als in den Vorjahren ist die Zahl seit 2007 stabil und nimmt nicht ab“, sagte INS-Chef Reinhard Goltz. Die Studie kostete 60.000 Euro und wurde mit Bundesmitteln gefördert.

Schleswig-Holstein führt mit 24,4 Prozent die Gruppe der aktiven Sprecher an, Mecklenburg-Vorpommern mit 70 Prozent deutlich das Feld der „Plattdeutsch-Versteher“. In Niedersachsen gaben rund 49 Prozent der Befragten an, Plattdeutsch „sehr gut“ bis „gut“ zu verstehen. 17 Prozent der Befragten bezeichneten sich als „gute“ oder „sehr gute“ Sprecher. Für Bremen waren es 42 beziehungsweise 17 Prozent.

„Mein Eindruck ist, dass es ein stärkeres Selbstbewusstsein gibt, Plattdeutsch zu sprechen und sich auch dazu zu bekennen“, betonte Goltz. Der Ort der Weitervermittlung sei anders als früher nicht mehr nur die Familie. Es werde Plattdeutsch in Bildungseinrichtungen wie Schulen und Kindergärten vermittelt.

Es gebe im norddeutschen Raum hunderte von plattdeutschen Kindergärten, die auch angenommen würden. Dabei seien die Konzepte teils höchst unterschiedlich. Es gebe Kindergärten, wo einmal in der Woche eine Stunde lang plattdeutsche Lieder gesungen würden. „Andere Kindergärten operieren komplett zweisprachig“, erklärte Goltz. In der Studie gab rund die Hälfte der Befragten an, dass sie ihr Kind in einen plattdeutschen Kindergarten geben würden.

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erstellt am 08.Aug.2016 | 07:24 Uhr

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