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Panorama

23. Juli 2016 | 16:58 Uhr

Sonnenfinsternis am 20. März : Sofi 2015: Ein seltenes Spektakel am Himmel in SH

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Im Norden ist die Sonnenfinsternis am 20. März deutschlandweit am stärksten.

Glücksburg | Das kommt so schnell nicht wieder: Zu mehr als 80 Prozent wird die Sonne am Vormittag des 20. März vom Mond bedeckt. „Eine Sonnenfinsternis wie diese erlebt Norddeutschland nur selten“, sagt Rainer Christiansen, Leiter des Planetariums in Glücksburg bei Flensburg – das nächste Mal wird die Sonne am 12. August 2026 so stark bedeckt und dann erst wieder am 21. Juni 2039.

Eine Sonnenfinsternis entsteht, wenn der Neumond sich zwischen Sonne und Erde schiebt. „Weil die Bahn des Mondes um die Erde im Verhältnis zur Bahn der Erde um die Sonne etwas gekippt ist, befindet er sich bei Neumond meist etwas unter- oder oberhalb der Sonne“, erläutert Christiansen. Direkt vor die Sonne schiebt sich der Erdtrabant nur selten. Komplett bedeckt wird die Sonne nur in einer Kurve von den Färöer Inseln zum Nordpol – dort verläuft der sogenannte Kernschatten. Norddeutschland befindet sich im Halbschatten. In Flensburg wird die Sonne noch etwa zu 82 Prozent verdeckt, in Hamburg nur zu 79,5 Prozent. Ab 9.38 Uhr beginnt die Mondscheibe sich von rechts über die Sonne zu schieben. Die größte Bedeckung wird um 10.46 Uhr erreicht – Christiansen: „Da wird es schon merklich dunkel, etwa wie zur Dämmerung.“ Um 11.56 Uhr ist die Sonne wieder mondfrei.

Egal von wo aus die Sonnenfinsternis beobachtet wird – Christiansen warnt dringend davor, ungeschützt in den Himmel zu schauen, und erst recht nicht durch ein Fernglas oder Teleskop. Das Sonnenlicht würde die Augen innerhalb von Sekundenbruchteilen irreparabel verletzen. Auch eine Sonnenbrille bietet keinen Schutz. Spezielle Sonnenfinsternis-Brillen aus Pappe kosten pro Stück etwa zwei Euro und sind bei jedem Optiker erhältlich. Sie verdunkeln das Sonnenlicht um den Faktor 100.000. „Auf keinen Fall sollte man rußgeschwärztes Glas nutzen, wie es früher häufiger genommen wurde“, warnt Christiansen. Es biete keinen garantierten Schutz, weil die Schwärzung teilweise durchlässig sein kann.

Wer die Sonnenfinsternis durch ein Teleskop betrachten möchte, geht am besten zu einer der vier Sternwarten in Schleswig-Holstein – hier stehen Geräte mit speziellen Filtern parat (siehe Infokasten). Im Glücksburger Planetarium etwa kann der Verlauf der Sonnenfinsternis dank einer Computer-Simulation auch bei bedecktem Himmel nachverfolgt werden.

Hier können Sie die Sonnenfinsternis mit Experten zusammen beobachten:

Am Planetarium und der Sternwarte Glücksburg (Fördestraße 37) kann die Sonnenfinsternis bei gutem Wetter  zwischen 9.30 und 12 Uhr draußen beobachtet werden, bei schlechtem Wetter und auch nach der Bedeckung kann das Ereignis in der Planetariums-Kuppel nachvollzogen werden.

Die Astronomen der VHS-Sternwarte Neumünster stehen zwischen 9 Uhr und 12 Uhr auf dem Großflecken und bieten Interessierten einen Blick durch professionelle Beobachtungsgeräte.

Auf der Dachplattform der FH-Sternwarte in Kiel (Mediendom, Sokratesplatz 6) stehen Experten von 9 bis 12 Uhr bereit und halten Schutzbrillen zur Verfügung.

Die Sternwarte Lübeck ist von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Beobachter treffen sich vor der Sternwarte (Am Ährenfeld 2).

Die Sternwarte Hamburg-Bergedorf (August-Bebel-Straße 196) öffnet zwischen 9 und 12 Uhr. Hier kann die Sonnenfinsternis durch Teleskope beobachtet werden. Dazu gibt es Kurzvorträge.
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erstellt am 13.03.2015 | 07:00 Uhr

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